Fuchs Petrolub hebt die Prognosen an

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Fuchs Petrolub hebt zwar seine Prognosen an. Warum trotzdem nicht alles rosig ist (Foto: IU Liquid and water photo/Shutterstock)

Vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen, aber derzeit scheint sich die Welt in Gewinner und Verlierer zu spalten. Die Verlierer sind immer noch von der Covid-19-Pandemie belastet. Zu ihnen zählen Einzelhändler und – trotz erster Impferfolge – die Tourismusindustrie. Zu den Gewinnern zählt sich der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub, der von einer hohen Nachfrage aus dem Autosektor in China und vorgezogenen Käufen von Kunden profitieren konnte. Dies geht aus den Ende der vergangenen Woche veröffentlichten Zahlen zum Startquartal 2021 hervor.

Mit Schmierstoffen in die ganze Welt

Doch immer der Reihe nah. Für den Fall, dass Ihnen das Unternehmen nichts sagt, vorab eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells. Fuchs Petrolub wurde 1931 unter dem Namen Rudolf Fuchs in Mannheim gegründet. 1936 wurde die erste Niederlassung in München eröffnet und mit der eigenen Produktion begonnen. 1951 gelang der Einstieg in Hochleistungsschmierstoffe. 1968 folgten erste Niederlassungen in Frankreich und Spanien. In den 1980er-Jahren gelang dann der Sprung aufs Börsenparkett.

Heute umfasst das Sortiment des Mannheimer Unternehmens mehrere Tausend Schmierstoffe. Die Kunden reichen vom Bergbau und der Stahlindustrie bis zur Landwirtschaft, von der Fahrzeugindustrie bis zum Haushaltsbereich sowie zum Handel für Motorenöle. Die nach Umsatz wichtigsten Regionen für den Konzern sind Westeuropa, Asien und Nordamerika.

Quartalszahlen über den Erwartungen

Im ersten Quartal legten die Erlöse im Vergleich zur Vorjahreszeit um 13 Prozent auf 697 Millionen Euro zu. Der betriebliche Gewinn (EBIT) verbesserte sich deutlich überdurchschnittlich 40 Prozent auf 101 Millionen Euro, nach Steuern wurde ein Gewinn von 71 Millionen Euro berichtet – 20 Millionen Euro mehr als vor einem Jahr. Dies verdeutlicht: Zwar wurde Fuchs Petrolub von der Pandemie wie jedes andere Unternehmen betroffen, die Auswirkungen beschränkten sich jedoch vor allem auf das erste Halbjahr 2020, im zweiten setzte bereits die Erholung ein.

Vielleicht fragen Sie sich, aus welchen Regionen denn die Kunden bestellt haben. Profitiert hat das Unternehmen, nach eigenen Angaben, insbesondere aus Bestellungen aus der Region Asien/Pazifik wo die Erlöse um satte 46 Prozent auf 213 Millionen Euro gesteigert werden konnten. Dabei hat die Volksrepublik China wesentlich zur Ergebnisentwicklung beigetragen. In den vergangenen Monaten ist dort der Autoabsatz massiv gestiegen. Demgegenüber fällt das Plus aus dem europäischen Raum, zu dem Fuchs Petrolub, etwas unverständlich, auch den Mittleren Osten und den ganzen afrikanischen Kontinent zählt, mit 5 Prozent geradezu bescheiden aus.

Anhebung der Gewinnprognosen

Angesichts dieser exzellenten Zahlen hebt der Vorstand von Fuchs Petrolub seinen Ertragsausblick für das Gesamtjahr 2021 an: Den Jahresgewinn vor Zinsen und Steuern (das sogenannte EBIT) sieht das Management nun bei 330 bis 340 Millionen Euro, statt wie bislang auf dem Niveau des Vorjahres von 313 Millionen Euro.

Trotz dieser guten Entwicklung und trotz des guten Ausblicks kamen die Quartalszahlen bei den Anlegern nicht gerade gut an. Die im Mittelwerteindex MDAX vertretenen Vorzugsaktien schlossen im Wochenvergleich nahezu unverändert. Was daran liegen könnte, dass dem Schmierstoffhersteller Preissteigerungen und Knappheiten bei Rohstoffen zu schaffen machen könnten. Wettbewerber von Fuchs Petrolub berichten, dass sie derzeit aufgrund von Rohstoffverknappungen zum Teil gar nicht mehr beliefert werden – mit entsprechenden Auswirkungen auf Kosten und Margen. Vielleicht ist also doch nicht alles so gut, wie es auf den ersten Blick aussah.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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