Frühindikatoren schlagen Alarm – Teil 2

Teil 2 meiner Charttechnik-Analyse: 2014 kann die Aktienhausse von der Konjunktur un-termauert werden. (Foto: Djelen / Shutterstock.com)

Im gestrigen ersten Teil, den Sie hier noch einmal nachlesen können, hatte ich damit begonnen, meine Einschätzung für den Aktienmarkt im kommenden Jahr zu untermauern.

Meine These lautet: Für 2014 erwarte ich ein Anspringen der Konjunktur, vor allem in den USA.

Bislang wurde die Hausse am Aktienmarkt ja vor allem von der Liquidität getrieben, mit der die Notenbanken rund um den Erdball die Märkte „fluten“.

Für meine Annahme gibt es in den vergangenen Wochen zunehmend Signale, die ich mit Hilfe der Charttechnik ausfindig gemacht habe. Dazu schaue ich mit Ihnen gemeinsam auf 3 Frühindikatoren, die in der Vergangenheit stets zuverlässig die konjunkturelle Entwicklung vorausgesagt haben.

Nachdem wir im Teil 1 beim Kupferpreis erste, wenngleich noch schwache, positive Chartsignale festgemacht haben, wollen wir heute den Stahlpreis und die Frachtraten aus dem Blickwinkel der Charttechnik analysieren.

Hier noch einmal die Gründe, warum Kupfer, Stahl und Frachtraten als Frühindikatoren gelten:

„Kupfer wird aufgrund seiner Vielseitigkeit – elektrische und thermische Leitfähigkeit sowie flexible Verarbeitung – in extrem vielen Bereichen unseres Wirtschaftslebens eingesetzt.

Stahl wird vor allem im Bau, Maschinenbau und verwendet. Ein anziehender Stahlpreis zeigt dementsprechend den Beginn eines neuen Investitions-Zyklus an.

Steigende Frachtraten deuten auf eine Belebung des Handelsverkehrs hin.“

Stahlpreis zieht seit September mächtig an

Beginnen wir mit der Preisentwicklung von Stahl in USD je Tonne:

stahl in usd je tonne-18-12-2013

Stahlpreis in USD/Tonne zieht seit September mächtig an

Der Chart spricht eigentlich für sich selbst: Der Stahlpreis hat Mitte Oktober seinen mehr als zweijährigen Abwärtstrend (seit August 2011) nach oben verlassen. Die 200-Tagelinie, und damit der langfristige Trend, wurde schon einen Monat zuvor überkreuzt.

Der Aufwärtstrend der letzten Monate ist eindeutig (gelbes Rechteck). Beachten Sie bitte, dass der aktuelle Preis von 280 USD je Tonne gerade einmal ein Viertel des Höchststandes vom August 2008 beträgt!

Der Relative Stärke Index (RSI) im Chart unten bestätigt die positive Entwicklung. Der Indikator erreichte soeben den höchsten Wert in der hier gezeigten Betrachtung (gelber und blauer Kreis)!

Frachtraten steigen – Handelsverkehr belebt sich dynamisch

Blicken wir nun zum Abschluss noch auf die Entwicklung der Frachtraten. Dazu eignet sich wohl der Baltic Dry Index am besten.

Rezession droht: Welthandelsvolumen rückläufigDie Krisensignale mehren sich. Dazu gehört auch ein Rückgang beim Welthandelsvolumen. So bereiten Sie sich am besten vor. › mehr lesen

Der Baltic Dry Index (Quelle: Wikipedia) „berücksichtigt 26 Hauptschifffahrtsrouten und erfasst die Kosten für Zeitcharter und Reisecharter für vier Schiffsklassen (Capesize, Panamax, Supramax und Handysize) im Trockenschüttgutverkehr. Hauptfrachtgüter sind Kohle, Eisenerz, Zement, Kupfer, Kies, Dünger, Kunststoffgranulat und Getreide.“

baltic dry index-18-12-2013

Baltic Dry Index: Frachtraten im Schifffahrtsverkehr ziehen mächtig an

Sie sehen es: Seit Juni haben sich die Frachtraten im Schifffahrtsverkehr von 800 USD auf 2.225 USD katapultiert. Das entspricht einem Anstieg um +178%.

Leider reicht der Chart (Quelle: stockcharts.com) nur 3 Jahr zurück. Das reicht aber, um zu erkennen, dass das Top vom Oktober 2011 in der vergangenen Woche überboten wurde.

Falls Sie annehmen, das wäre bereits ein recht anspruchsvolles Niveau, dann kann ich Sie „beruhigen“: Als die weltweite Konjunktur im Jahr 2007 im Zenit stand, markierte der Baltic Dry Index sein Allzeithoch bei sage und schreibe 9.143 USD!

Das Zwischenhoch im Jahr 2009 liegt übrigens bei 3.005 USD.

Fazit:

2 von 3 wichtigen Frühindikatoren für die globale Konjunktur zeigen eindeutige und vor allem dynamische Aufwärtsbewegungen.

Lediglich beim Kupferpreis ist die Charttechnik noch nicht so klar. Dafür gibt es hier ein zartes Kaufsignal durch den RSI, der nicht selten eine Entwicklung vorweg nimmt.

Sie sehen: Meine Einschätzung, dass die Hausse am Aktienmarkt im kommenden Jahr fundamentale Unterstützung durch ein Anspringen der globalen Konjunktur erhält, sind nicht etwa aus der Luft gegriffen, sondern werden von der Charttechnik untermauert.

Zahlreiche Aktienmarkt-Skeptiker machen derzeit ihre negative Einstellung vor allem an dem Argument „Liquiditätsflutung durch die Notenbanken“ fest. Würde diese eingedämmt, OHNE dass sich die Konjunktur belebt, hätten sie mit Ihrem Einwand auf Dauer wohl nicht ganz unrecht.

Meine Analyse zeigt jedoch, dass die Chancen auf eine konjunkturelle Belebung derzeit so gut sind, wie seit 3 bis 4 Jahren nicht mehr.

Daher bleibe ich dabei: Auch 2014 wird ein guter Aktienjahrgang!


Der Gold-Report 2018
So machen Sie die besten Gold-Geschäfte

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Der Gold-Report 2018” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Massive Gewinne voraus: So machen Sie 2018 zu Ihrem Goldjahr ➜ hier klicken!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt