Georg Fischer: Tradition trifft Innovation

Während das Geschäftsmodell durch nachhaltige Diversifikation an Krisen-Sicherheit gewinnt, steigt die Profitabilität kontinuierlich. Wichtige Trends werden frühzeitig erkannt.

Erst im September konnte ein weiterer Auftrag im wachsenden Markt der Elektrofahrzeuge gewonnen werden.

Georg Fischer erfüllt die 3-Filter-Kriterien

Der Fahrzeug-, Fertigungs-Techniker und Anbieter von Rohrleitungs-Systemen erfüllt die Kriterien der 3-Filter-Strategie nach James O’Shaughnessy:

  1. Seit 2013 ist der Gewinn kontinuierlich gestiegen.
  2. Bei einem für 2016 geschätzten Umsatz von 3,75 Mrd. SFr errechnet sich ein KUV von 0,9.
  3. Die Aktie hat sich in den vergangenen 12 Monaten besser entwickelt als der Vergleichs-Index SPI.

Strategisches Management auf Höchstleistung

Die Unternehmens-Führung setzt auf Stabilität und Nachhaltigkeit. Um sich von der zyklischen Automobil-Industrie unabhängiger zu machen, wurde 2011 die „Strategie 2015“ präsentiert:

Ziel war es, die Division Rohrleitungs-Systeme höher zu gewichten, um die Geschäfts-Entwicklung zu stabilisieren. 6 Jahre später ist klar: Der Plan ist aufgegangen.

Die neue „Strategie 2020“ legt den Fokus auf die Verbesserung der Profitabilität und auf das Umsatz-Wachstum.

Während der Umsatz bis 2020 um 20% steigen soll, wird im gleichen Zeitraum ein Gewinn-Wachstum von mehr als 25% angestrebt.

Georg Fischer veröffentlicht keine Quartals-Berichte und der Jahresbericht liegt noch nicht vor. Das 1. Halbjahr 2016 zeigt jedoch, dass sich die Konsequenz des Managements bezahlt macht.

Der Fokus wird auf margenstarke Geschäftsbereiche wie der Luftfahrt, Elektronik und Medizintechnik gelegt.

Während die operative Marge 2010 noch bei 5,2% lag, erreichte sie im 1. Halbjahr 2016 bereits 8,2%. Der Gewinn sprang um 36,3% auf 109 Mio. SFr.

Keine halben Sachen

Georg Fischer steht zu seinem Wort:

Im Jahr 1993 kündigte das Management an, den Schritt in die Volksrepublik China zu wagen. 23 Jahre später befinden sich 21 chinesische Firmen und 14 Produktionsstätten im Besitz des Konzerns.

Bereits mehr als 22% des Gesamt-Umsatzes erwirtschaftet Georg Fischer in China – Tendenz weiter steigend…

Vor 5 Jahren wurde gemeinsam mit der chinesischen Lingyun Industrial Corp. ein Joint Venture gegründet, das an dem heutigen Erfolg erheblich beteiligt ist.

Die Unternehmens-Führung plant weitere Investitionen; nicht zuletzt um die Abhängigkeit vom europäischen Markt zu verringern.

Qualitäts-Firmen triumphieren, wo andere versagen

Der aufstrebende chinesische Markt hat schon viele Konzerne angezogen.

Herausforderungen bei der Integration der chinesischen Tochtergesellschaften, kulturelle Unterschiede oder blockierende Behörden zwangen viele wieder zum Rückzug.

Georg Fischer hat den Zugang zur größten Volkswirtschaft der Welt geschafft.

Erst im August vergangenen Jahres wurde gemeinsam mit Lingyun Industrial Corp. der Erwerb zwei chinesischer Zulieferer bekannt gegeben.

Die vertikale Integration der eigenen Lieferanten ist ein strategisch ausgeklügelter Schachzug; die Akquisitionen verringern die Abhängigkeit von Zulieferern und erlauben größere Handlungs-Spielräume.

Weitsicht zahlt sich aus

Bei Georg Fischer läuft derzeit alles nach Plan; das Management setzt Ziele, die nachhaltigen Erfolg versprechen.

Durch das breite Produkt-Portfolio wird der Bedarf unterschiedlichster Branchen abgedeckt. Kunden kommen u. a. aus dem Medizin-, Informations-, Fahrzeug- und Bausektor.

Der Konzern ist aber auch geografisch breit diversifiziert. Die Entwicklung eines einzelnen Absatz-Landes hat dadurch nur geringe Auswirkungen auf das Ergebnis.

Das nächste Ziel ist die Steigerung der Profitabilität. Bis 2020 wird der Fokus verstärkt auf Prozess-Optimierung gelegt.

Die ersten Erfolge zeichnen sich bereits ab: Die Margen in allen 3 Divisionen haben sich in den vergangenen Jahren verbessert.

Letztendlich bedeutet das für die Aktionäre v. a. eines: Unterm Strich bleibt mehr übrig.

2. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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