Gebührenfallen beim Aktienkauf. Das ist zu beachten

Gebühren und überflüssige Kosten sind Gift für Ihre Rendite. Erfahrene Anleger wissen das und steuern frühzeitig gegen. In diesem Beitrag zeigt Ihnen der „Geldanlage-Berater“, auf welche Punkte Sie besonders achten sollten. So sparen Sie Geld und erhöhen Ihre Rendite.

Der einfachste und auch bekannteste Weg Kosten zu sparen, beginnt bei der Auswahl der richtigen Depotbank. Achten Sie jedoch nicht allein auf die Kosten für die einzelnen Transaktionen. Diese sind wichtig, genauso wichtig sind jedoch das Beschwerdemanagement der Bank und die Übersichtlichkeit der Ordermaske.

1. Achten Sie auf den Spread

Für immer mehr Aktien stellen die Kursmakler als sogenannte Market-Maker Liquidität zur Verfügung. Ihre Dienstleistung lassen sie sich mit dem Spread, der Differenz zwischen dem Geld- und dem Briefkurs bezahlen. Für Sie ist der Spread ein Kostenfaktor. Günstige Spreads steigern deshalb Ihre persönliche Rendite. Ein Vergleich der verschiedenen Börsenplätze lohnt sich daher.

2. Orientieren Sie sich am garantierten Volumen

Nicht nur vom Kursniveau auch von der Stückzahl muss Ihr Auftrag zur aktuellen Marktlage passen. Professionell agierende Anleger beziehen deshalb das vom Makler garantierte Volumen in ihre Ordergestaltung mit ein und erzielen durch eine geschickte Anpassung an die aktuelle Marktlage einen maximalen Verkaufserlös.

3. Legen Sie Zweifelsfälle der Handelsüberwachung vor

Gibt es Grund zur Klage, weil Ihr Auftrag falsch ausgeführt wurde, wenden Sie sich an die Handelsüberwachungen. Diese reagieren schnell und überprüfen sofort die vorgelegten Fälle.

Warum der Spread wichtiger ist als der Umsatz

Früher kam ein Börsengeschäft nur zustande, wenn Kaufund Verkaufsaufträge an der Börse aufeinandertrafen. Das führte dazu, dass gerade bei den weniger liquiden Nebenwerten oft stundenlang kein Handel zustandekam.

Dieser Mangel wurde inzwischen mit der Einführung der sogenannten Market-Maker (Börsenmakler) beseitigt. Diese kaufen oder verkaufen auf eigene Rechnung Wertpapiere und sorgen damit für die nötigen Umsätze.

Für Sie als Anleger bedeutet das: Sie müssen Ihren Auftrag nicht mehr zwangsläufig an den Börsenplatz mit dem höchsten Umsatz vergeben. Ihr Auftrag wird auch an weniger umsatzstarken Börsenplätzen sofort ausgeführt.

Einzige Voraussetzung: Er befindet sich innerhalb der jeweiligen Geld-Brief-Spannen.

Entscheidend für die Wahl des Börsenplatzes ist also nicht mehr der Umsatz, sondern der Spread, also die Differenz zwischen dem An- (Geld-) und dem Verkaufskurs (Briefkurs).

Sie kennen ihn vermutlich eher von Zertifikaten und Optionsscheinen als vom Kauf einer gewöhnlichen deutschen Standardaktie oder eines Nebenwerts.

Der Spread ist als Kostenfaktor für Sie immer ein Renditekiller. Deshalb sind Sie gut beraten, beim Kauf und Verkauf von Aktien auf die unterschiedlichen Spreads zu achten. Je nach Ordervolumen können Sie leicht 50 € sparen und so Ihre persönliche Performance deutlich erhöhen.

So werten Sie die Angaben zum Spread richtig aus

Überlassen Sie die Wahl des Handelsplatzes nicht Ihrem Banker und folgen Sie auch nicht unreflektiert der vorgegebenen Standardeinstellung bei einer Wertpapierorder über das Internet.

Bei den Standardaktien des DAX oder EuroStoxx 50 sind die Spread-Unterschiede zwischen den einzelnen Börsenplätzen relativ gering.

In der Regel werden fortlaufende Kurse gestellt, die innerhalb der einzelnen Börsen zumeist nicht stark voneinander abweichen.

Was Sie beim Kauf ausländischer Werte beachten sollten

Da Sie bei Käufen an deutschen Börsen zumeist nicht einem anderen Anleger gegenübertreten, sondern an den Makler verkaufen bzw. die Aktie von ihm kaufen, ist die Frage, ob der jeweilige Heimatmarkt der Aktie geöffnet ist, entscheidend.

Ist die Heimatbörse geöffnet, kann sich der Makler dort sofort eindecken. Er geht also kein großes Risiko ein, wenn er Ihnen einen bestimmten Kurs zusichert.

Fill or Kill – Eine interessante Option beim Handel an ausländischen Börsenplätzen

Beim Handel an ausländischen Börsen können Sie Ihre Order teilweise mit den Zusätzen „fill or kill“ bzw. „all or none“ versehen.

Ihr Auftrag wird dadurch nach dem „Alles-oder-nichts“-Prinzip behandelt und entweder vollständig in einem Stück oder gar nicht ausgeführt.

Sie vermeiden mit diesem Zusatz Teilausführungen, die gerade bei ausländischen Börsenplätzen besonders unangenehm sind, weil zusätzlich zu den Gebühren Ihrer Hausbank in der Regel noch umfangreiche fremde Spesen und Gebühren anfallen.

An den US-Börsen können Sie alle Aufträge unabhängig von der zeitlichen Gültigkeit mit dem „kill or fill“-Zusatz versehen. Im Xetra-Handel besteht diese Möglichkeit nur für tagesgültige Aufträge. Beachten Sie bitte: Nicht alle ausländischen Börsen bieten Ihnen diese Möglichkeit an.

So nutzen Sie Realtime-Kursdaten optimal

Früher waren Realtime-Kurse, also Echtzeitkurse ohne Zeitverzögerung, allein den Banken und professionellen Händlern vorbehalten. Inzwischen haben Sie auch als Privatanleger einen leichten Zugang zu Echtzeitkursen.

Sie können sich beispielsweise über den Internetauftritt der Stuttgarter Börse  als Benutzer registrieren lassen und ein Musterdepot führen, in dem Sie die aktuellen Kurse, die an der Stuttgarter Wertpapierbörse gestellt werden, jederzeit einsehen können.

Beachten Sie die Stückzahlen

Die Realtime-Daten liefern Ihnen nicht nur die jeweiligen Kurse, sondern auch die Stückzahlen, die zu diesen Kursen nachgefragt oder angeboten werden. Geld- und Briefkurs sollten in der Regel nur gering von einander abweichen und mit etwa gleich hohen Volumina hinterlegt sein.

Der Geldkurs gibt Ihnen den höchsten Preis an, zu dem derzeit jemand die Aktie erwerben möchte. Hinter dem Geldkurs finden Sie eine Stückzahl.

Lautet die Angabe beispielsweise 4,30 € 200 Stück, dann besteht für maximal 200 Aktien ein Kaufinteresse bis zu einem Maximalpreis von 4,30 €.

Möchten Sie jedoch mehr als 200 Aktien verkaufen, mahnt diese Angabe zur Vorsicht.

Zwei Varianten sind möglich: Die ersten 200 Aktien werden sofort zu einem Kurs von 4,30 € verkauft, die restlichen Aktien später – möglicherweise sogar gar nicht mehr, weil sich kein Käufer findet, der zu diesem Preis die Aktien übernehmen will. Bei einem limitierten Auftrag müssen Sie also in jedem Fall mit einer Teilausführung rechnen.

Die 2. Variante betrifft den unlimitierten, also als „bestens“ freigegebenen Verkauf. Steht hinter der Kurstaxe das Angebot des Maklers und übersteigt Ihr Auftrag das angegebene Volumen, so ist der Makler nicht verpflichtet, Ihren Verkauf zu den angegebenen Konditionen durchzuführen.

Dementsprechend laufen Sie Gefahr, dass Ihr Auftrag über 500 Stück zwar sofort und in einem Zug ausgeführt wird, jedoch nicht zu einem Kurs von 4,30 €, sondern nur zu 4,20 € oder gar zu 4,10 € je nach Marktlage. Sie erlösen also 50 oder gar 100 € weniger als zunächst erwartet.

So verkaufen Sie auch in schwierigen Situationen mit maximalem Gewinn

Möchten Sie also mehr Aktien verkaufen als auf der Geldseite nachgefragt werden, stehen Sie vor einem Dilemma: Sie können den Auftrag limitieren.

In diesem Fall riskieren Sie, dass es zu Teilausführungen kommt und Sie möglicherweise auf einem Teil Ihrer Position sitzen bleiben. Verkaufen Sie unlimitiert, müssen Sie mit schwächeren Kursen rechnen.

Eine Faustregel hilft Ihnen hier weiter: Ist Eile geboten und ein schneller Verkauf der Position gewünscht, zum Beispiel weil der Markt in eine Schwächephase übergeht, verkaufen Sie lieber ganz ohne Limit oder mit einem Limit, das leicht unterhalb der gestellten Geldkurse liegt.

Drängt die Zeit jedoch nicht und ist die Nachfragesituation relativ konstant, dann spricht nichts dagegen, den Auftrag auf dem aktuellen Geldniveau oder leicht höher zu limitieren und abzuwarten, bis der Auftrag ausgeführt wird.

Vorsicht bei unterschiedlichen Stückzahlen

Sie können nicht erkennen, ob Sie an den Makler oder einen anderen Anleger verkaufen werden. Vorsichtig sollten Sie jedoch werden, wenn auf der Geld- und Briefseite 2 extrem voneinander abweichende Stückzahlen geboten werden.

Stellt nur der Makler die aktuellen Kurse, sind die Stückzahlen sehr oft identisch. Große Abweichungen deuten jedoch darauf hin, dass noch andere Aufträge im Markt liegen und vom Makler berücksichtigt werden müssen.

Achten Sie auf die Premiumsegmente der deutschen Regionalbörsen

In den vergangenen 10 Jahren haben die deutschen Regionalbörsen viel Handelsvolumen an die Deutsche Börse in Frankfurt verloren. Besonders institutionelle Anleger wickeln einen Großteil ihrer Aufträge nur noch über Frankfurt ab.

Die Regionalbörsen haben auf diese Entwicklung mit der Einführung von Premiumsegmenten reagiert, die sich in erster Linie an Privatanleger richten.

Die Börse in Hamburg hat sich zur führenden Fondsbörse entwickelt, München und Stuttgart setzen verstärkt auf den Handel mit Anleihen, Optionen (Euwax) und marktengen deutschen und internationalen Nebenwerten.

München, Stuttgart, Hannover, Hamburg: Bestausführung als Prinzip

Die Börse München garantiert Ihnen in ihrem Handelsegment MAX-ONE nicht nur die sofortige Preisfeststellung, sondern durch das Bestausführungsprinzip auch zu jedem Zeitpunkt in allen Werten Preise, die mindestens dem des Referenzmarktes entsprechen.

Auch wenn die Börsen in Hamburg, Hannover und Stuttgart das Best-Price-Prinzip nicht so aggressiv kommunizieren wie die Börse München: Einen entsprechenden Service erhalten Sie auch hier.

Wichtig für Sie: Gerade bei weniger liquiden Werten wird durch die als Market-Maker fungierenden Makler eine ausreichende Liquidität und eine vollständige Ausführung sichergestellt. Sie vermeiden dadurch die besonders renditeschädlichen Teilausführungen.

Bei internationalen Werten gelten auch ausländische Börsenplätze wie New York oder Tokio als Referenzmärkte, sodass Sie sicher sein können, dass sich die Preisfeststellung immer am liquidesten Markt orientieren wird.

Die Ausführung Ihrer Order zu akzeptablen Konditionen ist damit auch während des umsatzschwachen Abendhandels (17.30–20.00 Uhr) gewährleistet.

Börse Stuttgart: Umfassender Anlegerschutz als Programm

Die Börse Stuttgart bietet außerdem eine Reihe von Spezialsegmenten für verschiedene Anlageformen. Besonders interessant für Sie sind das Mittelstandssegment Gate-M, der Anleihemarkt Bond-X und der Auslandsmarkt 4x.

Die Segmente zielen darauf, den täglichen Börsenhandel transparenter zu gestalten und insbesondere die privaten Anleger durch günstige Spreads und gesicherte Handelsvolumina vor unangenehmen Überraschungen zu bewahren.

In allen diesen Segmenten werden während der gesamten Öffnungszeit der Börse fortlaufend verbindliche Kurse gestellt. Die Spreads sind klar begrenzt und ein automatisches Überwachungssystem ermöglicht eine aktive Betreuung von Stop-Loss-Aufträgen.

Als Referenzmarkt wird bei ausländischen Aktien der Heimatmarkt herangezogen. Wirtschaftlich unsinnige Teilausführungen sind dem Makler untersagt. So sparen Sie schnell eine Menge Gebühren.

Wenden Sie sich bei Fehlern an die Handelsüberwachung

Trotz modernster Technik: Überall wo Menschen arbeiten, passieren Fehler, auch an der Börse. Da diese mitunter Ihr Geld kosten, sollten Sie bei Unregelmäßigkeiten, wie falsch ausgeführten Stoppkursen oder vielen Teilausführungen aktiv werden und der Handelsüberwachung den Fall zur Prüfung vorlegen.

Das gilt auch für die Fälle, in denen der Makler unmittelbar nach Eingang Ihres Auftrags den Kurs so verändert, dass Ihre Order nicht zur Ausführung kommt.

Bei ausgelösten Stopps sollten Sie ebenfalls überprüfen, ob der Auftrag zeitlich korrekt ausgeführt wurde. Gerade im Abendhandel kann es vorkommen, dass Stopps, die wenige Minuten vor Handelsende gerissen werden, nicht mehr zur Ausführung gelangen.

Eröffnet das betroffene Wertpapier am nächsten Morgen „gap down“, also mit einem deutlichen Kursabschlag, wird Ihr Stoppauftrag am nächsten Morgen zwar sofort ausgeführt, Sie erhalten aber möglicherweise einen deutlich schlechteren Kurs als Sie ihn am Abend zuvor erhalten hätten.

Eine Überprüfung der Kurse vom Vortag kostet Sie nicht viel Zeit, kann Ihnen aber leicht einige 100 Euros bringen, wenn Sie einen Fehler feststellen und den Fall der Handelsüberwachung zur Prüfung vorlegen.

Die Handelsüberwachungen der Börsen reagieren sehr schnell. Sie werden in der Regel schon nach wenigen Stunden zurückgerufen und über das Ergebnis der Prüfung informiert.

War Ihr Einwand berechtigt, werden auch bereits abgerechnete Aufträge nachträglich korrigiert bzw. rückabgewickelt, ohne dass Ihnen dadurch zusätzliche Kosten entstehen.

Checkliste: Gebühren sparen beim Wertpapierhandel

  • Limitieren Sie Ihre Kauf- und Verkaufsorder. Sie verhindern auf diese Weise, dass zufällige, eventuell nur kurzfristig auftretende Preisspitzen einen ungünstigen Einfluss auf Ihren Einstands- oder Verkaufskurs haben.

  • Lassen Sie Ihrem Auftrag Zeit. Gerade bei illiquiden Werten können leicht einige Tage vergehen, ehe ein scharf kalkulierter Kauf- oder Verkaufsauftrag zur Ausführung kommt. Wählen Sie deshalb keine tagesgültigen Limits, sondern lassen Sie Ihrem Auftrag Zeit bis zum Monatsultimo.

  • Achten Sie auf die Geld-Brief-Spanne und die von den Maklern garantierten Stückzahlen. Entdecken Sie durch stark voneinander abweichende Stückzahlen größere Aufträge, passen Sie Ihre Limits entsprechend an, um mit den Großaufträgen nicht in Konflikt zu kommen.

  • Versehen Sie Ihre Aufträge für ausländische Börsenplätze nach Möglichkeit mit dem „fill or kill“-Zusatz, um Teilausführungen zu vermeiden.

  • Greifen Sie so oft wie möglich auf echte Realtimekurse zurück. Nutzen Sie dazu z. B. die Internetauftritte der Stuttgarter oder Münchener Börse.

  • Scheuen Sie sich im Zweifelsfall nicht, Ihren Auftrag der Börsen- bzw. Handelsaufsicht zur Prüfung vorzulegen, wenn Sie der Meinung sind, dass er fehlerhaft ausgeführt wurde.


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4. Juni 2007

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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