Geheimtipp aus Österreich: Andritz arbeitet sich wieder nach oben

Ein Geheimtipp aus Österreich bewegt sich still und leise wieder nach oben: die Andritz-Aktie ist einen näheren Blick wert. (Foto: meinikof / shutterstock.com)

Ein Geheimtipp aus Österreich bewegt sich still und leise wieder nach oben: in den vergangenen drei Wochen hat sich die Andritz-Aktie von ihrem Jahrestief bei 38,13 Euro stetig entfernt und schloss gestern bei 42,69 Euro – ein Plus von gut 12 Prozent.

Zum Vergleich: der österreichische Leitindex ATX verbesserte sich im selben Zeitraum um 9 Prozent, der deutsche Leitindex DAX gerade einmal um 7 Prozent.

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Comeback eines Geheimtipps

Zum einen hat der Druck durch Shortseller nachgelassen. Sie setzten in den Sommermonaten durch Leerverkäufe auf einen fallenden Andritz-Kurs, allein die britische AKO Capital meldete am 15. September eine Leerverkaufsposition von 0,64 Prozent an Andritz.

Die Konsequenz: Seit dem Allzeithoch im April 2015 verlor die Aktie bis Ende September über 33 Prozent an Wert.

Nachdem diese Talfahrt nun wohl ein Ende gefunden hat, sprechen vor allem die aktuelle Auftragslage und die Fundamental-Daten für Andritz.

In den vergangenen Wochen berichtete das Grazer Unternehmen von mehreren Aufträgen und erfolgreichen Inbetriebnahmen unterschiedlicher Anlagen.

Globale Absatzmärkte, breit aufgestellt

Was dabei besonders für Andritz spricht: Die Auftraggeber verteilen sich beinahe über den gesamten Erdball und zahlreiche Branchen – regionale Krisen oder Wachstumsschwächen kann Andritz so sehr gut abfedern.

Drei Beispiele: Im brasilianischen Bundesstaat São Paulo nahm Andritz einen neuen Kocher für den Papier- und Zellstoffhersteller Suzano erfolgreich in Betrieb.

Der Erfolg: geringere Produktionskosten bei gleichzeitig ausgeweiteter Produktion. Bis Ende 2015 liefert Andritz 121 Pumpen und 18 Druckerhöhungsanlagen für eine neue Trinkwasseraufbereitungsanlage im irakischen Samawa.

Die neue Anlage wird täglich bis zu 220.000 m³ Wasser aus einem Nebenarm des Euphrat fördern, es anschließend zu Trinkwasser aufbereiten, in ein Rohrleitungsnetz einspeisen und über neun Pumpstationen an die Endverbraucher verteilen.

Nach zwei Aufträgen in den Vorjahren ist dies ein weiterer Folgeauftrag, der Ende 2015 abgeschlossen sein soll.

Von der Domtar Paper Company wurde Andritz mit der Lieferung eines Rundlaufkrans für den Holzplatz des Domtar-Werks in Marlboro, USA, beauftragt. Der Auftrag umfasst auch das Engineering und Serviceleistungen vor Ort.

Die Inbetriebnahme des Krans mit einer radialen Reichweite von 52 Metern ist für Anfang 2016 geplant.

Aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik

Im Übrigen betreffen die Sorgen um die chinesische Konjunktur Andritz kaum. Das Unternehmen ist beispielsweise nur unwesentlich im chinesischen Automobilmarkt tätig.

Das Gros des Umsatzes und des Ertrags erwirtschaften die Österreicher, wie auch die drei Beispiele zeigen, in den wachstumsstarken Bereichen „Pulp & Paper“ sowie „Hydropower“.

Schließlich noch ein Blick auf die Fundamentaldaten: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 ist die Aktie im historischen und auch im Branchen-Vergleich niedrig bewertet.

Zudem signalisiert die Dividendenrendite in Höhe von 3,31 Prozent eine außerordentlich aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik.

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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