GEA bestätigt Ausblick für 2018 nach vorläufigen Quartalszahlen

Die aktuellen Quartalszahlen von GEA sind erwartungsgemäß nicht berauschend ausgefallen. Mittelfristig ist jedoch Besserung in Sicht. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Der im MDax gelistete Maschinen- und Anlagenbauer GEA hat heute als eines der ersten deutschen Unternehmen Vorabzahlen für das 1. Quartal 2018 (von Januar bis März) vorgelegt. Unter den Anlegern kamen die Zahlen offensichtlich nicht besonders gut an, da die GEA-Aktie im heutigen Handel größter Verlierer im MDax war.

Es war aber zu erwarten, dass die Zahlen nicht sonderlich berauschend ausfallen, denn GEA befindet sich derzeit in einem Restrukturierungsprozess. Ein solcher Prozess trägt meist nicht über Nacht Früchte.

Neben den aktuellen Zahlen gibt es weitere Neuigkeiten zu GEA, auf die ich gleich eingehen möchte. Zunächst widmen wir uns aber den Zahlen.

Vorläufige Quartalszahlen im Überblick

Der Auftragseingang beträgt voraussichtlich rund 1,1 Mrd. Euro nach 1,14 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei lagen die wechselkursbedingten Belastungen bei knapp 60 Mio. Euro. Der Umsatz stieg voraussichtlich von 1,004 auf 1,035 Mrd. Euro. Die wechselkursbedingten Belastungen belaufen sich hier auf rund 50 Mio. EUR.

Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen werden voraussichtlich 65 Mio. Euro nach 96 Mio. Euro im Vorjahr erzielt. Gleichzeitig hat das GEA-Management den Ausblick für 2018 bestätigt. „Unsere Einschätzung stützt sich auf den soliden Auftragsbestand sowie bereits eingeleitete Maßnahmen. Neben dem verstärkten Fokus auf den Produktmix haben wir bereits Initiativen zur Verbesserung der Ergebnisbeiträge in Nordamerika gestartet“, teilte GEA-Chef Jürg Oleas mit.

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Und weiter: „Darüber hinaus halten wir an der konsequenten Kostendisziplin auch im laufenden Geschäftsjahr fest. In einem herausfordernden Umfeld wird es für die Erreichung des Ausblicks auch wesentlich auf die Auftragseingangsentwicklung im 2. Quartal 2018 ankommen.“

Vorstandswechsel und Aufstockung von Star-Investor Frere

Der aktivistische Investor Albert Frere, der als „europäischer Warren Buffett” gilt, hat die jüngste Kursschwäche bei GEA genutzt, um seinen Anteil aufzustocken. Nachdem Frere bereits im Februar 2017 die 3%-Hürde bei GEA übersprungen hatte (was mit ein Grund für meine Kauf-Empfehlung war), baute er seinen Anteil jetzt auf über 5% aus.

Frere ist aber nicht der einzige namhafte Investor, der bei GEA eingestiegen ist. Auch der US-amerikanische Hedgefonds-Manager Paul Singer hat bei GEA einen Fuß in der Tür. Singer und Frere haben in der Vergangenheit schon häufiger bei vergleichbaren Deals eine üppige Rendite eingefahren. Wird es auch dieses Mal wieder so kommen?

Das lässt sich heute natürlich noch nicht sagen. Dabei helfen könnte jedoch die Tatsache, dass das Unternehmen im kommenden Jahr einen neuen Chef bekommt. Der langjährige GEA-Chef Jürg Oleas wird mit der Hauptversammlung 2019 aus dem Vorstand ausscheiden und damit den Weg für einen Generationswechsel frei machen. Das sollte bei der zügigen Restrukturierung helfen.

Meine Einschätzung: Wenn die Restrukturierungsmaßnahmen erste Früchte tragen, könnte sich der Kurs der GEA-Aktie schnell erholen.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.