Drogerie- und Kosmetik-Aktien: Gerät das Wachstum ins Stocken?

Selbst die Top-Unternehmen der Drogerie- und Kosmetik-Branche leiden unter der anhaltenden Absatz-Schwäche. Aber es gibt auch Gewinner. (Foto: romaset / Shutterstock.com)

Die Drogerie- und Kosmetik-Branche steht unter Druck. Selbst die Top-Konzerne haben mit ihren starken Marken-Portfolios erhebliche Probleme weiter zu wachsen.

Die Weltkonjunktur hat sich abgekühlt, das ewige Wachstum gerät ins Stocken. Selbst in den Schwellenländern stößt man mittlerweile an seine Grenzen.

Kosmetik-Branche hat es derzeit schwer

Beiersdorf, Colgate-Palmolive oder Kimberly-Clark haben es trotz ihrer Wachstums-Strategie nicht geschafft den Umsatz zu steigern.

Alle Traditionskonzerne mussten sogar leichte Umsatz-Einbußen in Kauf nehmen. Dabei zeigt sich ein unterschiedliches Bild:

Während in den etablierten Industriestaaten die Kunden immer häufiger auf günstigere Nachahmer-Produkte zurückgreifen, fehlt es in den Schwellenländern an den erhofften Wachstums-Impulsen.

Die gesamte Entwicklung geht deshalb deutlich langsamer voran, als es vom Management erwartet wurde.

Diese Top-Konzerne sind für eine Überraschung gut

Doch auch in der Drogerie- und Kosmetik-Branche gibt es Unternehmen, die sich verbessert haben:

Henkel

Henkel feierte im letzten Geschäftsjahr sein 140-jähriges Firmenjubiläum. Um den Erfolg zu krönen, wurde die zweitgrößte Akquisition der Konzerngeschichte abgeschlossen.

Der Umsatz stieg um 3,5% auf 18,7 Mrd. €, der Gewinn verbesserte sich sogar um rund 9% auf 2,1 Mrd. €.

Mit der Übernahme der The Sun Products Corporation ist Henkel zum zweitgrößten Hersteller für Wasch- und Reinigungsmittel in Nordamerika aufgestiegen.

Das Düsseldorfer Traditions-Unternehmen wird damit endgültig zum Global Player in der 1. Liga. Jetzt soll das Wachstum in Asien und Lateinamerika weiter befeuert werden.

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Reckitt Benckiser

Aus ganz anderen Gründen konnte Reckitt Benckiser überraschend gute Zahlen präsentieren:

Durch den BrExit- Entscheid ist das britische Pfund erheblich unter Druck geraten. Damit sind die Produkte von Reckitt im Ausland spürbar preiswerter geworden.

Das Unternehmen erzielte so ein Umsatz-Plus von 11,5% auf 9,9 Mrd. £. Der Gewinn verbesserte sich um 5,1% auf 1,8 Mrd. £.

Die Profiteure der alternden Gesellschaft

Anstatt sich auf die Politik oder die konjunkturellen Entwicklungen zu verlassen, setzen Kimberly-Clark und L’Oréal lieber auf den demografischen Wandel.

Die Gesellschaft wird immer älter. Diesen Umstand machen sich die beiden Konzerne geschickt zunutze; aber auf völlig unterschiedliche Weise:

Während Kimberly sich auf die Herstellung und Vermarktung von Windeln für Erwachsene spezialisiert hat, setzt L’Oréal auf Premium-Produkte für ältere Menschen.

L’Oréal hat so seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,3% auf 25,8 Mrd. € gesteigert, obwohl sich die anderen Geschäftsbereiche eher schlecht entwickelt haben.

Bei Kimberly zeigt sich ein ähnliches Bild: Zwar ging der Umsatz hier etwas zurück, durch die Umstrukturierung konnte aber ein Gewinnsprung von über 100% erzielt werden.

Jetzt stellt sich die Frage, ob der Konzern diese Ergebnisse in der Zukunft bestätigen kann.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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