Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Damit müssen Investoren 2018 rechnen

Welche Gefahren zeichnen sich im neuen Jahr auf dem Markt der Immobilieninvestments ab? Diese drei Risikoquellen sollten Sie einkalkulieren. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Prognosen sind schwierig. Speziell, wenn sie die Zukunft betreffen. Das ist beim Immobilienmarkt nicht anders.

Also …

Ich kann NICHT in die Zukunft sehen. Aber …

… mir fallen Indikatoren auf, die Sie als aktiver oder künftiger Immobilieninvestor nicht ausblenden sollten. Zum Jahresausklang will ich Sie auf diese Anzeichen hinweisen.

Ob Sie meine Fingerzeige nutzen und in welcher Form – das überlasse ich Ihnen. Denn die Verantwortung für Ihr Handeln kann Ihnen kein Mensch abnehmen.

Fangen wir an.

Mit Blick auf die Situation am Immobilienmarkt wird in manchen Kommentaren bereits von einer »Blase« gesprochen. Ups! Klingt gefährlich, oder?

Ja, selbst Menschen, die eine weniger dramatische Ausdrucksweise pflegen, reiben sich verwundert die Augen: Wie lange hält diese Boomphase noch an?

Deshalb mein Hinweis auf …

Gefahrenherd Nr. 1: die sich selbst erfüllende Crash-Prophezeiung

Eine wachsende Zahl von Immobilienmarktteilnehmern traut dem lukrativen Braten nicht oder nicht länger. Die Renditekurven können doch nicht ewig nach oben gehen, oder? Irgendwann muss es doch knallen? Muss! Muss! Muss!

Und wie schon im Talmud steht: Aus Gedanken werden Worte, aus Worten werden Taten, und aus Taten werden Ergebnisse.

Nie war die Gefahr so hoch, dass 2018 allein die Erwartung eines Crashs genau zu diesem Crash führt. Notfalls konstruieren die Skeptiker einen »Schwarzen Schwan«, ein Ereignis also, das noch niemand auf der Rechnung hat und sich als folgenschwer für Konjunktur und Markt erweist. Was kein Kunststück ist, denn die Krisen auf der Erde sind ja nicht weniger geworden. Ich sage nur: Nordkorea.

Apropos »weniger«: Dieses Stichwort führt mich zu …

Gefahrenherd Nr. 2: Kapitalmangel bei mietwilligen Unternehmen

Die Renditeerwartungen speziell bei Büroimmobilien in Großstädten verdienen das Prädikat »traumhaft«, ohne jeden Zweifel.

Ohne jeden Zweifel nimmt aber auch die Zahl derjenigen Unternehmen zu, die sich die entsprechend horrenden Mieten einfach nicht mehr leisten können. Diese Entwicklung ist Fakt.

Als Investor bleibt ihnen 2018 immer öfter nur die Wahl, ein teuer erworbenes City-Büroobjekt zu vergleichsweise niedrigen Mieten anzubieten, damit Sie überhaupt noch Mieter finden. Oder aber Sie gehen bewusst das Risiko eines überdurchschnittlich hohen und langen Leerstands ein.

Eine dritte Gefahr droht dem Immobilienmarkt 2018 von einem alten Bekannten …

Gefahrenherd Nr. 3: Amazon

Viele Einzelhändler werden 2018 keine teuren Verkaufsflächen mehr benötigen – bedauernswerterweise, denn sie gehen pleite. Dahingerafft von der Onlinekonkurrenz, die in so gut wie allen Fällen einen wohlbekannten Namen trägt: Amazon.

Haben Sie mal darauf geachtet, wie immens viele Menschen heutzutage bereits ihre Weihnachtsgeschenke bei Amazon bestellen, um sich den Einkaufsstress in der Innenstadt zu ersparen? Dann werden Sie mir in meiner Erwartung zustimmen, dass der wirtschaftliche Sensenmann im Einzelhandel reiche Ernte einfahren wird.

Konsequenz: Viele Ladenflächen werden überflüssig. Ebenso läutet die Totenglocke für die gigantischen Einkaufszentren klassischen Formats. Kalkulieren Sie diese Entwicklung bei Ihren Investments ein, denn sie dürfte 2018 spürbar werden.

Aber für jede Tür, die geschlossen wird, geht eine andere auf. 2018 werde ich für Sie Ausschau nach »neu geöffneten Türen« halten. Bleiben Sie mir also treu!

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Von: Paul Misar. Über den Autor

Paul Misar, Entrepreneur mit aktuell 11 Firmen (einigen davon im Immobilienbereich), Bestseller-Autor, Speaker of the Year 2013 und gefragter Experte auf dem Gebieten“ finanzielle Freiheit“ und  Immobilien.