Gefahr: Kritische Wochenkerze im DAX

Beinahe hat der DAX die letzte Woche mit einem sogenannten „Gravestone Doji“ abgeschlossen.

Das ist im Chart eine Kerze mit einem winzigen Körper unten und oben einem sehr langem Docht.

Solch ein Doji kündigt mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Abverkauf an.

Der DAX hat dieses deutliche Warnsignal glücklicherweise nicht vollständig ausgebaut – nichtsdestotrotz zeigt die Vorwoche damit alles andere als Stärke.

DAX – wohin geht die Reise?

Auf Wochenbasis befindet sich beispielsweise die Stochastik – bei den technischen Indikatoren – immer noch im überkauften Bereich.

Die Tendenz ist fallend. Dies liefert früher oder später ein Verkaufs-Signal. Ein Durchatmen im DAX wieder somit immer wahrscheinlicher.

Denn auch die obere Begrenzung bei 12.000 Punkten wurde nur intraday geknackt und konnte nicht nachhaltig durchbrochen werden – ein weiteres Zeichen für Schwäche.

Die Frage ist somit: Wenn die Reise des DAX vermutlich bald nach unten geht, wo könnte sie wieder nach oben drehen?

Wichtige Unterstützungen sind aktuell der Bereich um 11.435 Punkte. Bis dahin könnte der DAX zumindest einmal knapp 400 Punkte abbauen.

Damit wäre schon etwas Luft aus der überkauften Situation, aber es ist unwahrscheinlich, dass dies reicht.

Das alles gilt natürlich nur unter dem Vorzeichen, dass der DAX kurzfristig auf Tauchfahrt geht.

Werfen wir noch einen Blick auf gern verwendete Durchschnitts-Linien. Die EMA 50 (Exponential Moving Average) im Wochenchart liegt aktuell bei 10.863 Punkten.

Das sind knapp 1.000 Punkte Differenz. Im Tageschart befindet sich die SMA 100 (Simple Moving Average) bei 11.181 Punkten, also knapp 300 Punkte über der EMA 50.

Der Vollständigkeit halber: Die SMA 200 verläuft derzeit bei 10.710 Punkten mit klarer Tendenz nach oben. Ende März könnte sie einen Wert von 10.900 Punkten erreichen.

Die Widerstände der länger laufenden Durchschnitts-Linien rücken somit immer näher zusammen. Schuld daran ist v. a. die „ewige“ Seitwärts-Phase von 2016.

Dort passierte zwischen August und Dezember effektiv nichts. Von einigen Schwankungen abgesehen, war der DAX am 5.12.17 auf demselben Stand wie am 9.8.17

Was den DAX jetzt noch retten kann

Eine lange weiße Kerze wäre der Idealfall für die Woche im DAX-Chart. Das würde Stärke signalisieren und die Kurse dabei sicherlich auch über die 12.000-Punkte-Marke heben.

Ein kleines Zeichen konnten die Bullen am Freitag zumindest setzen:

Die 20-Tages-Linie (SMA 20) wurde verteidigt und hält auch bisher. Sobald diese durchbrochen ist, sind die folgenden Tage spannend.

Falls die Bullen nicht schnell das Ruder herumreißen können, sollten sich Anleger vorerst auf fallende Kurse gefasst machen.

Das derzeitige Jahres-Tief liegt übrigens bei rund 11.390 Punkten. Auch das kann als guter Widerstand angesehen werden, sollten die Kurse bis dahin fallen.

Fazit

Unterm Strich darf der DAX jetzt durchaus ein wenig fallen, um danach mit voller Kraft die 12.000er-Marke zu knacken. Das wäre ein durchaus wahrscheinliches Szenario.

Alternativ kommen neue Impulse und wir starten in den März schon über 12.000. Das würde jedoch den Markt weiter überhitzen und daraus unter Umständen in einem viel größeren Abverkauf resultieren.

27. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt