General Dynamics-Aktie: Pentagon-Partner mit Milliardenübernahme im IT-Bereich

General Dynamics: Pentagon-Partner stemmt Milliarden-Deal im IT-Bereich. Software für Geheimdienste - wie der Rüstungsriese mit dem Zukauf sein Wachstum ankurbeln will (Foto: MyImages - Micha / Shutterstock.com)

Die hohe Übernahmeaktivität hält weiter an. Jetzt hat mit General Dynamics zur Abwechslung ein US-Rüstungskonzern zugeschlagen, der sich mit einem Milliarden-Deal im IT-Bereich stärken will. Die Reaktion der Anleger fiel deutlich aus. Während die Aktien des Panzerbauers zuerst deutlich ins Minus rutschten, haussierten die Papiere des IT-Dienstleisters CSRA mit einem Plus von über 30%.

General Dynamics im Porträt

Bevor ich auf den milliardenschweren Zukauf eingehe, möchte ich Ihnen den US-Konzern erst einmal näher vorstellen. General Dynamics ist ein US-amerikanischer Luftfahrt- und Rüstungskonzern, der 1952 aus dem Zusammenschluss der Electric Boat Comp., der Consolidated Vultee (CONVAIR) und weiteren Gesellschaften entstand.

In den 1990er Jahren verkaufte die Gruppe einen Großteil ihrer Verteidigungsaktivitäten und fokussierte sich in der Folge auf die Bereiche Kampffahrzeuge, Schiffswerften, Informationstechnologie und Dienstleister. 1999 kaufte General Dynamics im Segment “Aerospace” die Gulfstream Areospace Corp. hinzu. In den letzten zehn Jahren wurden rund 60 Geschäftsbereiche integriert, darunter auch das Eisenwerk Kaiserslautern (mobile Brücken für das Militär) im Jahr 2002.

Heute produziert und liefert General Dynamics hauptsächlich Waffensysteme in Verbindung mit entsprechenden Dienstleistungen an das US-Militär und dessen Bündnis-Partner.

Günstige Lösungen für den Geheimdienst

So lautet dann auch die einfache Begründung für den jüngsten Zukauf. Nach der Übernahme will der Konzern unter anderem dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium und dem Geheimdienst kostengünstige Internettechnologie-Lösungen anbieten.

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Das lässt sich General Dynamics einiges kosten. Immerhin legt der Rüstungsriese 6,8 Milliarden Dollar in bar für den IT-Konzern CSRA auf den Tisch legen. Einschließlich Schulden hat die Übernahme sogar ein Volumen von 9,6 Milliarden Dollar. Das Angebot von 40,75 Dollar je Aktie entspricht einem Aufschlag von 32% auf den CSRA-Schlusskurs vor der Übernahme.

Umsatz stagniert seit Jahren

Mit der Übernahme schmiedet General Dynamics nach eigenen Angaben den führenden Anbieter für Hightech-IT-Lösungen im Geschäft mit der US-Regierung. Gemeinsam kommen beide Unternehmen auf derzeit knapp 10 Milliarden Dollar Umsatz in dem Bereich. Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erzielte CSRA bei einem Umsatz von 4,99 Milliarden Dollar einen Gewinn in Höhe von 378 Millionen Dollar.

Damit lag die Profitabilität mit einer Gewinnmarge von 7,46% unter der des Rüstungsgiganten. Bei 30,9 Milliarden Dollar Jahresumsatz brachte es General Dynamics immerhin auf 2,91 Milliarden Dollar Gewinn (Gewinnmarge: 9,73%). Aber der US-Konzern wächst seit Jahren nicht mehr. Die Umsätze heute liegen auf dem gleichen Niveau wie vor fünf Jahren.

Das sollte sich durch den Zukauf ändern. Bereits ab dem nächsten Jahr soll sich CSRA gewinnbringen auf das Ergebnis je Aktie auswirken. Zusätzlich peilt der Waffenspezialist kleine Kostensenkungen im Bereich von 2% an.

Trump sorgt für Rückenwind

Für zusätzliche Unterstützung könnte jetzt das von US-Präsident verabschiedete Militärbudget sorgen. Sie müssen wissen: Donald Trump plant einen der größten Militärhaushalte der Geschichte. In seinem Haushaltsentwurf für 2019 soll das Pentagon 686 Milliarden Dollar bekommen. Insgesamt umfasst der Bereich der nationalen Sicherheit einschließlich des Grenzschutzes sogar 716 Milliarden. Von diesem Kuchen will sich der US-Konzern ein ordentliches Stück abschneiden.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.