Gamestop-Aktie im Höhenflug

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Die Gamestop-Aktie kennt kein Halten mehr: Starke Absatzzahlen bei Videokonsolen zum Jahresende leiten einen Short Squeeze Rally ein. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Ein ausgesprochen gutes Timing bewies der Aktivist und Großaktonär Ryan Cohen, der im Dezember Aktien des Videospielspezialisten Gamestop im großen Stil eingesammelt hat. Obwohl sich die Aktie vom Märztief von unter 3 Dollar bis Dezember bereits vervierfacht hatte, griff Cohan beherzt zu und erwarb bei Kursen zwischen 14,77 und 15,97 Dollar Aktien im Gegenwert von mehr als 19 Millionen Dollar. Durch die Käufe erhöhte sich Cohens Aktienbestand auf insgesamt 9 Millionen Anteilsscheine, was 13,8% aller Stimmrechte der Firma entspricht.

Das Investment hat sich inzwischen mehr als bezahlt gemacht. In nicht einmal vier Wochen haben sich die Gamestop-Papiere mehr als verdoppelt. Allein am Mittwoch schossen die Papiere zeitweilig um 80% in die Höhe. Gestern ging es weiter nach oben und die Aktie kratzte im Handelsverlauf an der 37 Dollar-Marke.

Gamestop im Portrait

Bevor wir auf mögliche Gründe der jüngsten Kursrally eingehen, möchte ich Ihnen die Firma erst einmal näher vorstellen: Der US-Konzern Gamestop ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Einzelhandelskette für Computerspiele und Unterhaltungssoftware.

Sie hat ihren Sitz in Grapevine, Texas und betreibt mehr als 7.535 Filialen in 18 Ländern, über 1.200 davon in Europa. Neben dem Einzelhandelsketten vertreibt das Unternehmen auch das Computerspielmagazin Game Informer.

Filialnetzt wird ausgedünnt – Onlineabsatz geht durch die Decke

Einen Teil zum jüngsten Kursschwung haben mit Sicherheit die guten Ergebnissen für die am 2. Januar endende neunwöchige Urlaubsperiode beigetragen: So erhöhten sich die Umsätze auf vergleichbarer Fläche um 4,8%, während der Onlineabsatz um 309% nach oben kletterte. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Umsätz kräftig um 29,6%.

Der Gesamtumsatz ging allerdings um 3,1% auf 1,77 Milliarden Dollar zurück, was auf einen Rückgang der Filialbasis des Unternehmens um 11% aufgrund der geplanten Verdichtung des Filialnetzes und vorübergehender Schließungen von Filialen auf der ganzen Welt auf Grund der Corona-Beschränkungen zurückzuführen ist. Stark war das Onlinegeschäft, das inzwischen 34% zu den Gesamterlösen beiträgt.

Aktivist lässt seine Muskeln spielen

Inzwischen nimmt die Einflussnahme des aktivistischen Investors Ryan Cohen weiter Form an. Seine Investmentgesellschaft RC Ventures LLC hat eine Vereinbarung mit Gamestop beschlossen und drei neue Verwaltungsräte für den Unterhaltungskonzern benannt. So soll die vorhandene Technologie- und Onlinekompetenz dem Unternehmen zur Verfügung gestellt und der Börsenwert nachhaltig gesteigert werden.

Die Short-Seller, die auf einen fallenden Aktienkurs gewettet haben, dürften durch Eindeckungen ihren Teil zur jüngsten Kursexplosion beigetragen haben. Wie nachhaltig die Bewegung ist, wird sich aber erst in den kommenden Wochen zeigen.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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