Geldpolitik: Wichtiges Notenbanker-Treffen in den USA

Am Aktienmarkt agieren die Investoren in diesen Tagen abwartend – der Grund: ein für den gesamten Kapitalmarkt wichtiges Ereignis startet am Donnerstag.

Von Morgen bis Samstag dieser Woche blickt die komplette Finanzwelt gebannt auf das kleine US-Städtchen Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming.

Jackson Hole wird nächste Woche zum Mekka der Finanzwelt

Dort treffen sich die wichtigsten Notenbanker der Welt zu ihrem alljährlichen Wirtschafts-Symposium.

Das diesjährige Thema der wohl wichtigsten geldpolitischen Veranstaltung des Jahres ist die „Förderung einer dynamischen globalen Wirtschaft“.

Warum diese Veranstaltung so wichtig ist? – Weil dort in den vergangenen Jahren historische Dinge beschlossen und verkündet worden sind.

So war es beispielsweise im Jahr 2014:

Damals leitete Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), in Jackson Hole den historischen Beschluss ein, massiv Anleihen zu kaufen.

Keine konkreten Hinweise von Draghi zu erwarten

Inzwischen wächst die Wirtschaft in der Euro-Zone wieder stärker und auch die Inflation zieht an, kurzum:

Die geldpolitischen Maßnahmen der EZB zeigen Wirkung und die aus meiner Sicht ohnehin überschätzte Gefahr einer Deflation in der Euro-Zone ist gebannt.

Bedeutet das nun, dass Draghi die expansive Geldpolitik der EZB demnächst radikal strafft und womöglich in den kommenden Tagen erste Hinweise auf das weitere Vorgehen geben wird?

Ich denke nicht! Ich rechne damit, dass das Zinsniveau in der Euro-Zone mind. in diesem Jahr unberührt bleibt.

Auch wenn sich viele Sparer sehnlichst eine Zinswende in Europa wünschen, der Leitzins in der Euro-Zone bleibt zunächst bei 0.

Anders sieht es bei den Anleihekäufen aus: Hier kann ich mir durchaus vorstellen, dass die EZB schon bald zumindest den Fuß vom Gaspedal nimmt.

Mit einem konkreten Hinweis auf das weitere Vorgehen in Sachen Anleihekäufe ist jedoch erst im Herbst zu rechnen.

Das deutete Draghi zumindest im Rahmen der jüngsten Pressekonferenz an.

Was macht Fed-Chefin Janet Yellen?

Nachdem wir geklärt haben, dass von Mario Draghi in den kommenden Tagen wohl keine historischen Dinge zu erwarten sind, bleibt eine Frage offen:

Was dürfen wir von Janet Yellen, der Chefin der US-Notenbank Fed, erwarten?

Auch hier gehe ich davon aus, dass keine historischen Dinge verkündet werden.

Mit besonderer Spannung blicke ich jedoch möglichen Äußerungen von Yellen in Bezug auf die niedrige Inflation in den USA entgegen.

Möglicherweise macht sie Andeutungen bzgl. der weiteren Zins-Politik der Fed.

Es wäre denkbar, dass Yellen im Hinblick auf weitere Zins-Erhöhungen etwas auf die Erwartungs-Bremse tritt.

Ich werde Sie nächste Woche darüber informieren, was bei dem Treffen in Jackson Hole herausgekommen ist und was das für Sie als Anleger bedeutet.

So oder so rechne ich aber hiermit:

dass sich am Umfeld niedriger Zinsen auf absehbare Zeit nichts ändern wird und somit – von dieser Seite aus – das Klima für Aktien freundlich bleibt.

Aufgrund der Rekordgewinne der Firmen, die auch 2018 hohe Dividenden-Ausschüttungen erlauben, werden Dividenden-Titel in den kommenden 12 Monaten attraktiver bleiben als die schlecht verzinsten Zins-Anlagen.

23. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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