G20-Gipfel: Nicht jedes Schwellenland steht für Wachstum

Nach BRIC sollte SMIT die nächste Erfolgsgeschichte an den Börsen werden. Bei BRIC sagen Sie bestimmt noch: Das habe ich doch schon mal gehört.“

Dahinter verbergen sich die aufstrebenden Schwellenländern Brasilien, Russland, China und Indien. Doch bei SMIT wird es schon schwieriger. Dieses Kürzel ist noch recht neu – und bis jetzt wenig erfolgreich.

Hinter SMIT stehen Schwellenländer der nächsten Generation, die erfolgversprechende wirtschaftliche Aussichten haben. Dabei steht das S für Südkorea, das M für Mexiko, das I für Indonesien und das T für die Türkei.

Bis zum Anfang diesen Jahres stimmte in diesen doch sehr unterschiedlichen Ländern die Wachstumsstory: Eine junge Bevölkerung, ein starkes Wirtschaftswachstum und weiterhin auch gute Perspektiven.

G20 Staaten mit Licht aber auch viel Schatten in der Wirtschaft

Zudem gehören auch diese Länder zu den G20-Staaten. Das ist die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, die heute und morgen im russischen St. Petersburg zum ihrem Gipfel zusammenkommen.

Doch seit dem letzten Treffen in Moskau im Februar dieses Jahres hat sich viel getan. Das hat auch der IWF passend zum Gipfel jetzt festgestellt: Während sich in den Industrieländern das Wachstum wieder stabilisiert, geht das zuvor kräftige Wachstum in den Schwellenländern nun deutlich zurück.

Allein seit 2010 hat die Wachstumsdynamik der Schwellenländer um 2,5% nachgelassen. In einigen Ländern wie Brasilien hat sich die Wachstumsrate in dem Zeitraum seit 2010 sogar mehr als halbiert.

Auf dem aktuellen Gipfel wird es sicherlich auch um wirtschaftliche Fragen gehen – aber überschattet wird das Zusammentreffen der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer ganz klar vom Syrien-Konflikt. Hier treffen vor allem die Positionen der Vereinigten Staaten und Russland massiv aufeinander.

Im Schatten der Weltmächte haben aber auch die Schwellenländer massive Probleme. Sehr stark kam dies in den Protesten in Istanbul und vielen anderen türkischen Städten im Frühsommer zum Ausdruck.

Sicherlich boomt das Land am Bosporus – aber vieles ist auf Pump aufgebaut. Schon jetzt stehen viele neue Bürogebäude leer und weitere Prestigeobjekte werden wohl gar nicht mehr gebaut. Das erinnert stark an den Boom in Dubai vor einigen Jahren.

Und das ist nur ein Beispiel aus dem Kreis der SMIT-Länder. Der von Comstage angebotene ETF auf diese Länder hat in diesem Jahr auf jeden Fall schon viele Federn gelassen.

Seit dem Start Ende Januar hat der ETF auf die 40 größten Firmen aus diesen Ländern rund 20% an Wert verloren. Sie sehen: Man muss an der Börse nicht jede kurzfristige Modewelle mitmachen. Bei den SMIT-Ländern bietet sich eher Abwarten an.

5. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Heiko Böhmer. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt