Fresenius: Quironsalud-Übernahme top – Akorn-Übernahme enttäuscht

Die Einkaufs-Tour des Gesundheitskonzerns Fresenius zahlt sich aus: Dank der Übernahme der spanischen Krankenhaus-Kette Quironsalud im September 2016 konnten die […] (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Die Einkaufs-Tour des Gesundheitskonzerns Fresenius zahlt sich aus:

Dank der Übernahme der spanischen Krankenhaus-Kette Quironsalud im September 2016 konnten die Hessen bei der Zahlenvorlage zum 3. Quartal einmal mehr überzeugen.

Die Fresenius-Umsätze liegen nach 9 Monaten mit 25,2 Mrd. € rund 16% über dem Wert des Vorjahres-Zeitraums.

Das operative Ergebnis stieg um den gleichen Prozentsatz. Unter dem Strich stieg der bereinigte Gewinn sogar um 20% auf 1,3 Mrd. €.

Für das Gesamtjahr bleibt Fresenius optimistisch; die im Sommer angehobenen Wachstumsziele sollen erreicht werden.

Damit steuert der Gesundheits-Konzern auf das 14. Rekordjahr in Folge zu.

Quironsalud-Übernahme überzeugt bei Zahlenvorlage…

Die starken Ergebnisse sind nicht zuletzt dem 2016 an die Konzernn-Spitze berufenen Manager Stephan Sturm zu verdanken.

Dieser hatte nach kurzer Amtszeit die Quironsalud-Übernahme auf den Weg gebracht.

Mit einem Übernahme-Preis von 5,7 Mrd. € war der Zukauf direkt der größte Deal der Fresenius-Firmengeschichte.

Doch Sturm wollte die Wachstumsstory aufrechterhalten. Die Spanier brachten 2,5 Mrd. € Umsatz mit und waren sehr profitabel.

 ….und könnte auch zukünftig die Fresenius-Ergebnisse antreiben

Zugleich machte sich Fresenius berechtigte Hoffnungen auf Synergien.

Noch ist Quironsalud nicht vollständig in die Fresenius-Tochter Helios integriert, doch der Konzern sprach zuletzt von “sehr guten Fortschritten”.

Der um 33% gestiegene operative Gewinn der Konzerntochter könnte also in Zukunft sogar noch größer werden.

Im 3. Quartal ließ das Unternehmen wissen, dass Quironsaluds operatives Gewinn-Wachstum das Umsatz-Wachstum übertrumpfte.

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Langfristig gedacht überzeugt auch das Wachstums-Potenzial des Zukaufs, dass nach 3 Quartalen bei 10% lag.

Die Anzahl der Betten pro Krankenhaus und die pro Kopf-Gesundheits-Ausgaben liegen in Spanien im europäischen Vergleich noch sehr niedrig.

Bis 2020 will Fresenius den Gewinn um fast 70% steigern

Sturm hat seit seinem Amtsantritt im Vorjahr nicht nur Quironsalud übernommen.

Im April dieses Jahres kündigte der Medizin-Konzern auch noch die Übernahme des US-amerikanischen Generika-Hersteller Akorn an sowie die Übernahme des Biosimilar-Geschäfts von Merck.

Auch diese Deals galten, wie in Aussicht gestellt, der Wachstums-Generierung. Fresenius will bis 2020 einen Unternehmens-Gewinn von 2,7 Mrd. € erreichen, nach 1,6 Mrd. € in 2016.

Gewinn-Beitrag der Akorn-Übernahme könnte 2018 hinter den Erwartungen zurückbleiben

Bei Akorn laufen die Geschäfte allerdings schlechter als gedacht:

Nachdem der noch nicht abgeschlossene Zukauf im 2. Quartal hinter den Erwartungen zurückblieb, enttäuschten auch die Zahlen zum 3. Quartal.

Die 2018er-Ziele bezeichnete Fresenius als “herausfordernd”.

Spekulationen, wonach die Übernahme aufgrund der Probleme bei Akorn doch noch platzen könnte, erteilte Fresenius jedoch eine Absage.

Längerfristig betrachtet sei der Deal nach wie vor lohnenswert.

Dennoch ist es für den Käufer natürlich negativ, dass Akorn eine Enttäuschung nach der anderen abliefert.

Im 3. Quartal lag der operative Gewinn bei nur 9 Mio. Dollar, nach 87 Mio. im Vorjahres-Zeitraum.

Gut möglich, dass Fresenius den Markt gestern bei Zahlen-Bekanntgabe schon vorsichtig darauf eingestellt hat, dass der operative Akorn-Gewinn-Beitrag von 380 – 420 Mio. Dollar in 2018 nicht einzuhalten ist.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.