Fuchs Petrolub: Hier läuft es nicht mehr wie geschmiert

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Der Schmiermittelhersteller hat derzeit operativ etwas Sand im Getriebe. Das liegt hauptsächlich an der schwächelnden Automobilindustrie. (Foto: IU Liquid and water photo/Shutterstock)

Der mittelständische und familiengeführte Schmiermittel-Spezialist Fuchs Petrolub hat derzeit etwas Sand im Getriebe. Man könnte sagen, es läuft hier derzeit nicht mehr wie geschmiert. Das hat jedoch weniger mit Problemen bei Management oder Geschäftsmodell zu tun, sondern damit, dass der US-amerikanische Präsident Donald Trump durch die von ihm angezettelten Handelskonflikte den globalen Handel abkühlen ließ.

Darunter leiden zyklische Unternehmen naturgemäß ganz besonders. Und Fuchs Petrolub ist ein solches zyklisches Unternehmen. Die Schmierstoffe, die das Unternehmen seit Generationen erfolgreich herstellt und vertreibt, sind, wenn Sie so wollen, das Öl für den Motor der Weltwirtschaft.

Nun ist der Motor jedoch seit einiger Zeit ins Stocken geraten. Nicht, weil Fuchs keine erstklassigen Schmierstoffe mehr liefern könnte, sondern vielmehr deshalb, weil sich die Kunden aus Unsicherheit bei ihren Bestellungen zurückhalten.

Das führt zu Bremsspuren, die auch im deutschen Maschinen- und Anlagenbau schon zu erkennen sind, wie die jüngsten Zahlen und der Ausblick des Maschinenbauers Hermle zeigen, auf die ich am vergangenen Donnerstag an dieser Stelle eingegangen bin.

Keine Erholung in der 2. Jahreshälfte erkennbar

Das Unternehmen Fuchs Petrolub meldete am Freitag einen Umsatz- und Ergebnisrückgang für die ersten 6 Monate des laufenden Jahres und teilte mit, dass eine Erholung in der 2. Jahreshälfte nicht erkennbar sei.

Auf Basis vorläufiger Zahlen rechnet das Fuchs-Management für das 1. Halbjahr 2019 mit einem Umsatzrückgang um 1% auf 1,3 Mrd. Euro und einem um knapp 20% unter Vorjahr liegenden operativen Ergebnis (EBIT). Ursache hierfür ist die insbesondere im Juni weiter anhaltende, globale Marktschwäche, so das Unternehmen.

In der Prognose für das Gesamtjahr 2019 ist Fuchs bisher von einer Erholung der Weltwirtschaft in der 2. Jahreshälfte ausgegangen. Zudem wurde mit einem Wachstum der Automobilindustrie um 1% gerechnet. Aus heutiger Sicht ist die erwartete Belebung der globalen Wirtschaft, insbesondere in der Automobilindustrie, in der 2. Hälfte dieses Jahres nicht erkennbar, so Fuchs Petrolub.

Weiterhin teilt das Unternehmen mit, dass dies mittlerweile alle für Fuchs wichtigen Absatzmärkte betreffe. Aus diesem Grund, so das Fuchs-Management, wird das Unternehmen seine Prognose von einem Umsatzwachstum zwischen +2% und +4% sowie einem Rückgang des operativen Gewinns (EBIT) um -8 bis -5% nicht erreichen können.

Eine neue Prognose will das Management von Fuchs Petrolub am 1. August im Rahmen der Veröffentlichung des Halbjahresberichts bekanntgeben.

Kurzfristig sollten Sie keine großen Sprünge erwarten

Meine Einschätzung zur Aktie: Fuchs ist und bleibt ein hervorragendes Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand. Kurzfristig sollten Sie bei der Aktie meines Erachtens jedoch keine allzu großen Sprünge (nach oben) erwarten.

Wenn die Konjunktur wieder anzieht, zieht auch das operative Geschäft von Fuchs wieder an, was der Aktie (gilt für Stammaktien und für die Vorzüge von Fuchs) neue, positive Impulse geben sollte.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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