General-Motors-Aktie: US-Autobauer bläst mit E-Auto-Attacke zum Angriff

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Die beiden größten Autobauer der Vereinigten Staaten, General Motors und Ford, haben eine Elektro-Auto-Offensive gegen Tesla in der Planung: (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Mit kräftigen Kursgewinnen von über 4% wurde am Montag die angekündigte E-Auto-Offensive von General Motors von den Anlegern abgefeiert.

Seit Jahresbeginn summieren sich die Gewinne in der Aktie des größten US-Automobil-Herstellers auf inzwischen 20%.

Dabei ist die jüngste Meldung eine klare Kampfansage an Tesla, den E-Auto-Pionier, der die Anleger in den vergangenen Jahren so begeisterte.

Immerhin liegt der Börsenwert des Start-ups nach der sensationellen Kurs-Entwicklung (seit Jahresbeginn +70%; auf 5-Jahres-Sicht über 1.100%) mit 55 Mrd. Dollar nur knapp unter dem Marktwert von GM (63 Mrd.).

Zwischenzeitlich hatte Tesla GM diesen Rang an der Börse sogar schon abgelaufen.

David gegen Goliath

Der Vergleich der Marktwerte der beiden Firmen ist umso beeindruckender, wenn Sie die tatsächliche Firmengröße einmal zueinander ins Verhältnis setzen:

Denn mit einem Jahres-Umsatz von zuletzt 7 Mrd. Dollar erwirtschaftet Tesla nur einen Bruchteil des GM-Absatzes (156,8 Mrd.).

Auch der Blick auf die Gewinn-Entwicklung bestätigt diesen beeindruckenden Vergleich:

Bei Tesla müssen Sie schwarze Zahlen vergeblich suchen, General Motors fuhr dagegen zuletzt einen Jahresgewinn von 9,4 Mrd. Dollar ein.

Massives Angebot an Elektro-Autos geplant

Die eklatanten Bewertungs-Unterschiede sind auf die starke Position Teslas im Elektro-Auto-Bereich und das damit verbundene Wachstum zurückzuführen.

Denn hier hinkte der größte US-Autobauer bislang mühsam hinterher, doch dies soll sich nun ändern. GM will nämlich sein Angebot an E-Autos deutlich ausbauen.

In den kommenden 1,5 Jahren soll es 2 weitere vollelektrische Modelle geben. Die Wagen sollen auf GMs aktuellem E-Auto Chevrolet Bolt EV aufbauen.

Es handelt sich um die ersten 2 von mind. 20 neuen E-Modellen, die der Autobauer bis 2023 auf den Markt bringen will.

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Dabei setzt General Motors nicht nur auf batteriebetriebene Antriebs-Lösungen, zugleich sollen auch Wasserstoff-Brennstoffzellen für die Elektrifizierung zum Einsatz kommen.

Die Jagd ist eröffnet – Ford zieht nach

General Motors ist nicht der einzige US-Konzern, der mit einer Elektro-Offensive verlorenen Platz gut machen will.

Auch der zweitgrößte US-Autobauer Ford kündigte gerade an, bei der Elektromobilität einen Gang raufzuschalten:

Der Konzern gab bekannt, bei Elektro-Autos künftig nicht mehr „kleckern“, sondern  „klotzen“ zu wollen.

Sie können also davon ausgehen, dass auch Ford die Investitionen in diesem Bereich kräftig nach oben schraubt und sich nach Partnerschaften mit wichtigen Zulieferern umschauen wird.

Tesla zuletzt am schwächeln

Da dürfte den traditionellen Autobauern die Schwäche des Elektro-Auto-Pioniers Tesla gerade recht kommen.

Besonders der Absatz des kürzlich gestarteten Models 3 hinkt den Erwartungen deutlich hinterher:

260 Stück des Kompakt-Elektro-Autos rollten bisher überhaupt erst vom Band. Ursprünglich wollte Tesla 1.500 Fahrzeuge im Monat bauen.

Warum Tesla dermaßen hinter den eigenen Zielen herhinkt, ist nicht ganz klar.

Der Konzern verweist lediglich auf Produktions-Engpässe, eventuell stecken aber auch grundsätzliche Probleme mit der Fertigungs- oder Lieferkette dahinter.

Strukturelle Nachfrage sorgt für Rückenwind

Wie auch immer es um die kurzfristige Entwicklung bestellt ist, langfristig zeichnet sich ein deutliches Bild ab:

In Ländern wie China, Indien, Frankreich oder Großbritannien sollen Verbrennungs-Motoren bis 2030 oder 2040 komplett verboten werden.

In vielen anderen Ländern ist ebenfalls mit einem deutlich höheren Anteil an Elektro-Autos zu rechnen.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.