General Motors-Aktie: US-Autobauer schraubt Prognose nach oben

General Motors GM Ford RED – shutterstock_197681828

General Motors überrascht mit angehobener Prognose. Firmenchefin zeigt sich optimistisch und verweist auf massive Kosteneinsparungen. (Foto: Linda Parton / shutterstock.com)

Zuletzt waren positive Nachrichten aus dem Automobilsektor rar gesät. Doch jetzt hat der US-Autobauer General Motors seine Anlage mit einer unerwartet höheren Prognose überrascht. Die Aktionäre zeigten sich begeistert und trieben die Aktie deutlich nach oben. Alleine am Freitag verteuerten sich die Papiere um mehr als 7%.

Weltweit einer der größten Automobilhersteller

Bevor ich auf jüngsten Meldungen eingehe, möchte ich Ihnen den General Motors-Konzern noch gerne etwas näher vorstellen. Dass der Konzern Autos baut, ist Ihnen mit Sicherheit bekannt. Aber wussten Sie, dass General Motors auch einer der weltweit größten Automobilhersteller ist?

Das US-amerikanische Unternehmen produziert in Zusammenarbeit mit seinen strategischen Partnern Fahrzeuge und Transporter in 30 Ländern der Welt. Der Konzern vertreibt die produzierten Autos und Trucks über die Marken Buick, Cadillac, Chevrolet, GMC, Holden, Jiefang, Opel, Alpheon, Baojun, Vauxhall sowie Wuling. Der größte Absatzmarkt des Unternehmens ist China, gefolgt von den Vereinigten Staaten, Brasilien, Deutschland, Großbritannien, Kanada und Italien.

GMs Tochterfirma OnStar zählt in der Industrie als führend in den Bereichen Fahrzeugsicherheit sowie Sicherheits- und Informationsdienstleistungen. Außerdem besteht seit 2012 eine Kooperation mit dem französischen Automobilhersteller Peugeot Citroën. Beide Unternehmen wollen ihren Einkauf zusammenlegen und drei Fahrzeugplattformen entwickeln. Die ersten Autos aus der Partnerschaft sollen 2016 auf den Markt gebracht werden.

Erst die Ankündigung von massiven Stellenstreichungen….

Kaum zwei Monate ist es her, da hat GM mit der Ankündigung von drastischen Stellenkürzungen auf sich aufmerksam gemacht. Sie müssen wissen: Immerhin wollte der Konzern bis zu 14.700 Mitarbeiter entlassen und fünf Produktionsstandorte in Nordamerika schließen. Damit wurde die Skepsis der Marktteilnehmer um die Zukunft der Autobranche weiter angeheizt. Denn zuletzt war der wichtige chinesische Automarkt erstmals seit 25 Jahren rückläufig.

China Fahnen – shutterstock_325058183 crystal51

China steht im Zentrum der RohstoffbörsenDie Preise vieler Industriemetalle und Rohstoffe hängen vom Bedarf Chinas ab. Der Handelsstreit mit den USA könnte für eine Abkühlung sorgen. › mehr lesen

….jetzt folgt die Anpassung der Prognose – und zwar nach oben

Doch jetzt hat der Autobauer seine Anleger vollkommen überrascht. Zum Start der Automesse in Detroit hat GM seine Prognosen nach oben angepasst. So soll das bereinigte Ebit oberhalb der vor wenigen Monaten erhöhten Spanne von 5,80 bis 6,20 Dollar je Aktie liegen. Im Sommer hatte die Firmenchefin Marry Barra die Latte höher gelegt, weil das Geschäft mit lukrativen Pick-up Trucks und Sport Utility Vehicles in Nordamerika besser lief als erwartet. Dieser Trend hat sich auch im vierten Quartal positiv ausgewirkt, obwohl der Absatz auf dem Heimatmarkt für GM 2018 rückläufig war.

2019 deutlich über den Analystenschätzungen

Aber damit nicht genug. Auch für das laufende Geschäftsjahr schraubt GM seine Prognose nach oben. Mit ihren verhaltenen optimistischen Aussagen zur Branchenentwicklung in China und den USA sorgte Barra unter den Anlegern für Erleichterung. So erwartet die Firmenchefin ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 6,50 bis 7,00 Dollar je Aktie. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren bislang im Durchschnitt lediglich von 5,92 Dollar je Anteilsschein ausgegangen.

Sparprogramm macht sich bemerkbar

Dabei sollen alleine die Einsparungen durch die Jobstreichungen und die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen für einen positiven Effekt von 2 Milliarden Dollar sorgen. Allerdings müssen Sie beachten, dass die Restrukturierungskosten in der bereinigten Ergebnisprognose exkludiert sind. Bis 2020 will GM jährliche Kosten von insgesamt 6 Milliarden Dollar einsparen.

Positive Aussagen zum Gesamtmarkt

Besonders auffällig war allerdings, dass Barra die Entwicklung des Gesamtmarkts weniger düster sieht als zahlreiche Branchenexperten. Für die USA erwartet Barra mit einem Absatzvolumen von über 17 Millionen Fahrzeugen keinen Einbruch des zweitgrößten Automarktes der Welt. Sie müssen wissen: Im vergangenen Jahr wurden in den USA 17,3 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Auch für China ist die GM-Chefin weniger pessimistisch. Sie erwartet eine Stabilisierung der Absätze bei rund 27 Millionen Fahrzeugen.

Auf die deutschen Autobauer hatte die Meldung am vergangenen Freitag bislang wenig Auswirkungen. In einem leicht schwächeren Gesamtmarkt lagen die Aktien der führenden deutschen Hersteller allesamt in der Verlustzone.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Alle_Sujets_Portrait_1-31_WEB_Muehlhoff
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.