Generel Mills: Lebensmittelkonzern nach Gewinnwarnung auf Talfahrt

General Mills-Aktie: Lebensmittelkonzern nach Gewinnwarnung auf Talfahrt. Übernahme von Tierfutterspezialist soll Wachstum sichern (Foto: Craig Russell / Shutterstock.com)

Die Regel, dass vermeintlich stabile Geschäftsmodelle Anleger ruhiger schlafen lassen, stimmt nicht immer. Bestes Beispiel ist die Aktie des US-Lebensmittelkonzerns General Mills. Seit Februar rauschten die Papiere um 25% in den Keller. Alleine am Mittwoch ging es um über 8,8% abwärts – damit war General Mills auf einen Schlag 2,5 Milliarden Dollar weniger wert.

Den Ausschlag für den jüngsten Kursrutsch lieferte die präsentierten Geschäftszahlen und vor allem die neue Prognose. Denn die Muttergesellschaft von Marken wie Yoplait, Nature Valley, Haagen-Dazs und Annie’s stutzte die Erwartungen kräftig zurecht. Der Hauptsitz ist in Golden Valley, Minnesota, einem Vorort von Minneapolis. Die Produktpalette umfasst Frühstücksflocken, Fertiggerichte, Joghurt, Pizza, Pasta und vieles mehr.

General Mills im Porträt

Auch wenn General Mills hierzulande nicht jedem bekannt sein dürfte – eine kleine Nummer ist der Konzern keineswegs. Mit einem Jahresumsatz von über 15 Milliarden Dollar gehört das Unternehmen zu den 500 umsatzstärkten Firmen der USA und ist weltweit der sechstgrößte Lebensmittelhersteller. Die Produktpalette umfasst Frühstücksflocken, Fertiggerichte, Joghurt, Pizza, Pasta und vieles mehr.

In Deutschland ist General Mills mit den Marken Häagen-Dazs, Old El Paso, Knack & Back und Betty Crocker vertreten. Über das Joint Venture Cereal Partners Worldwide S.A. mit Nestlé werden verschiedene Sorten Frühstücksflocken vertrieben.

Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte General Mills bei einem Umsatz von 15,62 Milliarden Dollar einen Nettogewinn in Höhe von 1,65 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Gewinnmarge von 10,61%.

Steigende Produktionskosten sorgen für Gegenwind

Im letzten Quartal lieferte General Mills durchwachsene Ergebnisse ab. Die Umsätze stiegen um 2,3% auf 3,88 Milliarden Dollar auf ein neues Rekordniveau. Ohne Berücksichtigung von Akquisitionen und Desinvestitionen erhöhte sich der Umsatz im Quartal um 1%.

Jedoch ließen die Gewinne zu wünschen übrig. Unterm Strich sanken die Profite auf 628 Millionen Dollar (-5,2%). Die Konzernführung begründet den Rückgang mit gestiegenen Kosten für die Lieferkette. Die Aufwendungen für Fracht und Logistik sind deutlich stärker gestiegen als ursprünglich erwartet.

Prognose für das Gesamtjahr wird zurechtgestutzt

Firmenboss Jeff Harmening will die Probleme mit einer Optimierung der Vertriebsprozesse zwischen der Fabrik und dem Endkunden in den Griff bekommen. Nichtsdestotrotz dampft er die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr ein. Harmening erwartet einen Rückgang des Betriebsergebnisses in konstanten Währungen im laufenden Jahr um 5% bis 6%.

Für Sie zum Vergleich: Bislang war lediglich ein leichter Rückgang von 1% prognostiziert worden. Wie viele ältere Lebensmittelunternehmen, hat General Mills weiterhin mit dem Trend hin zu frische und Bio-Lebensmitteln und weg von Dosen und vorverpackten Lebensmitteln zu kämpfen.

Milliardenschwerer Zukauf soll wieder Wachstum bringen

Unterdessen versucht der Konzern die 7,8 Milliarden Dollar schwere Akquisition von Blue Buffalo Pet Products abzuschließen. Blue Buffalo bietet Hunde- und Katzenfutter aus Fleisch, Obst und Gemüse an. Bei einem Jahresumsatz von zuletzt 1,27 Milliarden Dollar erzielte der Tierfutterspezialist eine Gewinnmarge von 15,18% und war damit deutlich profitabler als das Lebensmittelgeschäft von General Mills.

Allerdings ist der Zukauf alles andere als ein Schnäppchen. Immerhin legte General Mills mehr als den 6-Fachen Umsatz und den 40-Fachen Gewinn für den Deal auf den Tisch.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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