Fuchs Petrolub steigert Umsatz: Unsere Einschätzung zur Aktie

Für den Mannheimer Schmiermittelhersteller Fuchs Petrolub lief das erste Halbjahr ziemlich gut. Erstmals konnte innerhalb der ersten sechs Monate ein Umsatz von über einer Milliarde Euro erzielt werden.

Der Umsatz kletterte dabei um rund 10 Prozent. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen konnte sogar noch deutlicher gesteigert werden um 13,5 Prozent auf knapp 172 Millionen Euro.

Optimistisch für die zweite Jahreshälfte

Den größten Beitrag zum Konzernergebnis leistete erneut der europäische Markt, der mit rund 3 Prozent allerdings nur ein relativ geringes Wachstum vorweisen konnte. Im asiatischen Raum stieg das Ebit demgegenüber um satte 28,5 Prozent. Auch der Iran gilt aus Sicht der Konzernführung als zukunftsträchtiger Markt: Immerhin werden hier jedes Jahr rund 700.000 Tonnen Schmiermittel gehandelt.

Auch für die zweite Jahreshälfte ist man bei Fuchs Petrolub optimistisch. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde leicht angehoben. Bislang rechnete das Management mit einer Ebitsteigerung im mittleren bis höheren einstelligen Prozentbereich, nun wurde das „mittlere“ gestrichen.

Übernahmen euphorisieren Anleger

Auf die Umsatzentwicklung dürften sich auch zwei größere Zukäufe auswirken, die in der Bilanz für das erste Halbjahr noch nicht berücksichtigt wurden. Zum 1. Juli haben die Mannheimer für 112 Millionen Euro die Deutsche Pentosin-Werke GmbH übernommen. Hier winken Jahresumsätze von 135 Millionen Euro.

Besonders euphorisch reagierten Anleger jedoch auf die Nachricht, dass Fuchs Petrolub darüber hinaus in den kommenden Monaten das Schmierstoffgeschäft der schwedischen Firma Statoil übernehmen und vorläufig unter der bisherigen Marke weiterführen wird. Der Jahresumsatz liegt hier sogar noch etwas höher bei 140 Millionen Euro. Damit festigt das im MDax notierte Unternehmen seine Position in Skandinavien und erweitert zudem die eigene Produktpalette.

Die Krux liegt im Detail

Analysten reagierten auf die jüngsten Zahlen zuversichtlich, aber nicht überschwänglich. Die meisten Studien sehen eine faire Bewertung zwischen 40 und 45 Euro und empfehlen, die Aktie zu halten. Damit entspricht das durchschnittliche Kursziel in etwa dem aktuellen Niveau der Vorzugsaktie, die zuletzt für gut 42 Euro zu haben war. Seit Jahresbeginn hat sich das Papier damit um gut 25 Prozent verteuert.

2015-08-14 Fuchs Petrolub

Skepsis herrscht vor allem aufgrund des Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 22, das die Aktie bereits relativ teuer erscheinen lässt. Darüber hinaus liegt auch bei den jüngsten Zwischenbilanzen die Krux im Detail.

Zwar stieg das Ergebnis vor Steuern und Zinsen im zweiten Quartal um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 90 Millionen Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Doch ein Großteil des Wachstums entfiel auf Währungseffekte.

Rechnet man diese heraus, schrumpft die Erlössteigerung des ersten Halbjahres von 10 auf zwei Prozent zusammen. Nichtsdestotrotz dokumentiert die Geschäftsentwicklung eine grundlegend solide Aufstellung des Schmiermittelherstellers.

14. August 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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