Gegenwind für Agrarkonzern

Es gibt so Unternehmen, bei denen haben viele Anleger ein schlechtes Gefühl. Die Waffenschmiede Rheinmetall beispielsweise oder auch der Düngemittel- und Agrarkonzern Monsanto. In Deutschland steht Monsanto für Patente auf genetischen Code, für Pflanzenschutzmittel und Landwirte, die vom Saatgut eines Konzerns abhängig sind.

Abgebrühte Investoren könnten jetzt betonen, dass man moralische Bedenken beiseite legen soll und dass die Vorwürfe gegen Monsanto übertrieben seien. Doch der Gegenwind wird immer stärker.

Auch der Gesetzgeber ist alarmiert. Egal ob man das Geschäft von Monsanto als Investor jetzt wertneutral sieht oder nicht – das negative Image wird zunehmend zu einem Problem. Doch der Reihe nach.

Weltmarktführer mit Problemen

Monsanto ist ein international führendes Unternehmen für Agrarprodukte mit Sitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri.

Das Unternehmen wurde 1901 gegründet und ist heute einer der Weltmarktführer in der Entwicklung und Herstellung von Pflanzenschutzmitteln und mithilfe moderner Biotechnologie (gentechnisch) veränderten Saatguts. Monsantos Kernkompetenzen bei Agrarprodukten liegen im Bereich der Pflanzen Mais, Sojabohne, Raps und Baumwolle.

Gegenwind in Schwellenländern

Monsanto hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei der Umsetzung seiner Wachstumsstrategie weitere Erfolge erzielt. Dank der dynamischen Entwicklung des Soja- und Pflanzenschutzgeschäfts stieg der Umsatz um 6,7% auf 15,9 Mrd $.

Die entscheidenden Wachstumsimpulse kamen dabei aus den Schwellenländern. Auch im Saatgutgeschäft blieb Monsanto auf Wachstumskurs. Dabei konnten die Margen weiter ausgebaut und der Gewinn um 10,4% auf 2,7 Mrd $ gesteigert werden.

Trotz des weltweit steigenden Bedarfs an Grundnahrungsmitteln ist der Ausblick für 2015 eingetrübt. Die Preise für Mais und Soja befinden sich im freien Fall. Monsanto ist als weltgrößter Saatguthersteller direkt von dem Preisverfall betroffen. Auch beim Getreidepreis sieht es düster aus.

Das US-Landwirtschaftsministerium hat für das laufende Jahr sehr starke Ernten vorausgesagt. Zusätzlich stößt das genmanipulierte Saatgut zunehmend auf Ablehnung in der Bevölkerung.

In der EU und den USA wurden die Restriktionen für Agrochemikalien nochmals verschärft. Zugleich hat die Konkurrenz kräftig aufgerüstet. Der Spielraum für die Verkaufspreisgestaltung wird immer kleiner. Selbst in den Schwellenländern scheint die Marktmacht zu sinken.

Monsanto führt nicht in Versuchung

Im letzten Jahr hatte Monsanto durch seine gute Lobbyarbeit in Guatemala ein Gesetz durchsetzen können das die Bauern dazu verpflichtet, vor jeder Ernte neues Saatgut zu kaufen. Bei einem Verstoß drohten empfindliche Geld- und sogar Freiheitsstrafen.

Dieses Gesetz wurde jetzt wieder aufgehoben. Insgesamt erwarten wir aber sowieso nur eine durchschnittliche Kursentwicklung. Ein Spannungsfeld zwischen moralischen Bedenken und Rendite-Streben entsteht bei Monsanto nicht.

18. Februar 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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