Geldautomat Gebühren: „Fremdgehen“ verursacht oftmals horrende Kosten

Es gibt einige traurige Ausreißer nach oben, die unglaubliche 20  Euro pro Bargeldabhebung verlangen.

Generell verlangen die meisten Banken zwar ‚nur‘ ein Prozent der abgehobenen Summe – doch in der Regel kommt auch eine Mindestgebühr zum Einsatz.

Statt also beispielsweise bei einer Bargeldabhebung von 100 Euro die prozentual fällige Gebühr von 1 Euro zu zahlen, wird die Mindestgebühr fällig, die teilweise bei 5 Euro, häufiger aber noch deutlich höher liegt.

Die FMH-Finanzberatung hat neben der PDSB Bank Hessen-Thüringen oder der DBK auch die Sparkasse Fürth oder die Sparda-Bank West als gebührenhungrig entlarvt: Zehn Euro sind fällig, wenn Kunden dieser Banken an den Geldautomaten bestimmter fremder Geldinstitute ihr Portemonnaie mit Scheinen auffüllen.

Laut FMH kostet das Bereitstellen von Bargeld lediglich rund 60 Cent – was nur einen Schluss zulässt: Die Banken verdienen sich eine goldene Nase an Kunden anderer Geldinstitute.

So entkommen Sie der Gebührenfalle

Um der Gebührenfalle zu entkommen, sollten Sie Bargeld nur bei Banken abheben, die zum eigenen Verbundsystem gehören.

Momentan existieren in Deutschland vier große Verbundsysteme, die ihren Kunden keine Gebühren beim Geldabheben in Rechnung stellen. Neben dem Sparkassenverbund gibt es die folgenden drei Verbünde:

BankCard ServiceNetz:

  • PSD Banken
  • BBBank
  • Sparda
  • Nahezu alle Volks- und Raiffeissenbanken

Cashpool:

  • Citibank
  • SEB
  • Santander
  • BBBank
  • Netbank
  • Sparda
  • Südwestbank
  • Nationalbank

Casho Group:

  • Postbank
  • Deutsche Bank
  • Commerzbank
  • Dresdner Bank
  • HypoVereinsbank

Außerdem können Sie noch Kreditkarten nutzen, die das kostenlose Abheben von Geld am Automaten anbieten.

Preise an fremden Bankautomaten deutlich gestiegen

Laut einer Studie der FMH-Finanzberatung wurden die durchschnittlichen Preise für Bargeldabhebungen an fremden Automaten um 17 Prozent erhöht.

Während vor drei Jahren noch ein Preis von durchschnittlich 4,38 Euro für das Abheben an einem Automaten bei einem anderen Institut bezahlt werden musste, sind es inzwischen 5,14 Euro im Durchschnitt.

Kieler Bank bei Gebühren ganz vorne

Trauriger Spitzenreiter ist die PSD Bank in Kiel, die ihre Gebühren von 3,50 auf 6,50 Euro erhöhte – eine Preissteigerung von 86 Prozent. Auch die Berliner Sparkasse bekleckert sich nicht mit Ruhm, sondern hat die Preise im Vergleich zu 2008 um 67 Prozent auf 7,50 Euro erhöht.

Kunden der Berliner Sparkasse, die bei einem anderen Bankhaus Geld am Automaten abheben, müssen also den Gegenwert einer Kinokarte als Gebühr zahlen. Auch Postbank und Deutsche Bank verlangen jeweils 5,99 Euro.

Insgesamt befragte FMH-Finanzberatung 50 Geldinstitute, von denen 31 eine Gebühr von über 5 Euro verlangen. 2006 waren es lediglich 12 Banken, die über 5 Euro verlangten.

Banken schaukeln sich gegenseitig hoch

Den Schwarzen Peter für diese hohen Gebühren schieben sich die einzelnen Banken gegenseitig zu. Da jede Bank selbst festlegen kann, wie viel Gebühren sie von einer anderen Bank verlangt, deren Kunden die Geldautomaten nutzt, müssen die Gebühren angehoben werden, um nicht auf den Kosten der anderen Geldinstitute sitzen zu bleiben.

Deshalb sollten Sie in Deutschland unbedingt nur an einem Geldautomaten Ihrer Bank bzw. Bankengruppe Geld abheben, um diese hohen Gebühren zu vermeiden. Allerdings ist es bei einem Aufenthalt im Ausland oftmals nicht vermeidbar, dass ein Geldautomat eines anderen Instituts genutzt werden muss.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine Geldabhebung im Ausland nicht teuer als im Inland sein darf, damit kein Kostenschock bei der Kontrolle der Kontoauszüge droht.

Fremde Geldautomaten meiden

In Deutschland existieren rund 50.000 Geldautomaten. Das größte Netz haben dabei die Sparkassen mit ungefähr 25.000 Geldautomaten gespannt, während Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken an knapp 18.000 Automaten im Bundesgebiet Bargeld abheben können.

Über ca. 7.000 Geldautomaten verfügt die Cash Group, zu der sich Commerzbank, HypoVereinsbank, Postbank und Deutsche Bank zusammengeschlossen haben. Kunden der Sparda-Bank, Citibank oder von Santander müssen die Augen schon genauer aufsperren, denn sie können nur an rund 2.500 Automaten Geld abheben.

Als Ursache für die Preissteigerungen im Vergleich von 2008 zu 2009 sieht FMH in erster Linie den Geldautomaten-Streit mit den Direktbanken: Mit dem Angebot, dass Kunden überall und an allen Automaten mit der Visa-Kreditkarte kostenlos Geld abheben können, hätten die Direktbanken für viel Wirbel und Ärger in der Bankenbranche gesorgt.

Statt der hohen Gebühren fließt in diesen Fällen dann nur ein schmales Entgelt von Visa.


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28. Januar 2010

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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.

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