GD-200-Linie: Chartanalyse-Tool für Ihren Erfolg

GD-200-Linie: Als Instrument in den Händen der Chartanalyse Garant rationaler Prognosen für Ihren Erfolg. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Markt vor charttechnisch wichtiger Entscheidung: Die GD-200-Linie als Analyseinstrument des Aktienindexes

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6,7% gefallen. Einen so hohen Rückgang hat es noch nie gegeben. Einen Absturz im Aktienindex DAX gab es nach Veröffentlichung dieser Zahl nicht.

Im Gegenteil: Der Aktienindex notierte nach Bekanntgabe der Zahl sogar leicht im Plus. Das heißt, fundamentale Fakten beherrschen die Märkte aktuell weniger als Psychologie und Charttechnik.

Durchleuchten wir also die für uns wichtigen Aktienindizes unter Beachtung der Linie der Gleitenden Durchschnittskurse der letzten 200 Tage (GD-200). Der Grund: In der Charttechnik ist die GD-200 ein wichtiger Indikator.

Notiert ein Aktienindex oberhalb der GD-200 ist das ein Zeichen für weiter steigende Kurse (bullischer Markt). Notiert ein Aktienindex unterhalb der GD-200 spricht das für fallende Kurse (bärischer Markt). Ich nehme für die folgenden Betrachtungen die Indexstände auf Basis ihrer Wochenschlusskurse.

Deutscher Aktienindex DAX

Der deutsche Leitindex DAX notierte am 08.05.2009 oberhalb der GD-200. Er fiel dann aber wieder unter die GD-200. Die Zahlen:

Aktienindex DAX: am 08.05.2009 = 4.931 Punkte (über GD-200)

Aktienindex DAX: am 15.05.2009 = 4.718 Punkte (unter GD-200)

Ergebnis: Der DAX ist bärisch.

Amerikanischer Aktienindex Dow Jones

Der bekannteste Aktienindex in den USA ist der Dow Jones. Er gilt auch als Weltleitindex. Er notierte seit dem Frühjahr 2008 unterhalb der GD-200. Der Dow Jones in Zahlen:

Aktienindex Dow Jones: am 08.05.2009 = 8.388 Punkte (unter GD-200)

Aktienindex Dow Jones: am 15.05.2009 = 8.268 Punkte (unter GD-200)

Ergebnis: Der Dow Jones ist bärisch.

Amerikanischer Aktienindex S&P500

Unter Fachleuten wird der amerikanische Aktienindex S&P500 oft mehr beachtet als der Aktienindex Dow Jones. Der Grund: Im S&P500 notieren die 500 größten Aktiengesellschaften. Damit ist er breiter aufgestellt als der Aktienindex Dow Jones, in dem nur 30 Werte notieren. Der S&P500 in Zahlen:

Aktienindex S&P500: am 08.05.2009 = 909 Punkte (unter GD-200)

Aktienindex S&P500: am 15.05.2009 = 882 Punkte (unter GD-200)

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Ergebnis: Der S&P500 ist bärisch.

Schweizer Aktienindex SMI

Der SMI notiert seit Ende 2007 unterhalb der GD-200. Er hat die GD-200 auch in der jüngsten Kursrally nicht erreicht. Der SMI in Zahlen:

Aktienindex SMI: am 08.05.2009 = 5.391 Punkte (unter GD-200)

Aktienindex SMI: am 15.05.2009 = 5.351 Punkte (unter GD-200)

Ergebnis: Der SMI ist bärisch.

Österreichischer Aktienindex ATX

Am 08.05.2009 erreichte der ATX exakt die GD-200. In der vergangenen Woche prallte er davon nach unten ab. Der ATX Zahlen:

Aktienindex ATX: am 08.05.2009 = 2.120 Punkte (genau an der GD-200)

Aktienindex ATX: am 15.05.2009 = 1.959 Punkte (unter GD-200)

Ergebnis: Der ATX ist bärisch.

Fazit: Die für den amerikanischen und europäischen Raum wichtigen Aktienindizes sind alle bärisch. Wir befinden uns im übergeordneten Abwärtstrend. Die aktuelle Kursrally ist nur eine technische Erholung in diesem Abwärtstrend. Solange die Indizes nicht oberhalb der GD-200 notieren, ändert sich daran nichts.

Ausblick: Da die positive Stimmung an den Märkten durch katastrophale Zahlen, wie beispielsweise die des deutschen Bruttoinlandsproduktes, nicht nachhaltig negativ beeinflusst werden, ist eine weitere Kurserholung durchaus möglich.

Wenn die genannten Aktienindizes alle an der GD-200 stehen, kommt die Entscheidung. Geht es drüber, ist der Bärenmarkt beendet. Fallen die Indizes alle zurück, wird der Abwärtstrend wieder aufgenommen.

Meine Prognose: Der Bärenmarkt ist noch nicht beendet. Mittelfristig wird der DAX wieder in Richtung 4.000 Punkte laufen und diese nach unten durchbrechen.

Empfehlung: Nutzen Sie die aktuelle Aufwärtsbewegung mit kurzfristigen Trades mit Call-Optionen. Realisieren Sie Gewinne frühzeitig. Auch 10%, 20% und 30% sind attraktive Gewinne. Halten Sie aber immer Puts im Depot. Damit kann es keine böse Überraschung geben, wenn die Märkte wieder abwärts drehen. Und dann erzielen Sie Gewinne mit Put-Optionen.


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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.