Fresenius Medical Care in charttechnisch schwieriger Lage

Long oder Short für die FMC? Setzt sich der Aufwärtstrend fort? Oder sehen wir nun eine ausgeprägte Korrektur? (Foto: Fresenius Medical Care AG)

Die Bevölkerung in entwickelten Volkswirtschaften wird älter und älter.

Da erzähle ich Ihnen sicherlich nichts Neues, zählen Sie als Leser der Point&Figure Handelssignale statistisch gesehen doch eher nicht mehr zur Generation der 20-jährigen.

Das kollektive Älterwerden wird auch Dank des medizinischen Fortschritts, der in den letzten Jahrzehnten erzielt wurde, möglich.

Neue Untersuchungs-, Analyse- und Behandlungsmethoden machen es möglich, dass die Bevölkerung in den Industrienationen in Europa und Amerika, trotz Erkrankungen, verdient älter wird.

Rund ums Älterwerden hat sich in den vergangen Jahren eine Gesundheitsindustrie gebildet, die Dank fortschrittlicher Behandlungsmethoden das ihrige zum Erhalt der Gesundheit des Einzelnen beiträgt.

Weltmarktführer aus Bad Homburg

Ein Milliardenmarkt, in dem auch ein deutsches Unternehmen, die FMC AG aus Bad Homburg,  zu den wichtigsten Spielern im Markt gehört,.

Doch die Fresenius Medical Care AG & Co KGaA (WKN 578802, Ticker FME), kurz FMC, ist mehr als ein multinational vertretenes Unternehmen.

Im Bereich der Dialyse und medizinischen Versorgung von Erkrankten mit chronischem oder akutem Nierenversagen ist man Weltmarktführer.

Dank strategische kluger Zukäufe im den vergangenen Jahren, vor allem in den USA, konnte der weltweite Umsatz Jahr für Jahr gesteigert werden.

Der Kursverlauf der Aktie spricht Bände, seit  Mitte 2009 konnte sich der Wert nahezu verdoppeln.

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Die Tendenz ist eindeutig, die Aktie bewegt sich unter Schwankungen in einem stabilen Aufwärtstrend.

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Der Aktienkurs kommt aus dem Tritt

Doch in den letzten Wochen kommt die bislang so positive Kursentwicklung ein wenig ins Stocken.

Denn der Dialysekonzern ging bereits im Februar diesen Jahres mit einer verhaltenen Prognose an die Öffentlichkeit. Und berichtete dann Ende April 2013 gar einen Gewinnrückgang um 39 Prozent für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres.

Was an sich keine wirkliche Überraschung für die Investoren hätte sein dürfen. Resultierte doch der vergleichbare Gewinn der Vorperiode aus 2012 im Wesentlichen aus der Realisierung eines Beteiligungsertrages, somit aus einem Sondereffekt.

Also an sich kein Grund, das der Aktienkurs mit der Bekanntgabe der Zahlen durchsackt. Und die nachgebenden Kurse sogar ein Point&Figure-Verkaufssignal generieren.

Der Detailchart zeigt die aktuelle Lage, mit Unterschreiten der Kursmarke bei 50,00 € (roter Kreis an der letzten O-Säule) eröffnet sich für die FMC nun ein Abwärtspotential bis etwa 37,00 €.

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Doch die charttechnische Situation ist aus Point&Figure-Sicht komplizierter. Sie sehen es an den diagonal eingezeichneten schwarzen Linien, die Aktie ist nach einem Kursanstieg (letzte x-Säule) in einem sich zuspitzenden Dreieck gefangen.

In welche Richtung erfolgt der Ausbruch?

Die Frage, die sich uns nun hier stellt: In welche Richtung erfolgt de Ausbruch?

Betrachtet man das Point&Figure-Verkaufssignal als übergeordnet, gibt es hierauf nur eine Antwort. Der letzte Kursanstieg ist lediglich eine Korrektur im Abwärtstrend, der Ausbruch ist nach unten zu erwarten.

Doch schauen wir und den Chart genauer an, sehen wir, dass mit Überschreiten der Abwärtstrendlinie (fallende schwarze Linie)  die Möglichkeit eines dynamischen Ausbruchs besteht.

Und damit bei Kursen von 57,00 € und höher ein neues Point&Figure-Kaufsignal in greifbare Nähe rückt.

Sie sehen, wieder einmal keine eindeutige Chartsituation. Long oder Short für die Fresenius Medical Care? Ich weiß es nicht. Und halte die Aktie für meine Leser des Point&Figure Trader unter Beobachtung.


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Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.