General Motors steigt bei Elektro-Lkw-Hersteller Nikola ein und sorgt für Kursexplosion

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Nikola-Aktie mit Kurssprung nach General Motors-Einstieg: Die Anleger feiern den Tesla-Rivalen bereits im Frühstadium. (Foto: Linda Parton / shutterstock.com)

Die Nachricht war ein Paukenschlag und hat den Kurs des US-Konzerns Nikola in kurzer Zeit um 40% nach oben getrieben. Ausschlaggebend war der Einstieg des Autobauers General Motors, der gut 2 Milliarden Dollar in den aufstrebenden Tesla-Rivalen Nikola stecken will. Der Deal könnte sich als klassische Win-Win-Situation herausstellen. Zumindest sehen das die Anleger so. Denn auch die Papiere von General Motors legten direkt nach der Meldung kräftig um mehr als 7% zu und haben sich damit seit der Kursdelle im März wieder verdoppelt.

Nikola – der aufstrebende Tesla-Rivale

Nikola, die Firma aus Phoenix, Arizona, hat Großes vor. Das Unternehmen des 38-jährigen Gründers Trevor Milton will nicht weniger als das Tesla für Lkw werden. Eine Kombination aus Strom und Wasserstoff soll die Trucks der Zukunft antreiben. Die Energie dafür soll – anders als bei Tesla – nicht nur aus Batterien, sondern auch aus Brennstoffzellen kommen. Die sind deutlich kleiner, leichter und günstiger als herkömmliche Akkus. Dadurch hofft Milton, langfristig mehr Reichweite bieten zu können als Branchen-Pionier und Konkurrent Tesla.

Im September 2019 wurde bekannt gegeben, dass CNH Industrial mit 250 Millionen Dollar, sowie der deutsche Automobilzulieferer Bosch und die südkoreanische Hanwha Group jeweils mit über 100 Millionen Dollar an Nikola Motors beteiligt sind. CNH liefert zudem Antriebskomponenten für den Bau der Zugmaschinen. Bosch will ab 2022 Brennstoffzellen für Fahrzeuge von Nikola Motors liefern, die unter Lizenz von PowerCell gefertigt werden.

Umsätze aus Kerngeschäft noch Fehlanzeige

Bislang macht Nikola allerdings noch keine Umsätze aus dem Verkauf von Autos. Im zweiten Quartal ging lediglich ein Umsatz von 36.000 Dollar durch die Bücher. Dieser stammte aber aus der Installation von Solaranlagen für den Firmengründer Trevor Milton. Bislang müssen sich die Anleger mit über 14.000 Vorbestellungen für Lastkraftwagen zufrieden geben. Seit dem 29. Juni 2020 sind Bestellungen für den Badger möglich.

Die neue Partnerschaft mit dem Autogigant General Motors im Detail

Im Rahmen einer neuen strategischen Partnerschaft steigt der US-Autobauer General Motors bei Nikola ein. Für rund 2 Milliarden Dollar sollen neue Stammaktien ausgegeben werden. Nach dem Einstieg hält General Motors eine Beteiligung von 11 % an Nikola. Mit General Motors gewinnt der Wasserstoff-Pionier einen erfahrenen Partner im Bereich der Fahrzeugfertigung.

Die strategische Partnerschaft startet konkret mit dem Nikola Badger – einem elektrischen Pick Up mit einer Reichweite von über 900 km, der in direkter Konkurrenz zum Cybertruck von Tesla steht und von General Motors gefertigt werden soll. Zudem wird der Konzern den Batterie- als auch den Brennstoffzellenantrieb liefern. Auch die Fabrik für den Badger wird von GM gebaut, Brennstoffzellentechnik für die geplanten größeren Lastwagen der Klassen 7 und 8 gibt es obendrauf.

Für Nikola winkt die Kompetenz eines etablierten Autobauers und massive Kostensenkungen. Nach Firmenangaben sparte Nikola durch den Vertrag Kosten von fünf Milliarden Dollar über zehn Jahre.

Kurs weiter auf Achterbahnfahrt

Auch wenn der GM-Einstieg ein Ritterschlag für Nikola ist, Anleger sollten sich auch zukünftig auf schwankungsreiche Zeiten eingehen. Dabei verlief das Jahr bereits fulminant. Einer Kursexplosion von 10 auf 90 Dollar in ersten Jahreshälfte folgte der Absturz bis auf 29 Dollar, bevor der jüngste Deal den Kurs wieder kurzfristig über die 50 Dollar-Marke trieb. Fest steht: Die Börsenbewertung mit 17,3 Milliarden Dollar ist vor dem Hintergrund der Unternehmensgröße und Geschäftssituation sportlich und impliziert eine rosige Zukunft. Ob es wirklich so kommen wird, muss sich erst noch zeigen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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