Gerresheimer-Aktie: Jahresprognose des Verpackungs-Herstellers wackelt

Die Umsätze bei dem Düsseldorfer Verpackungs-Spezialisten Gerresheimer gehen unerwartet stark zurück. Erfahren Sie hier alles Weitere: (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Schlechter hätte der Start des neuen Firmenchefs bei dem Düsseldorfer Verpackungs-Spezialisten kaum ausfallen können:

Statt der erwarteten Erholung rudert das Unternehmen jetzt zurück und bereitet die Anleger darauf vor, dass die Jahresprognose vielleicht nicht erreicht wird.

Mit der Meldung wurde die jüngste kleine Erholungs-Bewegung der Aktie wieder abgewürgt.

Seit Jahresbeginn liegen die Papiere mit 8% im Minus, während der breite Markt kräftige Kursgewinne erzielt hat.

Führender Anbieter von hochwertigen Verpackungs-Lösungen

Der Düsseldorfer Konzern ist ein richtiger Traditionsbetrieb; bereits im Jahr 1864 wurde die Firma gegründet.

Mittlerweile ist Gerresheimer ein international führender Anbieter von hochwertigen Verpackungs- und Systemlösungen aus Glas und Kunststoff.

Der wichtigste Absatzmarkt des Konzerns ist die Pharma- und Medizin-Industrie weltweit.

Aber was stellt die Gesellschaft eigentlich konkret her? Zum Produkt-Angebot gehören:

  • Arzneimittel-Fläschchen,
  • Medikamenten-Verabreichungs-Systeme,
  • Spritzen-Systeme,
  • Insulin-Stifte,
  • Inhalatoren,
  • Parfüm-Flakons,
  • Crèmetigel
  • und Spirituosen-Fläschchen.

Die Firmengruppe erwirtschaftete 2016 an ihren Standorten in Europa, Amerika und Asien einen Umsatz von 1,375 Mrd. € und beschäftigte rund 10.000 Mitarbeiter.

Erreichen der Jahresprognose wird zunehmend sportlicher

Jetzt hat die Konzernführung gemeldet, dass die Jahresprognose, also der angepeilte Umsatz von 1,4 Mrd. €, vielleicht nicht ganz erreicht wird.

Auch beim bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) könnte mit 310 Mio. € gut 10 Mio. weniger herausspringen, als ursprünglich prognostiziert.

Für Sie zum Vergleich: Im zurückliegenden Geschäftsjahr lag das Ebitda bei 308 Mio. €. Je Aktie rechnet Gerresheimer jetzt mit einem Gewinn von 4,08 € nach 4,25 € je Anteilsschein zuvor.

Große Pharmakunden sorgen für Nachfrage-Schwäche

So sank im 3. Quartal der Umsatz um 5,4% auf 331,5 Mio. €. Zeitgleich ging der operative Gewinn um 4% auf 77,6 Mio. € in den Keller.

V. a. große Pharmakunden aus den USA haben weniger abgefüllt und daher Bremsspuren in der Nachfrage bei den Düsseldorfern hinterlassen.

Eigentlich hatte Gerresheimer mit einer Trendwende im 3. Quartal gerechnet, doch sowohl in der Kunststoff- als auch in der Glassparte setzte sich die schwache Entwicklung fort.

Bei medizinischen Kunststoff-Systemen wie Inhalatoren sank die Nachfrage. Positiver verlief das Geschäft dagegen bei Verpackungen für feste und flüssige Medikamente.

Firmenchef steuert mit Kosten-Disziplin dagegen

Trotz des operativen Gegenwinds erzielte Gerresheimer eine stattliche Ebitda-Marge von 23,4% im 3. Quartal.

Das liegt immerhin 0,20 Prozentpunkte über dem vergleichbaren Vorjahreswert und ist auf die strikte Kosten-Disziplin des Unternehmens zurückzuführen.

Analysten sehen moderates Kurs-Potenzial

Unterdessen zeigen sich die Analysten zuversichtlich:

Die Experten hatten bereits im Vorfeld der Zahlen ihre Prognosen angepasst. Für das kommende Jahr erwarten die Analysten einen Sprung beim Gewinn je Aktie von 4,01 auf 4,42 €.

Damit wird die Aktie momentan mit dem 14-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet.

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt mit 74,50 € gut 14% über dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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