GEA: MDax-Unternehmen legt Vorabzahlen vor

Der im MDax notierte Anlagenbauer GEA legt Vorabzahlen für 2017 vor und gibt einen ersten Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX konnte heute das Allzeithoch nicht verteidigen. Der starke Euro sorgte für Befürchtungen, dass speziell die Exportwerte im Jahresverlauf unter der starken Gemeinschaftswährung leiden könnten.

In diesen Tagen legen bereits einige deutsche Unternehmen vorläufige Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor. So hat gestern beispielsweise der im MDax notierte Anlagenbauer GEA Vorabzahlen für 2017 vorgelegt und einen ersten Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018 gegeben. Während es gestern in einer ersten Reaktion Kursverluste gab, legte die GEA-Aktie heute gegen den Trend kräftig zu.

Bevor ich Ihnen die jüngsten Zahlen und den Ausblick gleich im Detail vorstelle, möchte ich zunächst kurz auf das Unternehmen GEA eingehen. Zum Schluss erhalten Sie dann noch eine aktuelle Einschätzung zur GEA-Aktie.

GEA ist nach eigenen Angaben einer der größten System-Anbieter für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie sowie für ein breites Spektrum weiterer Branchen. Die international tätige Technologiefirma konzentriert sich auf Prozesstechnik und Komponenten für anspruchsvolle Produktions-Verfahren in unterschiedlichen Endmärkten.

GEA generiert etwa 70% der Umsätze aus der langfristig wachsenden Nahrungsmittel- und Getränke-Industrie. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 17.000 Mitarbeiter und zählt in seinen Geschäftsfeldern zu den Markt- und Technologieführern.

Vorabzahlen für 2017 in der Übersicht

Auf Basis vorläufiger Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 und ohne Übernahme-Effekte aus dem vergangenen Jahr geht GEA davon aus, dass sich der Auftragseingang mit rund 4,75 Mrd. Euro leicht über dem Vorjahresniveau von 4,67 Mrd. Euro bewegt. Der Umsatz legte um knapp 2% von 4,49 auf ca. 4,58 Mrd. Euro zu.

Die Belastung aus Veränderungen der Wechselkurse vom 1. auf das 2. Halbjahr beläuft sich nach Unternehmensangaben sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), bei dem sich die entsprechende Belastung aus Währungseinflüssen im 2. Halbjahr auf etwa 5 Mio. Euro beziffern lässt, wurde voraussichtlich ein Wert von 565 Mio. Euro erreicht (nach 566 Mio. Euro im Vorjahr).

Das EBITDA beinhaltet auch die im Juli 2017 veröffentlichten Zusatzkosten für Abfüllanlagen in Höhe von etwa 20 Mio. Euro. Hierbei handelt es sich um einen negativen Sondereffekt. Für das laufende Geschäftsjahr wird von keinen weiteren Belastungen aus diesen Anlagen ausgegangen.

Erster Ausblick 2018

Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet GEA auf Basis der Wechselkurse vom 31. Dezember 2017 nach erster Einschätzung einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Dazu kommt ein Umsatzbeitrag in Höhe von rund 190 Mio. Euro aus seit Anfang 2017 bis heute getätigten Übernahmen.

Das operative EBITDA wird nach erster Einschätzung und ebenfalls auf Basis der Wechselkurse vom 31. Dezember 2017 und inklusive der angesprochenen Übernahmen zwischen 590 und 640 Mio. Euro liegen.

Spannend ist, dass bei GEA mit der amerikanischen Hedgefonds-Legende Paul Singer und dem als „europäischer Warren Buffett“ geltenden Albert Frere in jüngerer Vergangenheit zwei sehr namhafte Investoren eingestiegen sind. Diese Investoren sehen noch viel Potenzial bei GEA. Aus meiner Sicht ist die GEA-Aktie daher auf Sicht von 2 bis 3 Jahren trotz „nur“ solider Zahlen eine interessante Position.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.