Geheimtipp für Weinkenner

Wein und Sekt sind ein gutes Geschäft – wenn Qualität und Masse zusammenkommen wie bei der Aktie von Schloss Wachenheim. (Foto: Samot / shutterstock.com)

Waren Sie schon einmal in der Südpfalz? Zwischen Rhein und Pfälzer Wald werden Kulinarik und Genuss groß geschrieben. Tausende Ausflügler machen sich Woche für Woche in die Region auf, um zu Wandern und während der anschließenden Einkehr die ein oder andere Spezialität zu verkosten. Ein Aushängeschild der Pfalz ist der Wein.

Von den Römern in die Region gebracht, spielt die Rieslingrebe bis heute eine tragende Rolle für die Region. Neben tausenden Touristen genießen auch immer mehr Menschen aus Europa Wein und Sekt aus Rheinland-Pfalz. Maßgeblichen Anteil daran hat Schloss Wachenheim, einer unserer Aktien-Favoriten.

Gutes Geschäft in Osteuropa

Schloss Wachenheim gehört zu den weltweit führenden Sektherstellern. Die Produktpalette reicht von Sekt und Schaumwein bis Perlwein und andere innovative Getränke auf Weinbasis. Das Unternehmen setzt jährlich rund 230 Mio Flaschen ab. Bekannte Marken sind Faber und Feist.  Steigende Einkommen, sinkende Arbeitslosenzahlen und niedrige Inflationsraten sorgen in den von Schloss Wachenheim bedienten Märkten für ein gutes Konsumklima.

Dennoch ist der Wein- und Sektkonsum in Deutschland seit Jahren konstant und lag 2017 bei 24,4 Liter pro Kopf. In Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien wird sogar seit 1990 immer weniger Wein getrunken. Angesichts dieses Konsumverhaltens stehen die Preise unter Druck, insbesondere im unteren und mittleren Preissegment. Diese Entwicklung wird zum Teil auch in den 9-Monats-Zahlen von Schloss Wachenheim sichtbar.

Cameco: Uran-Aktie vor dem ComebackDividendenzahlungen trotz schwachem Uranpreis – Spekulative Aktie mit Kurspotenzial › mehr lesen

Während der Umsatz maßgeblich akquisitionsbedingt um 8,5% wuchs, schrumpfte die operative Marge von 8,6 auf 8,4%. Der Gewinn stieg wegen eines deutlich schwächeren Finanzergebnisses nur um 2,2%. In Deutschland stieg der Umsatz getrieben von der Übernahme der Rindchen’s Weinkontor um 17,1% auf 82,1 Mio €, die operative Marge brach jedoch von 4,9 auf 3% ein. In Frankreich ging der Umsatz sogar um 2% auf 72,5 Mio € und die Marge von 9,3 auf 6,9% zurück.

Überzeugt hat dagegen das Osteuropa-Geschäft mit einem Umsatzwachstum von 10,4% auf 92 Mio € und einer Verbesserung der Marge von 10,4 auf 13,4%. Auch das Gesamtjahr dürfte der Konzern mit einem Umsatzwachstum von rund 8% und einem Gewinn leicht über Vorjahresniveau abgeschlossen haben.

Die Aktie ist noch immer günstig

Im neuen Geschäftsjahr hängt vieles davon ab, inwieweit der Konzern die infolge historisch geringer Erntemengen gestiegenen Einkaufspreise für Wein- und Apfelmost an die Verbraucher weitergeben kann. Die Aktie ist noch immer günstig. Das Management hat in der Vergangenheit bewiesen, wie man mit Herausforderungen umgehen kann.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.