Fujifilm und Druckerhersteller Xerox suchen Schulterschluss

Xerox und Fujifilm wollen aus zwei Lahmen einen Sprinter machen. Da allerdings nicht mit den Großaktionären gesprochen wurde, ist unklar, ob der Plan umgesetzt werden kann. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Xerox-Aktionäre haben magere Jahre hinter sich. Trotz neuer Rekordstände an den Börsen hat das Papier des Druckerkonzerns in den vergangenen 3 Jahren blieben Kursgewinne bei der Xerox-Aktie aus.

Der Grund ist schnell gefunden. Im E-Mail-Zeitalter schwindet die Wichtigkeit von Druckern und Fotokopierern. Viele Anbieter mussten daher aufgeben. Xerox überlebte zwar – doch bis zuletzt hatte der Konzern mit den schwierigen Marktbedingungen zu kämpfen.

Finanzinvestoren setzen Xerox-Management unter Druck

Xerox gelang es nur bedingt, auf den Wandel zum digitalen Büro zu reagieren. Wie so oft bei schleppenden Geschäften, geriet das Unternehmen dann in das Visier von Finanzinvestoren.

Erst im Dezember drohte der berüchtigte Aktivist Carl Icahn mit einer Kampfabstimmung um die Managementspitze. Entweder es kommt zu wesentlichen Veränderungen, oder Xerox wird den gleichen Weg gehen wie (der in die pleite geschlitterte Konkurrent) Kodak, sagte Icahn.

Im Januar dann wurde der Druck erhöht. Zusammen mit dem Finanzinvestor Darwin Deason forderte Icahn Xerox auf strategische Optionen zu überprüfen und die Bedingungen einer jahrelangen Kooperation mit Fujifilm neu auszuhandeln.

Seit 1962 arbeiten Fujifilm und Xerox in Asien zusammen, an dem Gemeinschaftsunternehmen hält Fujifilm drei Viertel der Anteile.

Xerox schließt Übernahme-Vereinbarung ohne Rücksprache

Noch bevor das Klima rauer wurde, kam es dann zu einem Deal zwischen den beiden Kooperationspartnern. Vereinbart wurde, dass Fujifilm 50,1% der Xerox-Anteile übernimmt und dass Asien-Geschäft in das neue Unternehmen einfließt. Xerox-Aktionäre erhalten zudem eine Sonderdividende im Volumen von 2,5 Mrd. Dollar.

Es heißt, dass weder Icahn noch Deason über den Plan informiert wurden, sodass noch nicht sicher ist, ob die Transaktion planmäßig über die Bühne geht. Mitte des Jahres soll über den Schulterschluss abgestimmt werden und mit 15% der Xerox-Anteile bei den beiden Aktivisten könnte die Vereinbarung noch kippen.

Xerox Fuji verspricht Milliardeneinsparungen

Die beiden Unternehmen erhoffen sich von dem Deal eine bessere Stellung, um sich im schrumpfenden Markt behaupten zu können. Bis 2020 sollen Synergien in Höhe von 1,2 Mrd. Dollar gehoben werden können – ab 2022 dann 1,7 Mrd. Dollar jährlich.

Zu den strategischen Zielen gehören dann auch verstärkte Investitionen in den Bereichen Healthcare und Digitalfotografie. Die Unternehmensführung soll der bisherige Fujifilm-Boss Shigetaka Komori übernehmen.

Ausgang des Übernahme-Plans offen

An der Börse kamen die Pläne bei den Xerox-Aktionären zunächst gut an. Kurz nach der Bekanntgabe verteuert sich die Xerox-Aktie um 8%. Die Freude hielt allerdings nicht lange. Gestern gehörte die Aktie mit einem Minus von 4% zu den größeren Verlierern, was auch damit zusammenhängt, dass noch nicht klar ist, wie die Aktivisten auf den Deal reagieren.

Die Fujifilm-Aktionäre sind indes noch nicht vom Mehrwert der Transaktion überzeugt und schicken die Aktie um -8% nach unten. Investoren befürchten einen Schnellschuss, der aus zwei lahmenden Konzernen nicht den versprochenen Sprinter macht.

Der Übernahme-Sensor bleibt für Sie am Ball.

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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