Geheimtipp mit Tücken

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Nicht jeder Geheimtipp ist auch sein Geld wert. Warum? Erfahren Sie, warum Investoren manchmal genau hinschauen sollten am Beispiel von Bobst. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Viele unserer Leser schätzen uns dafür, dass wir auch solide und kleinere Unternehmen aus dem Ausland auf dem Schirm haben und kontinuierlich begleiten. Dass diese Begleitung besonders wichtig ist, zeigt das Beispiel von Bobst. Auf den ersten Blick haben uns Maschinenbauer aus der Schweiz oft schon überrascht.

Doch es ist nicht damit getan, dass ein Wert unter dem Radar vieler Anleger gehandelt wird und solide ist. Es kommt auf weitere Faktoren an. Lesen Sie unsere Analyse und erfahren Sie, wie wir zu Bobst stehen. Doch zunächst zum Unternehmen an sich: Bobst ist der weltweit führende Anbieter von Qualitätsanlagen für Verpackungs- und Etikettenhersteller in den Bereichen Faltschachteln, Wellpappe und flexible Materialien. Das 1890 von Joseph Bobst in Lausanne gegründete Unternehmen ist in mehr als 50 Ländern vertreten und besitzt 12 Produktionsstätten in 8 Ländern.

Bobst steht vor Herausforderungen

Auf einer Analysten-Konferenz Anfang November hat Bobst nochmals die Jahresziele für 2018 bekräftigt: ein Umsatzwachstum von 5 bis 7% und ein operatives Ergebnis von 90 Mio SFr. Mittelfristig strebt der Konzern einen Umsatz von 1,6 bis 1,7 Mrd SFr, eine operative Marge von 8%, eine Eigenkapitalquote von 40 bis 45% sowie eine Ausschüttungsquote von 30 bis 50% an. Geplant ist daneben die Stärkung der Präsenz in Asien und Afrika.

Angesichts des schnell wachsenden Online- Handels steht Bobst vor großen Herausforderungen, zumal die Anforderungen an die Maschinen immer komplexer werden. Am 18. Dezember hat das Management seine Schwerpunkte für 2019 kommuniziert. Neue Maschinen müssen für eine Vielzahl von Anwendungen sowie für die Verarbeitung von wärmebeständigen (PET) und wärmeempfindlichen (CPP) Materialien konzipiert sein.

Zudem müssen die Beschichtungsqualitäten kontinuierlich hoch und die Fehlerquoten gering sein. Die Kunden brauchen aber auch Maschinen, mit denen kleinere Auflagen kostengünstig gedruckt werden können. Ein wichtiger Aspekt ist nicht zuletzt die Nachhaltigkeit. Das Volumen nicht-recycelbarer Verpackungen muss verringert werden. Bobst wird daher seine Produktpalette den Kundenwünschen anpassen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Die Crux mit den Schwellenländern

Gleichzeitig wird der Service verbessert. Mit einem neuen Fernsteuerungs- und Reparaturservice über das Internet können bereits mehr als 80% aller Störungen behoben werden. Damit werden beim Kunden Produktionsunterbrechungen und Reparaturkosten minimiert. Uns fehlt bei Bobst ein wenig die Fantasie. Obwohl die Branche attraktiv wirkt, ist das Unternehmen nicht gut darin, seine Story nach außen zu tragen. Auch ist der Anteil an Schwellenländer-Geschäft noch zu gering. Nehmen Sie von der Aktie besser Abstand!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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