Gefährlicher Trend: Weltweite Goldproduktion rückläufig

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Trotz hoher Investitionen in neue Minen sinkt die weltweite Goldproduktion. Dieser Trend ist gefährlich für das Angebot. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Erst gestern bin ich an dieser Stelle auf die Schwierigkeiten bei der Goldproduktion eingegangen. Heute möchte ich Ihnen das noch einmal anhand der aktuellen weltweiten Produktionszahlen verdeutlichen. Einmal im Jahr wird der GFMS Gold Survey veröffentlicht und darin gibt es detaillierte Angaben zur weltweiten Goldproduktion – einmal mehr mit wirklich interessanten Ergebnissen.

Erst einmal ist ein Trend ganz wichtig: Wie schon gestern an dieser Stelle erwähnt, geht es mit der globalen Goldproduktion nach unten: 2017 lag der Gesamtwert bei 3.247 Tonnen und damit 5 Tonnen unter dem Vorjahreswert. Dies war im Übrigen der erste Rückgang der globalen Goldproduktion seit 2008. Laut GFMS gibt es gleich verschiedene Gründe für den Rückgang: So sorgen immer stärkere Umweltauflagen, Produktionsrückgänge durch die illegale Förderung und auch steigende Kosten für diesen klaren Rückgang.

Und bei dieser Ausgangslage stellt sich schon die Frage: Haben wir „Peak Gold“ jetzt schon gesehen? Mit dem Begriff „Peak Gold“ wird der Höhepunkt der globalen Goldproduktion beziffert, nach dem es nur noch nach unten geht mit den Produktionszahlen. Ob das tatsächlich schon passiert ist, werden erst die Produktionszahlen der nächsten Jahre zeigen.

Aber eins muss Ihnen klar sein: Damit nur die aktuelle Produktion gehalten werden kann, muss für jede geförderte Unze auch eine Unze als Reserve vorhanden sein. Und genau das ist der Knackpunkt bei vielen großen Minen.

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Das Beispiel Südafrika zeigt, wie gefährlich eine stark sinkende Goldproduktion ist

Wie massiv der Produktionsrückgang in einzelnen Ländern ausfallen kann, zeigt das Beispiel Südafrika sehr deutlich. 1970 war das Land mit rund 1.000 Tonnen Gold pro Jahr die Top-Goldnation auf der Welt. Seitdem ging es stetig bergab. Heute rangiert Südafrika mit annähernd 140 Tonnen Gold pro Jahr noch auf Platz 8 der Liste – Tendenz weiter fallend.

Und vor diesem Schicksal stehen auch andere Länder, in denen schon viele ältere Minen in Betrieb sind und in denen auch wenige neue Minen in Produktion gebracht werden. Hierzu gehört beispielsweise auch Indonesien. Zuletzt lag das Land auf Platz sieben der globalen Hitliste der Goldproduzenten – aber 2017 sank die Produktion dort um fast 12% auf jetzt noch etwas mehr als 154 Tonnen. Die Regierung steuert nun aktiv dagegen und hat Steuererleichterungen für ausländische Investoren auf den Weg gebracht, die die Investitionstätigkeit für neue Projekte wieder anschieben soll.

An diesen Zahlen wird Ihnen deutlich, vor welchen großen Herausforderungen viele Minenunternehmen in den großen Produktionsländern stehen. Dennoch bleiben gerade die Edelmetalle eine sehr spannende Anlageklasse und ich werde Sie hier weiterhin über lukrative Chancen auf dem Laufenden halten.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.