Frühindikatoren schlagen Alarm – Teil 1

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Meine Frühindikatoren schlagen Alarm: 2014 kann die Aktienhausse von der Konjunktur untermauert werden. (Foto: beejung / shutterstock.com)

Das Jahresende rückt mit großen Schritten näher. Es wird, soweit sich das zum jetzigen Zeitpunkt schon sagen lässt, wohl ein hervorragendes Jahr für Aktien zu Ende gehen.

Deutsche Dividendentitel legten bis dato zwischen +20,4% (DAX 30) und +35,5% (TecDAX) zu. An der Wall Street stehen aktuell Zuwächse zwischen +21,2% (Dow Jones) und +33,5% (Nasdaq Composite) zu Buche.

Auch in der Schweiz werden die Anleger zufrieden sein: +15,2% schaffte der SMI Kursindex im bisherigen Jahresverlauf. Lediglich in Österreich schauen die Investoren neidisch auf uns: Dem ATX gelang ein eher kümmerliches Plus von +2,9%,

Es ist aber auch an der Zeit, einen Blick nach vorn zu wagen. Können wir im kommenden Jahr 2014 mit einer Fortsetzung der Aktienhausse rechnen?

2014: Die Aktien-Hausse sollte sich fortsetzen

In meinem gestrigen Beitrag hatte ich eine durchaus gewagte Prognose gestellt: Ich erwarte im Laufe des nächsten Jahres einen Wechsel von Liquiditäts-getriebener Hausse (Geldflutung durch die Notenbanken) auf eine fundamental-orientierte Hausse.

Gemeint ist: Ich erwarte ein Anspringen der Konjunktur insbesondere in den USA. Dies würde mehr Arbeitsplätze und mehr Einkommen (=Kaufkraft) für die Bürger und zugleich zunehmende Investitionen und wachsende Gewinne für die Unternehmen bedeuten.

Also ja: Die Aktien-Hausse wird sich meiner Einschätzung nach auch 2014 fortsetzen.

Frühindikatoren für die Konjunktur

Meine gestrige Prognose möchte ich Ihnen heute und Morgen mit einigen Charts untermauern. Ich kenne offen gestanden kein Instrument, dass Ihnen zuverlässiger frühzeitige Hinweise auf künftig mögliche Entwicklungen gibt, als die Charttechnik.

So gibt es einige Frühindikatoren, die uns bei der Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung helfen. Zu den wichtigsten zählen Kupfer, Stahl und die Frachtraten.

Kupfer wird aufgrund seiner Vielseitigkeit – elektrische und thermische Leitfähigkeit sowie flexible Verarbeitung – in extrem vielen Bereichen unseres Wirtschaftslebens eingesetzt.

Stahl wird vor allem im Bau, Maschinenbau und verwendet. Ein anziehender Stahlpreis zeigt dementsprechend den Beginn eines neuen Investitions-Zyklus an.

Steigende Frachtraten deuten auf eine Belebung des Handelsverkehrs hin.

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Entsprechend können wir anhand der Preisentwicklung dieser drei Frühindikatoren Rückschlüsse auf den Zustand der Konjunktur ziehen.

Kupfer: Erstes zartes Kaufsignal

Beginnen wir mit der Preisentwicklung von Kupfer in USD je Tonne:

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Kupferpreis in USD/Tonne: Erstes zartes Kaufsignal

Der Kupferpreis zeigt unter den drei Frühindikatoren bislang noch die geringste Auffälligkeit. Im langfristigen Monatschart (links) sehen Sie einen noch intakten Abwärtstrend (grüne Linie) seit dem Hoch im Februar 2011.

Allerdings können Sie auch seit Oktober 2011 eine Bodenbildung (blaue Linie) erkennen. Noch interessanter ist der Blick auf den Relative Stärke Index (RSI) im Chart unten:

Hier hat der Indikator bereits den seit Februar 2011 bestehenden Abwärtstrend nach oben verlassen. Ein erstes zartes Kaufsignal.

Der Tageschart (rechts) dokumentiert obendrein eine auffällige Stärke seit Anfang Dezember. Sie reichte sogar aus, den Kupferpreis erstmals seit Februar dieses Jahres wieder über die 200-Tagelinie zu hieven.

Kann in den kommenden Wochen auch noch die eingezeichnete Widerstandszone (blaues Rechteck) überwunden werden, wäre das ein zusätzliches Kaufsignal.

Morgen analysiere ich dann im zweiten Teil meines Beitrages für Sie die Charttechnik vom Stahlpreis und der Frachtraten.

Soviel vorab: Sie werden staunen!


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.