Gefährlich für beide Seiten

Mit einem zwischenzeitlichen Stand von 12.996,64 Punkten erzielte der DAX-Index vorgestern einen neuen Allzeit-Höchststand.

Doch die magische Marke von 13.000 Punkten bleibt weiterhin unerreicht, auch intraday wurde sie nicht gestreift.

Auf der anderen Seite ist bisher aber auch kein Abgabedruck zu erkennen.

Wer dachte, der DAX-Index würde nach der fulminanten Rally bei Erreichen der 13.000 Punkte auf dem Absatz kehrtmachen und eine Korrektur-Bewegung starten, sah sich ebenso getäuscht.

Bislang zumindest…

Für beide Seiten bleibt es von Interesse, wie groß das Potenzial ist und wo die jeweiligen Ziele liegen.

Dies analysieren wir zunächst im kurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 111017 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

DAX-Index hangelt sich knapp unterhalb der 13.000er-Marke entlang

Es war schon zu erwarten, dass der DAX-Index nicht im Wahnsinns-Tempo der vergangenen Woche weiter nach oben klettern und die 13.000 Punkte ohne Widerstand überwinden kann.

Aber er schlägt sich sehr gut bisher. Denn von größerer Korrektur-Neigung ist nichts zu spüren.

Der Index hangelt sich in einem vergleichsweise schmalen Band seitwärts knapp unterhalb der 13.000er-Marke entlang (grüne, schraffierte Zone).

Fakt ist, wenn eine der beiden Begrenzungen des Seitwärts-Bandes verletzt wird, kann eine größere Bewegung in die Bruchrichtung ausgelöst werden.

Nach oben ist hier im Kurzfrist-Chartbild kein Ziel auszumachen, das wird erst im 10-Jahres-Chartbild weiter unten in diesem Bericht definierbar.

Nach unten allerdings besteht an der 12.625 Punkte-Marke eine gute Unterstützung (rote Horizontal-Linie).

Hier sollten Sie auch Ihre Stoppmarken setzen, wenn Sie im DAX investiert sind!

Blicken wir in das mittelfristige 1-Jahres-Chartbild des DAX-Index:

DAX 111017 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

13.000: Nur noch eine Zeitfrage?

Nach Beendigung der von Mitte Juni – Ende August andauernden Sommer-Korrektur (roter Trendkanal) raste der Index sehr dynamisch in Richtung Norden.

Nur kurzzeitig unterbrochen durch eine 2-wöchige Schiebezone konnte der Index bis kurz über das alte Allzeithoch klettern.

Sie erkennen auch die Unterstützungszone zwischen 12.500 und 12.625 Punkten, die der ehemaligen Schiebezone entspricht (grüne Zone).

Die 12.625er-Marke ist Ihnen ja bereits aus dem Kurzfrist-Chart ein Begriff.

Ein Pullback (Rücksetzer nach einem steilen Anstieg) bis an diese Zone ist jederzeit denkbar.

Nach oben lassen sich aber auch aus diesem mittelfristigen 1-Jahres-Chart keine weiteren Ziele ablesen.

Das einzige, was gesagt werden kann: Historisch betrachtet wäre rein charttechnisch ein Überwinden des Allzeithochs als sehr positiv einzustufen.

Dazu muss der Index dieses Hoch aber signifikant überwinden. Ein kurzer Intraday-Hüpfer reicht dafür nicht aus.

Schafft es der Index aber, dann besteht durchaus beträchtliches Folgepotenzial.

Wie weit der DAX-Index steigen kann, wird aus dem langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index ersichtlich:

DAX 111017 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Bei positivem Szenario sind zunächst 13.750 Punkte drin

Im 10-Jahres-Chartbild bleibt der langfristige Trend (dunkelblauer Trendkanal) übergeordnet und völlig intakt.

Die obere Begrenzung rückt nun mehr und mehr in den Fokus, sie liegt aktuell bei etwa 13.750 Punkten.

Der grüne Trendkanal stellt den mittelfristigen Aufwärtstrend seit Mitte vergangenen Jahres dar.

Dieser recht steile mittelfristige Aufwärtstrend wurde in den vergangenen Wochen an seiner unteren Begrenzung auf die Probe gestellt.

Mit dem jüngsten Anstieg ist dieser Test tatsächlich gelungen.

Sollte es dem DAX-Index aber auch gelingen, das alte Hoch signifikant herauszunehmen (obere rote Horizontale, knapp unter 13.000 Punkten), dann wäre der Weg zunächst frei bis zur oberen Begrenzung des blauen Trendkanals.

Das bedeutet im Klartext: Bei signifikanter Überwindung der 13.000 besteht Potenzial bis 13.750 Punkte.

Fazit

Ich erwarte noch ein paar Tage Luftholen, dann wird es spannend. Entweder erleben wir ein Pullback bis zur 12.625 Punkte oder neue Allzeithochs jenseits der 13.000 Punkte.

13.750 Punkte als Jahresziel sind dann durchaus nicht utopisch.

Die Risiko-Betrachtung: Der Index sollte nicht unter die 12.500er-Marke fallen.


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11. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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