Gerresheimer-Aktie: Einstiegs-Chance nach dem Kursrutsch?

Die Aktie von Gerresheimer geriet 2017 deutlich unter Druck. Sollten die Geschäfte wieder besser laufen, winkt eine Gegenbewegung. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In den vergangenen Tagen hatten die Anteilseigner von Gerresheimer wenig Grund zur Freude: Die Aktie gehörte zu den schwächsten Werten an den deutschen Börsenplätzen.

Ohnehin ist das Papier einer der größten Kursverlierer im MDAX im Jahr 2017.

Damit ist die Gerresheimer-Aktie ein typischer Turnaround-Wert, mit dem Sie auf eine Gegenbewegung setzen können.

Allerdings sind solche Aktien mit erhöhten Risiken verbunden…

Unternehmens-Portrait

Die in Düsseldorf ansässige Gerresheimer AG beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter.

Sie zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Spezialprodukten aus Glas und Kunststoff für die Pharma- & Life Science-Industrie.

Die Produkt-Palette umfasst pharmazeutische Verpackungen, Produkte zur Verabreichung von Medikamenten und sowie Verpackungen für die Kosmetik-Industrie.

US-Geschäft belastet Halbjahres-Ergebnis

Derzeit läuft das Geschäft bei Gerresheimer nicht gerade rund:

Bereits im 1. halben Jahr sorgte die amerikanische Politik für finstere Mienen beim Konzern.

Gerresheimer bekam die Zurückhaltung der US-Pharma-Konzerne voll zu spüren. Und so gingen Umsatz und Gewinn erneut zurück.

Allein im Zeitraum März bis Ende Mai sank die Geschäftstätigkeit um 2,2% auf 339,5 Mio. €.

Der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) ging um 6,1% auf 75,8 Mio. € zurück. Unter dem Strich betrug der Rückgang 13,3% auf 25,1 Mio. €.

Erste positive Signale

Dabei schwächte sich die Abwärts-Spirale immerhin etwas ab und es wurden positive Signale bezüglich der weiteren Entwicklung gegeben:

So soll das Geschäft insbesondere im 4. Quartal wieder anziehen.

Der Umsatz dürfte, so die Aussage der Geschäftsführung, im bis Ende November laufenden Geschäftsjahr bei 1,4 Mrd. € liegen, nach 1,375 Mrd. 1 Jahr zuvor.

Das operative Ergebnis (Ebitda vor Währungs- und Einmal-Effekten) soll von 308 Mio. auf rund 320 Mio. € zulegen.

2018 soll es dann laut Gerresheimer wieder besser laufen.

So soll ab dem kommenden Jahr der Umsatz im Schnitt pro Jahr aus eigener Kraft und zu konstanten Wechselkursen um 4 – 5% wachsen.

Die bereinigte operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde 2018 rund 23% betragen, so die Aussage.

Wechsel im Vorstand

In den vergangenen Tagen dominierten bei Gerresheimer die negativen Analysten-Kommentare, was den Aktienkurs nochmals deutlich absacken ließ.

Das Einzige, was sich seit Beginn des Monats geändert hat, ist die Unternehmens-Führung:

So hat der bisherige BASF-Manager Christian Fischer den Gerresheimer-Chefposten von Uwe Röhrhoff übernommen.

Der hat jedoch bereits vor längerer Zeit bereits angekündet, dass er über den laufenden Vertrag hinaus nicht zur Verfügung stehe.

Viele Anleger interpretierten dies offenbar als schlechtes Zeichen.

Angeschlagene Charttechnik

Nachdem im Juni noch Kurse von knapp 80 € bezahlt wurden, ging es mit der Notierung steil bergab.

Inzwischen ist aber eine Unterstützungs-Linie auszumachen, die bei rund 58 € liegt. Sollte diese Marke nicht halten, winken weitere Kursverluste.

Gelingt jedoch die Bodenbildung, bietet die Gerresheimer-Aktie einiges Kurspotenzial nach oben – vorausgesetzt die angekündigte Umsatz-Belebung tritt tatsächlich ein.

Machen Sie sich dabei aber bitte klar, dass ein Investment in solche angeschlagenen Werte mit höherem Risiko verbunden ist.

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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