Frühindikatoren – Konjunktur-Vorhersage?

In der aktuellen Krise ist die Diskussion um einen vermeidlich entscheidenden Punkt entbrannt. Frühindikatoren! (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

in der aktuellen Krise ist die Diskussion um einen vermeidlich entscheidenden Punkt entbrannt. Frühindikatoren! Aus allen Ecken und Enden hört man die Forderung, es seien Frühindikatoren notwendig, um in Zukunft besser gewappnet zu sein.

Kaum sinnvolle Ideen!

Lieber Leser, lassen Sie uns einmal ein paar dieser Frühwarn-Ideen betrachten. Sie werden sehr schnell merken, dass dahinter kaum sinnvolle Konzepte stehen.

Die Kreditvergabe von Banken wird in der Regel als sehr guter Indikator für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Wirtschaft gesehen. Sie soll ein Anzeichen für die Kreditwürdigkeit und damit für die wirtschaftliche Verfassung der Wirtschaftssubjekte sein.

Ich frage mich manchmal ernsthaft, wer sich so etwas ausdenken kann. Gerade die lockere, risikoreiche und unverantwortliche Kreditvergabe US-amerikanischer Banken hat die Wirtschaftskrise erst ermöglicht. Und das soll nun ein Frühindikator sein? Das ich nicht lache!

Der Arbeitsmarkt läuft dem Geschehen hinterher

Von manch einem Politiker kann man die Worte vernehmen, dass ein Land mit einem gesunden Arbeitsmarkt ja wohl kaum in einer Krise sein kann. Glauben Sie mir, das kommt nur von Politikern, die Wahlen gewinnen wollen.

Erstens kann man bei einer Arbeitslosenquote von knapp neun Prozent meiner Meinung nach schon lange nicht mehr von einem gesunden Arbeitsmarkt sprechen. Zweitens ist der Arbeitsmarkt ein nachlaufender Indikator.

Das erkennen Sie schon alleine daran, dass uns die aktuelle Krise schon seit Ende 2007 zu schaffen macht, sich aber gerade erst momentan die ersten Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt abzeichnen. Als Frühindikator ist der Arbeitsmarkt jedenfalls nicht geeignet.

Koreas Exportüberschuss als ein Zeichen für die Weltkonjunktur?

Da Korea sehr exportlastig ist, könnte man meinen, wenn in dem ostasiatischen Land ein Exportüberschuss anfällt, dann zieht die weltweite Konjunktur wieder an.

Tatsächlich wird die koreanische Situation sehr oft als Stimmungsindikator für die asiatische und sogar für die Weltkonjunktur verwendet. Und tatsächlich ist momentan ein Rekord-Exportüberschuss zu beobachten!

Schauen wir hier einmal genauer hin. Die Exporte Koreas sind im vergangenen Monat (noch einmal!) deutlich zurückgegangen. Die Ausfuhren nach China um über 20 Prozent und in die USA um 19 Prozent. Regelrecht zusammengebrochen ist der Handel mit Japan. Die Exporte fielen hier um über 30 Prozent geringer aus.

Der Rekord-Exportüberschuss kam nur dadurch zustande, dass die koreanischen Importe noch stärker weg gebrochen sind. Das soll nun ein Frühindikator sein?

Es gibt nur einen sinnvollen Frühindikator!

Nein, lieber Leser, lassen Sie sich nichts vormachen. Es gibt nur einen sinnvollen Frühindikator.

Gesunder Menschenverstand! Dieser hilft, die Situation nüchtern zu beleuchten. Fragen Sie sich selbst, ob bei den gesamten Horrormeldungen und Unternehmenspleiten die Krise schon ausgestanden ist. Was sagt Ihnen Ihr gesunder Menschenverstand?


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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