Geberit und STEICO werden nach der Corona-Krise wieder durchstarten

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Das Ende der Corona-Krise wird auf jeden Fall kommen, Geberit und STEICO sollten daraus gestärkt hervorgehen. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Geberit hat 2019 seine Profitabilität weiter verbessert. Die Integration von Sanitec ist abgeschlossen und verursachte keine Kosten mehr. Bei einem Umsatz auf Vorjahresniveau erreichte die operative Marge vor Abschreibungen (EBITDA) einen neuen Rekordwert von 29,3%.

Der Gewinn stieg um 8,3% und der Cashflow um 11,6%. Profitiert hat Geberit von niedrigeren Kosten für Rohmaterialien, einem besseren Produktmix, Preiserhöhungen, Effizienzsteigerungen sowie strikter Kostendisziplin. Gebremst wurde die Geschäftsentwicklung von der Frankenstärke.

Geberit macht auch bilanziell Fortschritte

Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 51%, und die Nettoschulden sind um 26,3% auf 409 Mio. SFr gesunken. Vor dem Hintergrund dieser finanziellen Stärke soll die Dividende um 4,6% angehoben werden. Gleichzeitig kündigte das Management ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 500 Mio SFr an. Im laufenden Jahr rechnet der Konzern mit einer nach wie vor robusten Baukonjunktur in den europäischen Kernmärkten. Entsprechend sollen 30 Mio. SFr in die Erweiterung der Produktionskapazitäten investiert werden. Zudem ist in allen 3 Sparten die Einführung neuer Produkte geplant.

Wegen Corona-Virus kein konkreter Ausblick

Angesichts der Unsicherheiten durch das Corona-Virus hat Geberit aber keine konkreten Ziele genannt. Mittelfristig strebt der Konzern unverändert ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 4 bis 6% sowie eine EBITDA-Marge von 28 bis 30% an. Ein Dauerproblem sind die limitierten Installationskapazitäten im Hauptabsatzmarkt Deutschland.

Unternehmensporträt

Geberit wurde 1874 gegründet und ist heute in Europa Marktführer in der Sanitärtechnik. Der Konzern ist in 41 Ländern vertreten. Das Produktangebot umfasst Sanitärsysteme wie Spülkästen, Armaturen und Apparateanschlüsse sowie Rohrleitungssysteme zur Hausentwässerung und -versorgung.

STEICO blickt auf das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte zurück

Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz um 11,5% und der Vorsteuergewinn um 35% auf 31,4 Mio. €. Die operative Marge verbesserte sich von 9,8 auf 11,6%. Der komplette Jahresbericht wird im April veröffentlicht. 2020 soll es weiter aufwärts gehen. Die Konjunktur hat sich zwar abgeschwächt, der Holzbau-Sektor kann sich aber nicht beklagen.

STEICO hat auch genügend Kapazitäten, um die Auftragsflut zu bewältigen. Andererseits ist die Bautätigkeit in Frankreich zum Erliegen gekommen, zudem gibt es in der Logistik große Probleme. Die bisherigen Jahresziele, ein Umsatzwachstum von mehr als 10% und eine operative Marge von rund 10%, hält das Management daher nicht mehr für erreichbar. Daran können weder Preiserhöhungen noch verbesserte Profitabilität durch effizientere Produktion etwas ändern. Ein Risiko bleibt auch der Brexit. Der Umsatzanteil Großbritanniens beträgt 12%. Langfristig sind die Aussichten aber gut. Europaweit steigt die Nachfrage nach energieeffizienter Bauweise.

Holzbauten werden immer beliebter, davon profitiert das Unternehmen

Von diesen Trends sollte STEICO überproportional profitieren. In Deutschland dürfte sich daneben das Klimapaket der Bundesregierung als Wachstumstreiber für die Bauwirtschaft erweisen. Höhere Stromkosten belasten den Konzern kaum, denn bei der Produktion werden immer weniger fossile Energieträger eingesetzt. In Polen wird die Stromversorgung bereits von einem eigenen Biomassekraftwerk gedeckt. Die Abhängigkeit von teuren CO2-Zertifikaten wird daher immer geringer.

Unternehmensporträt

Die STEICO SE produziert und vertreibt Bauprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen. Im Segment Holzfaser-Dämmstoffe ist STEICO Marktführer in Europa. Die Produkte finden beim Neubau und bei der Sanierung von Dach, Wand, Decke, Boden und Fassade Verwendung. STEICO ist Systemanbieter für den ökologischen Hausbau und bietet als einziger Hersteller ein Holzbausystem an, bei dem sich Dämmstoffe und konstruktive Bauelemente ergänzen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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