Fuchs Petrolub-Aktie: Automobilsektor sorgt für deutlich sinkende Gewinne

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Fuchs Petrolub: Aktie des Schmierstoffspezialisten setzt Aufwärtsbewegung trotz Geschäftsrückgang weiter fort. Gewinnwarnung aus dem Sommer ist fast vergessen (Foto: IU Liquid and water photo/Shutterstock)

Keine Frage – auch der Schmierstoffspezialist Fuchs Petrolub spürt die schwache Konjunkturentwicklung und die stotternde Nachfrage seiner Kunden, vor allem aus dem Automobilbereich. Deshalb dürfte für „Insider“ die Gewinnwarnung im Sommer auch keine Überraschung gewesen sein. Doch seither hat sich der Kurs wieder deutlich um mehr als 20% nach oben bewegt und die gerade präsentierten Neunmonatszahlen zeigen, dass vielleicht alles halb so wild werden könnte.

Fuchs Petrolub: Weltweiter Marktführer bei Schmierstoffen

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Familienbetrieb näher vorstellen: Bereits im Jahr 1931 in Mannheim gegründet, ist Fuchs Petrolub ein richtiger Traditions-Konzern. Mittlerweile beschäftigt man knapp 4850 Mitarbeiter in 36 Ländern und verfügt über 34 Produktionsstätten.

Fuchs Petrolub ist das weltweit führende unabhängige Schmierstoff-Unternehmen. Bei Einbeziehung der erdölproduzierenden Firmen bekleidet es weltweit die Position des neuntgrößten Schmierstoff-Herstellers. Die Gründerfamilie Fuchs hält knapp über 50% der Stammaktien und stellt mit Stefan Fuchs auch den CEO von Fuchs Petrolub.

Starke Marktposition in Nischenmärkten

Der Schmierstoff-Riese beliefert über 100.000 Kunden in mehr als 100 Ländern. Er hat vor allem bei margenstarken Nischen-Produkten führende Marktpositionen inne und ist Zulieferer der Automobil-industrie (Motoröl-Erstabfüllung). Wichtigste Rohmaterialien für den Konzern sind Grund-Öle, die von Rohöl-Raffinerie-Betreibern und Additive, die von Firmen der chemischen Industrie bezogen werden.

Der Familienbetrieb legt großen Wert auf die hauseigene Entwicklungs-Abteilung, um den Kunden maßgeschneiderte Produkte liefern zu können. Immerhin beschäftigt Fuchs Petrolub mehr als 9% des Personals im Bereich Forschung und Entwicklung.

Schmierstoffspezialist bekommt Autoflaute zu spüren….

Für die ersten neun Monate meldete Fuchs Petrolub einen Ergebnisrückgang von 17 % auf 246 Millionen Euro. Unter dem Strich stand in den ersten drei Quartalen ein Gewinn von 176 Millionen Euro. Das war ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor. Die Erlöse stagnierten mit 1,95 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

…..aber weniger stark als befürchtet

Damit fiel der Rückgang aber weniger schlimm aus als ursprünglich befürchtet. Vor diesem Hintergrund wird Vorstandschef Stefan Fuchs zuversichtlicher, auch wenn er nicht von einer schnellen Verbesserung der Wirtschaftslage ausgeht. Dennoch peilt der Manager nun für das Gesamtjahr beim Umsatz und Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) das obere Ende der Prognose an.

Nach der Prognosekürzung im Sommer avisierte der Schmierstoffspezialist einen Rückgang des operativen Ergebnisses (Ebit) um 20 bis 30 %, während der Umsatz maximal 3% tiefer erwartet wurde. Jetzt rechnet der Mannheimer Konzern mit einem Umsatzrückgang zwischen 0 und 3% und einem Ebit-Rückgang am oberen Ende der Spanne (-20 bis -30%).

Zukauf in den USA

Vor wenigen Tagen hatten die Mannheimer zudem bekanntgegeben, ihre Expansion in den USA forcieren zu wollen. Zu einem nicht genannten Preis wird die 1844 gegründete Nye Lubricants erworben. Der Hersteller aus Fairhaven, Massachusetts, ist führend in der Innovation, Formulierung und Herstellung von synthetischen Schmierstoffen. Fuchs erweitert damit das Produktportfolio an Spezialschmierstoffen. Nye Lubricants erwirtschaftet zuletzt mit 180 Beschäftigten 46 Millionen Euro Umsatz.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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