Fresenius: Der Gesundheitskonzern erfüllt alle 3-Filter-Kriterien

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Der Gesundheitskonzern Fresenius ist in diesem Monat unsere Empfehlung nach der 3-Filter-Strategie nach James O’Shaughnessy. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Fresenius hat auch im vergangenen Jahr die Kriterien der 3-Filter-Strategie nach James O’Shaughnessy erfüllt:

• Fresenius verfügt über ein KUV von unter 1 bei einem 2012 erzielten Umsatz von 19,3 Mrd. €.

• Auf Jahressicht hat sich die Aktie deutlich besser entwickelt als der Vergleichsindex DAX.

• Das kontinuierliche Gewinnwachstum wurde in den letzten 10 Jahren lediglich 2008 im

Zusammenhang mit der Akquisition von APP Pharmaceuticals unterbrochen; auf bereinigter Basis ergab sich damals aber ein Gewinnanstieg.

Kontinuierlich auf Rekordkurs

Im vergangenen Jahr hat Fresenius seinen Wachstumskurs trotz politischer Unwägbarkeiten in den USA, konjunktureller Probleme in Europa und der Widerstände der Wettbewerber in Deutschland fortgesetzt.

Auch das 1. Quartal 2013 war der stärkste Jahresauftakt in der Firmengeschichte.

Der Umsatz stieg um 11% auf 4,9 Mrd. € und der bereinigte Gewinn um 12% auf 224 Mio. €. Tatsächlich kam es jedoch zu einem leichten Rückgang, denn im Vorjahr fiel bei der Tochter FMC ein Sonderertrag von 30 Mio. € an.

Profitables Wachstum bei Kabi und Helios

Alle Geschäftsbereiche trugen zum Wachstum bei. Kabi, Helios und Vamed meldeten sogar zweistellige Zuwächse.

Besonders gut lief es beim Klinikbetreiber Helios, der von der Übernahme der Damp-Klinik in Norddeutschland profitierte, aber auch 5% organisches Wachstum erzielte.

Der Umsatz stieg um 18% auf 841 Mio. € und der Gewinn um 37% auf 56 Mio. €. Mittelfristig will Helios ein flächendeckendes Kliniknetz in Deutschland aufbauen.

Dieses Ziel kann Helios auch durch den Erwerb kommunaler Krankenhäuser erreichen, falls Konkurrent Asklepios die Übernahme der Rhön-Kliniken weiter blockieren sollte.

Auch Kabi konnte mit profitablem Wachstum überzeugen. Wachstumstreiber waren zum einen der Erwerb des US-Infusionsspezialisten Fenwal und zum anderen anhaltende Lieferengpässe bei der Konkurrenz bei wichtigen Medikamenten.

Für das Betäubungsmittel Propophol und den Blutgerinner Heparin war Kabi lange Zeit der einzige Anbieter. Kabi soll ebenfalls durch weitere Zukäufe gestärkt werden.

Sondereffekte belasten FMC

Etwas holprig war der Jahresstart dagegen bei der Dialyse-Tochter FMC. Der Umsatz kletterte zwar um 7% auf 3,46 Mrd. $, der Gewinn brach jedoch überraschend um 39% auf 225 Mio. $ ein.

Bereinigt um einen Sonderertrag im Vorjahr im Zusammenhang mit der Übernahme des US-Konkurrenten Liberty Dialysis waren es aber nur minus 8%.

Hierfür verantwortlich waren weniger Dialyse-Behandlungstage sowie höhere Personalkosten. Während nämlich die durchschnittliche Vergütung pro Dialyse-Behandlung um 1,7% auf 359 $ stieg, erhöhten sich die Kosten um 2,8% auf 294 $.

In den kommenden Quartalen treffen FMC zudem die automatischen Budgetkürzungen in den USA.

Die Erstattung von Dialyse-Behandlungen bei staatlich versicherten Patienten wird um 2% gekürzt, was im Jahresverlauf mit 45 Mio. $ negativ zu Buche schlagen dürfte. Dennoch erwartet FMC einen Umsatz von mehr als 14 Mrd. $ und ähnlich wie im Vorjahr einen Gewinn von 1,1 bis 1,2 Mrd. $.

Jahresprognose bestätigt

Die starke Entwicklung bei Helios und Kabi wird die vorübergehende FMC-Schwäche auch in den kommenden Quartalen mehr als kompensieren.

Entsprechend hat Fresenius seine Jahresprognose bestätigt: Der Umsatz soll die Marke von 20 Mrd. € übertreffen und der Gewinn auf über 1 Mrd. € steigen.

Das Gewinnziel war eigentlich erst für 2014 geplant. Bei der Prognose ist Folgendes zu bedenken: Fresenius ist zu 31% bei FMC beteiligt. Dennoch wird der FMC-Umsatz zu 100% beim Mutterkonzern konsolidiert, der Gewinn aber nur anteilig zu 31%.

Im Übrigen ändert Fresenius seine Dividendenpolitik. Die Ausschüttungsquote wird auf dem aktuellen Niveau von 20 bis 25% des bereinigten Gewinns verankert.

Das ist zwar vergleichsweise wenig, angesichts der Wachstumspläne in den Sparten Kabi und Helios und des entsprechenden Finanzierungsbedarfs aber angemessen.

Demografie und Schwellenländer als Wachstumstreiber

Das kontinuierliche und profitable Wachstum der Vergangenheit zeigt, dass Gesundheitsdienstleistungen ein verlässlicher Wirtschaftszweig sind. Fresenius wird seinen Erfolgskurs auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

Der Konzern profitiert von zwei großen Trends: Einerseits werden die Menschen in den Industrieländern immer älter und benötigen immer mehr medizinische Dienstleistungen wie Dialyse und Infusionstherapien sowie Krankenhausaufenthalte.

Andererseits steigt der Wohlstand in den wachstumsstarken Schwellenländern und damit die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen medizinischen Leistungen.

Aufgrund der vielversprechenden Perspektiven sowie der geringen Konjunkturabhängigkeit ist die Aktie ein attraktives Defensivinvestment in einem schwierigen Marktumfeld.

Selbst in Krisenzeiten konnte Fresenius Umsatz und Gewinn steigern. Nutzen Sie Kursrücksetzer zum Einstieg.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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