Geht der Wahnsinn weiter?

Wollen Sie mehr Geld?

Ist doch Unsinn!

Warum wollen Sie wertloses Zeugs?

Denn: Was nichts kostet, ist nichts wert.

Und Geld kostet nichts, also ist auch Geld nichts wert.

Was nichts wert ist, können Sie nicht gebrauchen!

So zumindest verstehe ich (Bankkaufmann und Betriebswirt) die Signale der Notenbanken.

Liege ich da falsch?

Donnerstag kommt die neue Entscheidung aus dem europäischen Irrenhaus

Am Donnerstag dieser Woche tagt wieder das Irrenhaus, nein, ich meine die Europäische Zentralbank (EZB). Vermutlich wird der Leitzins für Geldeinlagen der Banken bei der EZB weiter ins Negative abgesenkt. Erwartet wird, dass der Leitzins von minus 0,2% auf minus 0,5% gesenkt wird.

Mittwoch kommender Woche folgen die US-Kollegen

Am Dienstag und Mittwoch kommender Woche tagen die Entscheider der US-Notenbank. Es wird dort wohl keine Zinssenkung geben, weil sich die vorherige Mini-Zinserhöhung sonst als falsch erweist. Aber es gibt schon Stimmen, die genau dieses sagen und eine Umkehr der Umkehr der Zinswende, als erneute Zinssenkungen, für möglich halten.

Stinkt Geld doch?

Geld stinkt nicht. Das geflügelte Wort kennen Sie vermutlich. Mir kommen Zweifel. Stinkt Geld doch? Es muss wohl so sein, dass es nichts wert ist. Das beweist der Negativ-Zins. Denn hätte Geld einen Wert, müsste man beim Verleihen einen Zins erhalten.

Sparkassen denken über Tresorbau nach

Der Geld-Wahnsinn nimmt seinen Lauf. Da Sparkassen den Irrsinn vermeiden wollen, denken sie darüber nach, überschüssiges Geld nicht bei der EZB zu parken, sondern in neu zu bauende sichere Tresore aufzubewahren.

Sorgen Tresorbauer für Abschaffung des 500 Euro-Scheins?

Da fällt mir ein. Hat da die Lobby der Tresorbauer zugeschlagen? Es wird doch diskutiert, dass der 500 Euro-Schein abgeschafft werden soll.

Wenn der 500 Euro-Schein abgeschafft wird, freut das die Tresorbauer, weil dann größere Tresore hermüssen. Denn für jeden 500 Euro-Schein muss die Sparkasse zweieinhalb 200 Euro-Scheine in den Tresor packen.

Es muss also immer einer von fünf 200 Euro-Scheinen sauber halbiert werden. Ob das die Mitarbeiter mit der Schere machen oder wird es die 200-Euro-Halbier-Maschine geben?

Alternativ könnten die Sparkassen auch immer je zwei 200 Euro-Scheine plus einen Hunderter bündeln und 500 auf die Banderole schreiben.

Sorry, da bin ich wohl dem Wahnsinn der EZB verfallen. Aber die Frage, ob hier die Tresorbauer einen Termin bei der EZB hatten, ist doch sicher berechtigt?

Das Ende des Wahnsinn-Kommentars

Bis hier musste ich sarkastisch sein, anders lässt sich der Irrsinn nicht kommentieren. Was ich als Bankkaufmann und Betriebswirt gelernt habe, wird ad absurdum geführt. Der normale Menschenverstand kann dem Wahnsinn nicht mehr folgen.

Optionen auf Aktien sind die Lösung

Da die EZB endlos Geld „drucken“ kann, kann diese Politik bis auf weiteres fortgeführt werden. Ich rechne deshalb kurz- und mittelfristig nicht mit einer Katastrophe. Wo das langfristig endet, weiß ich nicht.

Ob die Diskussion zur Abschaffung des Bargeldes ein Mosaiksteinchen zur Lösung ist, kann ich nicht sagen. Sicher ist: Geld, das ausschließlich elektronisch vorhanden ist, kann beliebig manipuliert werden, z.B. mit einem Negativzins auf Ihr Girokonto, Ihre Tagesgeldeinlagen oder auf Ihre sonstigen Geld-Einlagen bei der Bank. Die sprichwörtliche „sichere Bank“ gibt es nicht mehr, sie wird zur unsicheren Bank.

Wenn Sie bei der Bank einen Negativzins zahlen und zusätzlich das Risiko tragen, dass Guthaben über 100.000 Euro im Insolvenzfall der Bank weg sind, bleibt nur die Diversifikation.

Ein wichtiger Baustein dazu sind Call-Optionen auf Aktien, abgesichert mit Put-Optionen.

Zum guten Schluss:

„Hier wird gezeigt, dass … Sinn durch kalkulierte Dummheiten … ersetzt wird.“

Als ich das las, dachte ich zuerst, es sei der Titel des Protokolls der EZB. Ist es aber nicht. Sondern am 08.03.1947, also heute vor 69 Jahren, veröffentlichten die deutschen Soziologen und Philosophen Theodor Adorno und Max Horkheimer ihre Abhandlung „Dialektik der Aufklärung“.

Dazu hat Wikipedia mein Zitat des Tages geschrieben, das ich stark gekürzt und vielleicht deshalb irrtümlich der EZB zugeordnet hatte.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

8. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Rainer Heißmann. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt