Gazprom-Aktie: Wie man sich unersetzbar macht

Gazprom investiert in zahlreiche Großprojekte – und macht sich auf diese Weise unentbehrlich. Die Gazprom-Aktie stieg zuletzt wieder. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Energiewende kommt. Sie ist politisch gewollt und aus Umwelt-Aspekten wohl auch geboten.

Dass es nun ernst wird mit der Umrüstung, zeigt nicht zuletzt die Debatte um Diesel-Fahrverbote und die nun endlich auch bei deutschen Auto-Herstellern beginnende Umstellung auf Elektro-Antriebe.

Ideen gibt es viele, doch bis die Energiewende weg von Öl und Kohle tatsächlich geschafft ist, wird es noch Jahrzehnte dauern.

Bis dahin braucht es Übergangs-Lösungen, die etwas sauberer daherkommen. Und hier kommt Russland ins Spiel, genauer gesagt: Gazprom.

Erdgas als Übergangs-Lösung?

Erdgas gilt als vergleichsweise umweltverträglich und außerdem bezahlbar.

Nur gibt es in Europa leider viel zu wenig Vorkommen, um den Energiebedarf der Wirtschaft und der Bevölkerung selbst zu decken.

Gazprom ist dadurch zu einem wichtigen Partner geworden, das Pipeline-Projekt Nord Stream steht nicht nur symbolisch für die Zusammenarbeit.

Bereits seit Jahren wird über eine 2. Pipeline verhandelt, allerdings machen die Diskussionen um Nord Stream 2 nicht nur positive Schlagzeilen, zumal das Projekt politisch umstritten ist.

Doch anstatt auf die zankenden Europäer zu warten, streckt Gazprom seine Fühler längst auch anderswo aus.

Gazprom investiert in weit verzweigtes Versorgungsnetz

Parallel wird ein Projekt mit der Türkei realisiert, und auch in Richtung China werden etliche Kilometer von Versorgungs-Kanälen gebaut.

Russland, das riesige Reich in der Mitte der eurasischen Kontinentalplatte, versorgt die westlichen Kunden genauso wie die in Fernost.

Denn im Gegensatz zu skandinavischen Gebieten sind die Rohstoff-Vorkommen in Sibirien noch längst nicht ausgeschöpft.

Damit geht Gazprom ein hohes Risiko ein, denn das Unternehmen finanziert gleich mehrere Großprojekte parallel, ohne sich auf stabile Gaspreise verlassen zu können.

Wenn die Pipelines aber erst einmal stehen und v. a. auch das Gas transportieren, dürften sich die heutigen Investitionen früher oder später auszahlen.

Insbesondere schaffen die Russen damit eines: Sie machen sich auf viele Jahre unersetzbar. Das wiederum zahlt sich für den Kreml auch politisch aus.

Immerhin hat die Vergangenheit schon mehrfach gezeigt, dass man den starken Mann mit der Macht über den Gashahn dann doch eher hofiert als ihn zu hart anzugehen.

Gazprom-Aktie: Etwas besser als im Sommer

Und die Gazprom-Aktie? – Die ist im Keller. Mit gerade einmal 3,80 € bewegt sie sich derzeit etwa 20% unterhalb ihres Vorjahres-Wertes.

Anfang Januar wurde das Papier für knapp über 5 € gehandelt, das war in diesem Jahr aber auch das höchste der Gefühle.

Immerhin: Im Sommer sah es noch schlechter aus als jetzt. Auf Sicht der letzten 6 Monate hat sich das Papier um 7% nach oben gekämpft.

Wohin die Reise im neuen Jahr geht, wird sich zeigen. Das hängt neben den Gas-Preisen eben – gerade in Russland – auch immer von der politischen Großwetterlage ab.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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