Gerresheimer-Aktie ist nach Großaufträgen und Übernahme im Höhenflug

Taschenrechner Stift Kurse – shutterstock_84247642 Zadorozhnyi Viktor

Die Gerresheimer-Aktie ist im Haussemodus: Der Verpackungsspezialist kann mit Übernahme und zwei Großaufträgen punkten. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Steil aufwärts ging es in den vergangenen Tagen mit der Gerresheimer-Aktie. Seit nunmehr drei Jahren bewegen sich die Papiere in einem engen Seitwärtskorridor zwischen 60 und 75 Euro. Nach dem jüngsten Kursschwung von 10% in wenigen Tagen nähern sich die Papiere wieder der oberen Begrenzungslinie.

Dabei hatte der jüngste Höhenflug der Aktie gleich mehrere Gründe. Der konkretisierte Jahresausblick, ein Zukauf und zwei Großaufträge ließen die Anleger jubeln und trieben die Papiere deutlich nach oben.

Führender Anbieter hochwertiger Verpackungslösungen

Gerresheimer ist ein weltweit führender Partner der Pharma- und Healthcare-Industrie. Mit Spezialprodukten aus Glas und Kunststoff trägt das Unternehmen zu Gesundheit und Wohlbefinden bei. Gerresheimer ist weltweit vertreten und produziert mit rund 10.000 Mitarbeitern dort, wo seine Kunden und Märkte sind. Mit Werken in Europa, Nord- und Südamerika und Asien erwirtschaftet Gerresheimer einen Jahresumsatz von rund 1,4 Milliarden Euro.

Das breite Angebotsspektrum umfasst pharmazeutische Verpackungen sowie Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten: Insulin-Pens, Inhalatoren, vorfüllbare Spritzen, Injektionsfläschchen, Ampullen, Flaschen und Behältnisse für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen sowie Verpackungen für die Kosmetikindustrie.

Gerresheimer auf Einkaufstour in der Schweiz

Der Verpackungshersteller Gerresheimer kauft die Schweizer Medizintechnikfirma Sensile Medical. Der Kaufpreis liegt zunächst bei 175 Millionen Euro. Je nach künftigen Erfolgen können daraus allerdings bis zu 350 Millionen Euro werden. Wie das Düsseldorfer Unternehmen mitteilte, soll mit dem Zukauf das Geschäft mit Mikropumpen für medizinische Anwendungen ausgebaut werden.

Kurse Laptop – shutterstock_532873330 phongphan

Übernahme-Wissen: Nachzahlung und Squeeze OutVerschwindet ein Übernahme-Kandidat vom Kurszettel, heißt das nicht, dass die Aktionäre schon den vollen Preis bekommen haben. › mehr lesen

Sie müssen wissen: Sensile ist ein Spezialist für Mikropumpen-Technologie, die bei der Verabreichung von Medikamenten wie Insulin zum Einsatz kommen. Auf Basis vorläufiger Erwartungen schätzt Gerresheimer den Umsatz von Sensile Medical 2018 auf rund 15 Millionen Euro. Bis 2027 könnten daraus 400 Millionen Euro werden. Die Analsten sehen den Einstieg positiv, weil sich Gerresheimer damit auf dem Zukunftsmarkt für Diabetes und Herzerkrankungen verstärkt.

Zwei Großaufträge sorgen für Rückenwind

Unabhängig von der Übernahme konnten die Düsseldorfer auch zwei Großaufträge in trockene Tücher bringen. Bei einem Deal geht es um die Herstellung von Inhalatoren, bei dem anderen Geschäft um vorfüllbare Spritzen für einen großen Heparinhersteller.

Zahlenwerk im Rahmen der Erwartungen

Die Zahlen für das zweite Quartal fielen wie erwartet aus. Währungsbereinigt kletterten die Umsätze von 335,8 auf 343 Millionen Euro nach oben. Das entspricht einem Zuwachs von 2,1% gegenüber dem Vorjahresquartal. Dabei war die Nachfrage nach Kunststofffläschchen für verschreibungspflichtige Medikamente in den USA sehr solide.

Pharmazeutische Primärverpackungen aus Kunststoff entwickelten sich ebenfalls positiv, vor allem durch eine starke Nachfrage in Indien getrieben. Die Umsatzerlöse mit Entwicklungsleistungen und Werkzeugen waren im Quartal wie geplant hingegen rückläufig.

Wachstumsausblick leicht angehoben

Unterdessen zeigt sich die Konzernführung zuversichtlich und schraubt seinen Jahresausblick leicht nach oben. Für 2018 erwarte das Unternehmen einen währungsbereinigten Umsatz von 1,38 bis 1,40 Milliarden Euro. Für Sie zum Vergleich: Bislang ist Gerresheimer von einer Spanne zwischen 1,35 und 1,40 Milliarden Euro ausgegangen. Seinen Ergebnisausblick hat die Firma zugleich bestätigt. Für das bereinigte Ergebnis EBITDA rechnet der Konzern mit 305 bis 315 Millionen Euro nach 307,2 Millionen Euro im Vorjahr.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Alle_Sujets_Portrait_WEB_Koenig3
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.