Fuchs-Petrolub-Aktie: Öl-Riese nach Gewinn-Warnung im Rückwärtsgang

Fuchs Petrolub: Höhere Rohstoff-Kosten sorgen beim weltweit führenden unabhängigen Schmierstoff-Unternehmen derzeit für Gegenwind. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Da mussten die erfolgsverwöhnten Anleger wohl 2x hinschauen:

Gleich nach Börsen-Eröffnung sackten die Fuchs Petrolub-Papiere um über 9% in den Keller. Damit markierte die Aktie kurzfristig das niedrigste Niveau seit 7 Monaten.

Was sind die Gründe für die Gewinn-Warnung? Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven des Konzerns? Was sagen die Analysten nach der Prognose-Senkung?

Fuchs Petrolub: Weltweiter Marktführer bei Schmierstoffen

Bevor ich auf die aktuelle Meldung und die Auswirklungen für den Anleger eingehe, möchte ich Ihnen den Familienbetrieb näher vorstellen:

Bereits im Jahr 1931 in Mannheim gegründet, ist Fuchs Petrolub ein richtiger Traditions-Konzern.

Mittlerweile beschäftigt man knapp 4850 Mitarbeiter in 36 Ländern und verfügt über 34 Produktionsstätten.

Fuchs Petrolub ist das weltweit führende unabhängige Schmierstoff-Unternehmen.

Bei  Einbeziehung der erdölproduzierenden Firmen bekleidet es weltweit die Position des neuntgrößten Schmierstoff-Herstellers.

Die Gründerfamilie Fuchs hält knapp über 50% der Stammaktien und stellt mit Stefan Fuchs auch den CEO von Fuchs Petrolub.

Starke Marktposition in Nischenmärkten

Der Schmierstoff-Riese beliefert über 100.000 Kunden in mehr als 100 Ländern.

Er hat v. a. in margenstarken Nischen-Produkten führende Marktpositionen inne und ist Zulieferer der Automobil-Industrie (Motoröl-Erstabfüllung).

Wichtigste Rohmaterialien für den Konzern sind Grund-Öle, die von Rohöl-Raffinerie-Betreibern und Additive, die von Firmen der chemischen Industrie bezogen werden.

Der Familienbetrieb legt großen Wert auf die hauseigene Entwicklungs-Abteilung, um den Kunden maßgeschneiderte Produkte liefern zu können.

Immerhin beschäftigt Fuchs Petrolub mehr als 9% des Personals im Bereich Forschung und Entwicklung.

Zugleich setzt das Unternehmen gezielt auf Zukäufe, um das Wachstum zu beschleunigen.

Bislang wurden zumeist Know-how und Personal der gekauften Firmen, nicht aber deren Produktions-Anlagen übernommen.

Starkes Wachstum und stabile Margen

In den vergangenen Jahren zeigte der Schmierstoff-Spezialist eine beeindruckende Geschäfts-Entwicklung:

Seit 2002 kletterten die Erlöse von 1,06 auf immerhin 2,26 Mrd. €. Unterdessen verbesserte sich die Gewinnspanne von 2,17 auf 11,42%.

Unter dem Strich blieben zuletzt also 259 Mio. € an Gewinn hängen.

Rohstoff-Kosten bremsen Gewinn-Entwicklung aus

Für das laufende Jahr tritt Firmenchef Stefan Fuchs jetzt aber auf die Euphorie-Bremse:

Für den Umsatz im Gesamtjahr erwartet man zwar weiterhin einen Zuwachs zwischen 7 und 10%.

Das Vorsteuer-Ergebnis (Ebit) soll nun wegen höherer Rohstoff-Kosten aber nur noch knapp unter dem Vorjahres-Niveau von 371 Mio. € liegen.

Sie müssen wissen: Bislang war die Gesellschaft noch von einem Zuwachs von bis zu 5% ausgegangen.

Analysten sehen trotz Korrektur kein Kurs-Potenzial

Trotz des jüngsten Kursrutsches sehen die Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen, kein Kurs-Potenzial.

Vielmehr liegt das durchschnittliche Kursziel  mit 44,50 € einige Prozent unter dem aktuellen Kursniveau.

Nur 1 Experte sieht in der Aktie einen Kauf, 9 Analysten stufen das Papier als Halteposition ein und immerhin 6 Banker raten zum Verkauf der Aktie.

Für das laufende Jahr rechnen die Experten mit einem Gewinn je Aktie von 1,95 € (Vorjahr: 1,86 €). Damit handelt die Aktie derzeit mit dem 24-Fachen des erwarteten Jahresgewinns.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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