Gemischtes Bild in der Modebranche

Umbruch in der Modebranche: H&M und Inditex treiben die Expansion voran, andere Unternehmen müssen dagegen Einsparungen vornehmen. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

In herausfordernden Marktlagen trennt sich die Spreu vom Weizen. Dieser Trennungs-Prozess ließ sich in den vergangenen Jahren in der Modebranche beobachten:

Überlebenskampf vs. Expansions-Trieb in der Modebranche

Unternehmen wie Hennes & Mauritz (H&M) oder Inditex treiben den Expansions-Kurs bei nur geringfügig rückläufigen Margen kräftig voran.

Im Monats-Takt werden neue Märkte erschlossen, das Marken-Portfolio ausgebaut und die Online-Präsenz erweitert.

Gleichzeitig müssen Mitbewerber wie Hugo Boss oder Adler Modemärkte das Marken- und Store-Portfolio trimmen und straffe Umstrukturierungs-Programme auflegen.

Besonders hart getroffen hat es Adler: Das Modehaus verzeichnete 2016 das 3. Jahr in Folge rückläufige Gewinne – die Folgen:

  • Filial-Schließungen,
  • Entlassungen,
  • ein neuer Aufsichtsrats-Vorsitzender
  • und ab September 2017 auch ein neuer Vorstands-Vorsitzender.

Privat-Konsumenten lassen stationäre Modebranche links liegen

Besonders in Deutschland und Österreich treibt der Privat-Konsum die Wirtschaft an:

Nach einem BIP-Wachstum von 0,6% im 1. Quartal in Deutschland konnten im 2. Quartal solide 0,5% erzielt werden.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung setzte aufgrund der positiven Entwicklung die Gesamtjahres-Prognose von 1,4 auf 1,5% hoch.

Die OECD geht sogar von einem Wirtschafts-Wachstum von 2,0% aus.

In Österreich geht man von einem Wachstum von 2,4% aus. Dennoch entwickelt sich der Absatz des stationären Textil-Einzelhandels verhalten.

Umfragen der Branchen-Zeitschrift TextilWirtschaft zeigen, dass das klassische Modegeschäft von der Kauflaune der deutschen Verbraucher nicht profitieren konnte:

Die Umsätze gingen in der 1. Jahreshälfte deutlich zurück:

  • Januar (-7%),
  • Februar (-9%),
  • April (-7%),
  • Mai (-6%)
  • und Juni (-2%).

Lediglich im März berichteten Teilnehmer des TW-Testclubs über Umsatz-Anstiege (+9%).

Deutschland ist mit einem Anteil von rund 16% der größte Markt für Bekleidung in Europa.

Digitalisierung trifft auf Textil-Industrie

Studien zufolge wird zukünftig der Großteil aller Einkäufe entweder automatisiert oder über das Internet abgewickelt.

Der Online-Handel macht mit 48,8 Mrd. € Umsatz aktuell nur rund 1/10 des gesamten deutschen Textilhandels aus. Dennoch soll bis 2020 bereits jedes 3. Kleidungsstück online bestellt werden.

Online-Bestellungen erfolgen dem Handelsverband Deutschland zufolge zu 86% aufgrund von Bequemlichkeit und der Möglichkeit, Kaufentscheidungen in Ruhe treffen zu können.

Kunden langfristig in die Einkaufszentren zu locken gelinge den Firmen nur, wenn ein Einkaufs-Erlebnis geboten wird.

Gerry Weber präsentierte einen interaktiven vernetzten Spiegel, der ein solches Shopping-Erlebnis in die Umkleidekabine bringen soll:

  • Die Technologie des Spiegels erkennt mit Hilfe von RFID-Chips die Anzahl der Kleidungsstücke in der Umkleidekabine.
  • Der Spiegel zeigt die Produktinfos mit einem Produktfoto und in den verfügbaren Farben und Größen sowie weitere Produkt-Empfehlungen auf der Spiegelfläche an.
  • Kunden können per Touchfunktion weitere Größen und Farben auswählen und bei der Modeberaterin im Store anfragen, welche die Bestellung über ein mobiles Endgerät erhält.
  • Ebenso kann die Lichtintensität in der Kabine via Touchfunktion reguliert werden.
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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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