Gemalto-Aktie: Sicherheits-Spezialist wird von Anlegern nach starken Zahlen wiederentdeckt

Nach einer lang anhaltenden Konsolidierungs-Phase scheint sich die Lage bei der Gemalto-Aktie zunehmend aufzuhellen:

In den vergangenen 3 Monaten sprangen die Papiere des niederländischen Sicherheits-Konzerns um mehr als 30% in die Höhe.

Ein Grund liegt in den gerade vorgelegten Geschäfts-Ergebnissen; diese konnten nämlich die Erwartungen der Analysten übertreffen.

Auch für die Zukunft zeigt sich die Konzernführung ausgesprochen zuversichtlich:

Weltweit führend im Bereich Sicherheits-Technologie

Bevor ich Ihnen die Zahlen analysiere, möchte ich Ihnen aber den Konzern näher vorstellen.

Denn obwohl Gemalto an der Börse mit über 5,5 Mrd. € bewertet ist, haben viele Anleger hierzulande die Papiere nicht auf dem Radar.

Bei der niederländischen Gemalto handelt es sich um einen der weltweit führenden Anbieter von digitalen Sicherheits-Systemen.

Gemalto vertreibt dabei Sicherheits-Elemente und verwaltet Daten in einer „Hochsicherheits-Datenbank“.

Diese Sicherheits-Elemente (Chips) befinden sich beispielsweise in Smartphones, auf EC- und Kreditkarten oder Personalausweisen.

Darüber hinaus ist Gemalto im Bereich von Machine-to-Machine-Verbindungen aktiv und für sichere Datenverbindungen zuständig – ein Thema, das insbesondere beim „Autonomen Fahren“ interessant wird.

Das Autonome Fahren oder das Mobile Payment werden in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Da sicheren Datenverbindungen hier eine hohe Bedeutung zukommt, gehört Gemalto zu den Unternehmen, die in der Zukunft über ein enormes Wachstums-Potenzial verfügen.

Zum Kundenkreis des Konzerns zählen unter anderem Finanz-Dienstleister, der Einzelhandel, das Gesundheitswesen, öffentliche Einrichtungen, Transport- und Telekommunikations-Firmen.

Mit mehr als 110 Niederlassungen, 45 Datenzentren und 27 Forschungs- und Entwicklungs-Zentren ist der Konzern global aktiv.

Gemalto macht vernetzte Autos sicher

Vor wenigen Monaten haben die Niederländer mit dem Technologie-Riesen China Mobile, dem weltgrößten Telekommunikations-Anbieter, einen Deal abgeschlossen.

China Mobile steigt in den Markt für vernetzte Fahrzeuge ein und wird hierfür die Gemalto-Technologie nutzen.

Die Zusammenarbeit bezieht sich v. a. auf sogenannte „In Car“-Dienste wie Infotainment, Navigations-Unterstützung, Sicherheit oder Fahrzeug-Diagnostik.

Damit die Funktionen sicher genutzt werden können, ist die Gemalto-Technik unverzichtbar.

Experten gehen davon aus, dass der Gesamt-Umsatz mit vernetzten Fahrzeugen bis zum Jahr 2021 auf 130 Mrd. Dollar in die Höhe schnellt.

Gemalto liefert hierfür die komplette Sicherheits-Technologie. Aber nicht nur China Mobile setzt auf den niederländischen Konzern.

Auch die PSA-Gruppe (Peugeot) hat sich für Gemalto entschieden, um Sicherheits-Lösungen in ihre Fahrzeuge zu integrieren.

Die vernetzten Fahrzeuge werden mit einem Fernwartungs-System ausgestattet, das Betriebskosten reduziert und komfortable Treiber-Updates ermöglicht.

Mit starkem Schlussquartal Jahresziele übertroffen

Die gerade vorgelegten Zahlen scheinen zumindest die Anleger überzeugt zu haben:

Bei einem Umsatz-Anstieg um 1% auf 3,12 Mrd. € kletterte das Betriebs-Ergebnis auf 453 Mio. € (+7%). Damit verbesserte sich die Gewinnmarge (EBIT-Marge) um 0,94% auf 14,5%.

Für das aktuelle Jahr geht das Unternehmen von weiteren Zuwächsen aus. Das Vorsteuer-Ergebnis soll auf 500 – 520 Mio. € nach oben klettern.

Übernahme sorgt für Margensprung

Nicht zuletzt auf Grund einer großen Übernahme sollen zukünftig die Gewinnspannen nochmals verbessert werden.

Ende letzten Jahres hat Gemalto nämlich das Geschäft für Identitäts-Management von 3M für 850 Mio. Dollar geschluckt.

Dafür erhält Gemalto Zugang zu den marktführenden biometrischen Sicherheits-Lösungen.

Mit 450 Mitarbeitern erzielte die Gesellschaft zuletzt bei 215 Mio. Dollar Umsatz einen Vorsteuer-Gewinn von 58 Mio. Dollar.

Das entspricht einer beeindruckenden Vorsteuermarge von 27%, was deutlich über der Gemalto-Marge liegt.

Das Geschäft soll in den kommenden Jahren mindestens 2-stellig wachsen und könnte auf Grund von Synergie-Effekten für einen deutlichen Gewinnbeitrag sorgen.

Analysten sind noch verhalten

Unterdessen zeigen sich die Analysten noch zurückhaltend. Für das aktuelle Jahr rechnen die Experten mit einem Gewinn je Aktie von 4,07 €.

Damit ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 14. Auf den 1. Blick nicht zu teuer.

Dennoch sieht die Hälfte der Analysten (12) in der Aktie nur eine Halteposition, sieben Analysten raten zum Kauf und 4 Experten stufen die Papiere als Verkauf ein.

Sollte sich aber der Turnaround weiter fortsetzen, könnte sich das Verhältnis bald deutlich ändern.

6. März 2017

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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