General Electric: Anleger fliehen aus Aktie des größten Mischkonzerns

Während die Aktienmärkte in den USA wochenlang von einem Hoch zum nächsten eilten, hatten die Anleger des weltgrößten Mischkonzerns General Electric wenig zu lachen.

Immerhin mussten sie mit zusehen, wie sich der Kursverfall nach den gerade vorgelegten Zahlen massiv beschleunigte.

Nach dem satten Kurs-Minus von über 3% summieren sich die Verluste mittlerweile auf fast 20% seit dem Beginn des Jahres.

Das passiert, wohlgemerkt, in einer Zeit, in welcher der S&P 500-Index (umfasst die 500 größten börsennotierten US-Firmen) um mehr als 9% an Wert zulegen konnte.

Gewinn-Einbruch um mehr als 50%

Mehr als 15 Jahre führte der jetzt scheidende Vorstand Jefferey Immelt die Geschäfte von General Electric.

Dabei hätte sich der langjährige Manager wohl einen angenehmeren Abschied vorgestellt.

Denn bei den am Freitag vorgelegten Quartalszahlen sah es alles andere als rosig aus:

Zwar sank der Umsatz im 2. Quartal mit einem Rückgang um 12% auf 29,6 Mrd. Dollar etwas weniger stark als erwartet.

Aber der Nettogewinn brach im Gegenzug um mehr als die Hälfte auf nur noch 1,2 Mrd. Dollar ein.

Ergebnisse schlagen dennoch Erwartungen der Analysten

Trotz des massiven Gewinn-Rückgangs lagen die berichteten Zahlen über den Erwartungen der Analysten:

Mit einem bereinigten Gewinn von 0,28 Dollar (Vorjahr: 0,51 Dollar) konnten die Markterwartungen von 0,25 Dollar doch recht deutlich übertroffen werden.

Auf den 1. Blick ist der starke Gewinn-Einbruch allerdings etwas irreführend.

Denn Sie müssen wissen: Im vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum hat der Verkauf des Geschäfts mit Haushaltswaren das Ergebnis 1-malig positiv beeinflusst.

Siemens-Rivale leidet unter schwacher Energie-Sparte

Mit einer Marge im Industrie-Geschäft von 13,2% konnte GE seine Profitabilität sogar leicht um 0,1 Prozentpunkte verbessern.

Während die Sparten Luftfahrt, Erneuerbare Energien und Medizintechnik positiv überraschten, sorgte die Energie-Sparte weiter für Gegenwind.

In dieser Sparte sorgt GE für Transport und Umwandlung von Energie, um die Stromversorgung zu gewährleisten.

Zu den Kunden gehören u. a. Erdöl- und Gasfirmen, Schifffahrts-Unternehmen oder die Bergbau-Branche.

Bei diesen Konzernen herrscht auf Grund der schwierigen Marktlage weiterhin eine Absatzflaute, die der US-Mischkonzern voll zu spüren bekommt.

Jahres-Prognose wird bekräftigt

Trotz des durchwachsenen Quartals in einzelnen Sparten hält der noch amtierende Firmenchef Immelt an den Jahreszielen fest.

Demnach soll der Umsatz ohne Zukäufe um 3 – 5% nach oben klettern. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn soll im Gegenzug 1,60 – 1,70 Dollar je Anteilsschein erreichen.

Dazu soll auch das massive Sparprogramm des US-Konzerns beitragen.

Immerhin will das Unternehmen in diesem Jahr das gesetzte Sparziel von 1 Mrd. Dollar erreichen oder im besten Fall sogar übertreffen.

Führungswechsel könnte für Phantasie sorgen

Während Skeptiker auf den langwierigen und schwierigen Konzern-Umbau verweisen sehen andere Anleger den Führungswechsel zum 1. August als möglichen Wendepunkt.

Der neue Firmenchef John Flannery könnte für frischen Wind sorgen und die Investoren davon überzeugen, dass der Mischkonzern eine höhere Bewertung verdient hat.

Im Moment wird GE an der Börse mit dem 15-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet.


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24. Juli 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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