GEA hat eigene Aktien zurückgekauft: Aktionäre profitieren

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Erfahren Sie jetzt, warum Sie als Aktionär profitieren, wenn ein Unternehmen, an dem Sie beteiligt sind, eigene Aktien kauft und vernichtet. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Aktie des im MDax notierten Industriekonzerns GEA steht seit Monaten an der Börse unter Druck. Dabei gibt es vieles, was mittelfristig für die Aktie spricht. Unter anderem die Tatsache, dass die beiden Star-Investoren Albert Frere und Paul Singer die jüngste Kursschwäche dazu genutzt haben, um ihren vorherigen GEA-Anteil von gut 3% auf jeweils über 5% aufzustocken.

Darüber hinaus spricht für GEA die Tatsache, dass der Gewinn und die Dividende demnächst auf weniger Aktien verteilt werden müssen. Warum: Ganz einfach: Das Unternehmen hat ein Aktienrückkaufprogramm durchgeführt und kürzlich beschlossen, die zurückgekauften Aktien aus dem Verkehr zu ziehen (also zu vernichten).

Insgesamt handelt es sich dabei um gut 12 Mio. Aktien, was einem Anteil von 6,24% der gesamten GEA-Aktien entspricht. Warum das für GEA-Aktionäre im Detail gut ist und warum Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen, lesen Sie jetzt. Darüber hinaus erfahren Sie, warum Aktienrückkäufe kein alleiniges Kaufargument für eine Aktie sein sollten.

Aktienrückkäufe: Gründe und Auswirkungen

Die drei häufigsten Gründe für Aktienrückkäufe sind folgende:

  • Das Unternehmen will zeigen, dass man die eigene Aktie für unterbewertet hält.
  • Das Unternehmen, das eigene Aktien zurückkauft, will damit die Aktionäre bei Laune halten, da es sich dabei gewissermaßen um eine zusätzliche Ausschüttung (neben den Dividenden) handelt.
  • Ein „reifes“ Unternehmen kann mit Aktienrückkäufen dafür sorgen, dass trotz Gewinnstagnation der Gewinn je Aktie steigt und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sinkt. So wird die Aktie wieder attraktiver.
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Nun zu den Folgen von Aktienrückkäufen: Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsensprache sagt man weniger brutal einzieht), hat das mehrere positive Wirkungen.

  • Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmensgewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss (selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie).
  • Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die Dividenden-Rendite.
  • Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.
  • Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

Achten Sie nicht nur auf Aktienrückkäufe

Aktienrückkäufe können sich also durchaus positiv auf den Aktienkurs auswirken und tun dies in sehr vielen Fällen auch, wie langfristig orientierte Studien zeigen. Dennoch sollte ein Aktienrückkauf-Programm für Sie als Anleger nicht als alleiniges Kaufargument für eine Aktie reichen.

Wählen Sie daher Aktien von Unternehmen aus, die den Spagat aus Aktienrückkäufen, Dividenden-Ausschüttungen, ausreichend Eigenkapital und Investitionen in neue Geschäftsfelder schaffen! Denn damit stehen Sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf der Gewinner-Seite.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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