GEA Group: Optimismus ist noch fehl am Platz

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Neue Großaufträge konnten der GEA-Aktie zuletzt Auftrieb geben. Doch ein generelle Trendwende ist nicht in Sicht. (Foto: ET1972/Shutterstock)

Die politischen Unsicherheiten verbunden mit der Furcht eines wirtschaftlichen Abschwungs verderben derzeit die Stimmung an den Börsen. Zudem dauern die Gewinnwarnungen einzelner Unternehmen weiter an. Da ist es schon etwas Besonderes, wenn es Erfolgsmeldungen zur Veröffentlichung gibt – so wie von der GEA Group. Ich habe jedoch Zweifel, dass diese für eine nachhaltige Trendwende bei der Kursentwicklung sorgen können.

Neue Großaufträge versüßen schwaches erstes Halbjahr

Es sah lange Zeit nicht so gut aus für die GEA Group. Ein schwaches Halbjahr wurde an den Wertpapiermärkten mit Kursabschlägen quittiert. Doch jetzt gibt es wieder Meldungen, die aufhorchen lassen.

Gerade zu Beginn des dritten Jahresviertels konnte der Konzern mehrere Großaufträge vermelden. Hierzu zählen 3 Projekte aus dem Milchverarbeitungs- und Pharmabereich mit jeweils einem Volumen zwischen 10 und 30 Mio. Euro. Gerade das sind die Meldungen, die für Zuversicht sorgen – und nach den Enttäuschungen der vergangenen Wochen auf Besserung hoffen lassen.

Besserung im 3. Quartal?

Für das laufende Quartal sind die Voraussetzungen wieder besser. Der Grund: Zuletzt hatte der Auftragseingang im stärker schwankenden Projektgeschäft noch geschwächelt, weil Kunden der GEA ihre Aufträge nach hinten verschoben haben. Diese dürften sich jetzt im aktuellen Quartal bereits mit einem Gesamtvolumen von rund 50 Mio. Euro positiv auswirken.

Das Unternehmen

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Die GEA Group ist ein um 2 Geschäftsfelder organisierter Technologie- und Industriekonzern. Dabei umfasst das erste Geschäftsfeld Engineering von Produktionsprozessen rund die Hälfte des Umsatzes. Hierzu gehören Entwicklung von Technologien und Ausstattung zur Herstellung von Lebensmitteln, Pharmaprodukten, chemischen und petrochemischen Produkten und zur Energiegewinnung.

Zum anderen Bereich gehören die Produktion von individuell angefertigten Kühl-, Heizungs-, Belüftungs- und Luftaufbereitungssystemen: Dazu zählen spezielle Systeme für die Lebensmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie. Abgerundet wird das Angebot von der Entwicklung und Produktion von beispielsweise Wärmeaustauscher, Kühlsysteme, Ventile und Pumpen, die hauptsächlich zum Melken und Füttern von Kühen, Abscheider usw. eingesetzt werden.

Verhaltene Kursentwicklung 2019 dürfte anhalten

Die Kursentwicklung der GEA Group-Aktie in diesem Jahr lässt bisher noch so einige Wünsche offen. Der aktuelle Kurs liegt minimal über dem Niveau zum Jahresanfang – nach enttäuschenden Vorjahren.

Mit einem prognostiziertem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 20 ist die Aktie zwar relativ günstig bewertet. Allerdings scheint die recht volatile Entwicklung des Projektgeschäfts offenbar einige Anleger von einem Einstieg abzuschrecken.

Dem schließe ich mich an. Trotz der positiven Nachrichtenlage drängt sich hier aus meiner Sicht ein Einstieg in die Aktie aktuell nicht gerade auf. Dazu müsste die GEA Group erstmal zeigen, dass sie in der Lage ist, nachhaltiges Wachstum zu generieren. Dies sehe ich derzeit noch nicht.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.