Gegenwind für diesen Flugzeugbauer

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Boeing ist wie seine 737 Max am Boden. Doch es gibt auch Positives. Erfahren Sie in unserer Analyse mehr! (Foto: Maxene Huyiu / shutterstock.com)

Der Skandal um die 737max hat weite Wellen geschlagen und das Image des Flugzeugherstellers Boeing angekratzt. Hinzu kommen das größere Bewusstsein der Kunden für den Klimawandel und die Pandemie. Für Hersteller von Flugzeugen sieht es aus diesen Gründen nicht wirklich rosig aus. Doch oft täuscht das vordergründige Bild und Unternehmen haben trotz mieser Stimmung an den Märkten etwas zu bieten.

Ob das auch bei Boeing der Fall ist, erklären wir Ihnen in unserer Analyse. Zuvor gibt es jedoch einen kleinen Überblick zum Unternehmen. Boeing ist neben Airbus der weltweit größte Hersteller kommerzieller Flugzeuge. Daneben ist das Unternehmen in den Bereichen Raumfahrt und Verteidigung (Herstellung von Raketen- und Satellitensystemen, Militärflugzeugen und -helikoptern) tätig. Serviceleistungen für die zivile Luftfahrt runden das Angebot ab. Hauptabsatzmärkte sind die USA, Asien und Europa.

Katastrophenjahr für Boeing

Boeing hat 2019 ein richtiges Katastrophenjahr erlebt. Umsatz und Gewinn sind stark gefallen. Der Verkauf der Flugzeuge stagnierte und der Umsatz sank um knapp ein Viertel auf 77 Mrd $. Boeing musste einen Verlust von 636 Mio $ hinnehmen. Doch auch 2020 lässt für Boeing nichts Gutes erahnen. Nach dem 737-Max-Debakel folgt die Corona- Krise. Entsprechend waren auch die Zahlen des 1. Quartals 2020 schwach.

Der Umsatz brach um etwa ein Viertel auf knapp unter 17 Mrd $ ein, und der Verlust belief sich auf 1,11 $ je Aktie. Auch die Dividende wurde durch die Einflüsse der Corona-Krise gestrichen. Somit entgeht den Investoren eine Dividende von insgesamt 8,22 $ pro Aktie. Die Rückschläge bei Boeing sind langjähriger Natur. So hat Boeing angekündigt, die Produktion der Reihen 787 und 777 zu reduzieren. Die 787 wird von 14 Flugzeugen pro Monat vorerst auf 10 pro Monat im Jahr 2020 und letztendlich auf nur 7 pro Monat in 2022 reduziert.

Die Situation ist zumindest nicht völlig aussichtslos

Die 737 Max wird mittlerweile über ein Jahr von der FAA am Boden gehalten. Es ist noch nicht abzusehen, wann Boeing seine Flugzeuge wieder in Betrieb nehmen kann. Das Problem kann nicht, wie zu Anfang vermutet, durch ein Softwareupdate gelöst werden. Mittlerweile ist das ganze Flugkontrollsystem in Verdacht geraten. Im Vergleich zum 1. Quartal 2019 wurden anstatt 89 nur 5 Flugzeuge der Reihe 737 ausgeliefert.

Boeings einziger Lichtblick ist vorerst der noch abzuarbeitende Auftragsbestand von 5.000 Flugzeugen im Wert von etwa 438 Mrd $. Dies könnte, zumindest langfristig, für eine Erholung sorgen. Aufgrund dieser Situation ist das Unternehmen aus unserer Sicht nicht völlig aussichtslos. Der Gegenwind ist aber enorm. Daher gilt: Finger weg von dieser Aktie!   

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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