Gefahren bei Währungen wie Euro und türkische Lira

Euro und Lira verlieren beide massiv an Wert. Der Euro steht kurz vor einer Unterstützung. Die Lira könnte Schützenhilfe bekommen. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Der Höhenflug des Euros ist vorbei. Im November 2017 startete die Rallye. Schnell konnten die Kurse von 1,16 auf 1,25 steigen. Doch nach einer Seitwärtsphase im Frühling ist damit jetzt Schluss. Wir befinden uns seit Wochen im freien Fall. Sind wir aber jetzt kurz vor der Landung?

Der Chart sagt: eventuell. Denn wir sind bald in einem Bereich angekommen, an dem die Kurse wieder nach oben drehen könnten. Das ist die Unterstützungszone aus dem November 2017. Unter 1,16 können die Kurse also durchaus noch fallen, noch sollte immerhin die Marke bei 1,155 halten. Wenn auch diese fällt, gäbe es Widerstände im Bereich ab 1,14 und 1,11.

Ein mögliches Szenario ist jetzt eine breite Seitwärtsphase in den kommenden Monaten. Das haben wir schon 2015 und 2016 erlebt. Hierbei würden die Kurse dann regelmäßig zwischen 1,16 und 1,25 pendeln, aber diese Zone erst einmal nicht mehr verlassen.

Spannend könnten die nächsten Tage werden, denn der Bankindex ist wieder einmal an einem kritischen Punkt angekommen. Fällt er unter die Unterstützung, müsste die EZB erneut eingreifen und das folgende Beben beruhigen. Darauf werden auch die Währungen reagieren. Vielleicht sorgt das ja für einen Schub nach oben und wir knacken sogar die 20-Tagelinie im obigen Chart.

Türkische Lira kurz vor Hyperinflation

Türkei-Urlaube werden immer billiger. Nicht nur, weil die Touristen weniger werden, auch der Euro ist hier immer mehr wert und das, obwohl er fällt. Seit Anfang des Jahres ist der EUR/TRY von 4,5 auf 5,5 gestiegen. Jetzt will die türkische Notenbank die Bremse ziehen.

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Der Chart zeigt deutlich, dass die letzten Tage sehr bewegend waren. Die Wirtschaft ist im türkischen Wahlkampf ein großes Thema und dazu zählt auch die Inflation, der Leitzins und eben die Wechselkurse.

Viele britische Langzeitgäste beklagen, wie die Preise in der Türkei fast jeden Tag angehoben werden, um die Inflation auszugleichen. Auch die Türken selber machen sich berechtigte Sorgen. Während der Präsident hinter den schlechten Kurse eine Verschwörung im Ausland sieht, will jetzt unter seiner Regie die Notenbank den Schalter umlegen.

Offiziell soll die Geldpolitik vereinfacht werden. Das klingt grundsätzlich nach einer guten Idee – zumindest besser als anders herum. Ab dem 1. Juni soll es nur noch einen Leitzinssatz geben. Bislang gab es viele. Dieser einwöchige Leitzinssatz wird dann der neue Schlüsselzinssatz.

Eine Vorlage dafür wurde auch schon gefunden: Der Spätausleihungssatz liegt aktuell bei 16,5 Prozent. Denselben Wert soll der neue Schlüsselzinssatz haben.

Ganz so einfach wird es dann aber doch nicht. Es sind zwei weitere Leitzinssätze geplant, die jeweils über und unter dem neuen Schlüsselzins liegen werden.

Die Reaktion auf die Kurse über 5,5 war auf jeden Fall eindeutig. Hier wurde eine Vollbremsung eingeleitet. Dass die Kurse jetzt plötzlich fallen, ist eher Wunschdenken seitens der Bevölkerung. Das Maximum was momentan erreicht werden kann, müsste eine Seitwärtsphase sein, grob im Bereich zwischen 4,9 und 5,5 – vermutlich aber enger.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.