Gerresheimer: Auch ein Corona-Profiteur

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Auch Corona-Impfstoffe brauchen Verpackungen. Hier kommt Gerresheimer ins Spiel. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Über Langeweile brauchen sich die Anleger in den nächsten Tagen nicht zu beklagen: Die Quartalsberichtssaison startet in diesen Tagen. Gestern gab es aus den USA bereits einen ersten kleinen Vorgeschmack. Doch auch hierzulande gewährte die Gerresheimer AG am Dienstag einen Einblick in die Bücher.

Leichter Umsatzrückgang

Und dieses Zahlenwerk kann sich durchaus sehen lassen: Zwar sank der Konzernumsatz im gerade beendeten 3. Quartal um rund 3 % auf 349 Mio. Euro. Hierfür waren aber vor allem Währungseffekte verantwortlich. Ansonsten gab es bei der Geschäftstätigkeit keine großen Überraschungen.

Aber deutliche Gewinnsteigerung

Diese war allerdings beim Gewinn des Unternehmens zu registrieren: So legte dieser im Zeitraum Juni bis August um rund ein Drittel auf 25 Mio. Euro zu. Weitere positive Nachricht: Diese Entwicklung soll sich auch im 4. Quartal weiter fortsetzen – da inzwischen auch eine spürbare Nachfragebelebung in der Kosmetikbranche zu beobachten ist.

Positive Aussichten

Auch bei der Umsatzentwicklung für die Zukunft gibt es seitens des Konzerns keinen Grund zu Sorgenfalten: So wird für das Gesamtjahr 2020 noch ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich vorhergesagt. Zugleich soll die bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) bei rund 21% liegen. Auf die weitere Zukunft geschaut rechnet das Management mit einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich – dabei sind Wechselkursveränderungen sowie Zu- und Verkäufe jedoch zunächst ausgeklammert.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 30 für das kommende Jahr ist der Konzern zwar vergleichsweise hoch bewertet, aber die Sonder-Aussichten (siehe nächster Abschnitt) rechtfertigen hier eine höhere Kennziffer.

Verpackungslieferant für möglichen Corona-Impfstoff

Bei den positiven Aussichten, die einen Bewertungsaufschlag rechtfertigen, möchte ich auf die Pandemie verweisen, die für einen deutlichen Wachstumsschub bei Gerresheimer sorgen wird: Der Konzern ist Zulieferer für Pharmafirmen, die ihre Wirkstoffe in sterile Behältnisse füllen. Wenn es dann einen Impfstoff gegen das Corona-Virus gibt, müssen die entsprechenden Pharmawerte gerüstet sein und haben bereits bei Gerresheimer Injektionsfläschchen geordert. Pro Behältnis wird ein Preis von bis zu 5 Cent genannt. Insgesamt wird ein Absatz von bis zu 100 Mio. Injektionsflaschen erwartet – das würde bei Gerresheimer bis zu 50 Mio. Euro zusätzlich in die Kasse spülen.

Starke Kursentwicklung im Jahr 2020

Nach den Quartalszahlen zeigte sich die Aktienkursentwicklung von der negativen Seite. Dies liegt aber nicht an den Zahlen – vielmehr wurden Gewinne realisiert. Immerhin hat der Kurswert der Aktie seit Jahresbeginn rund 50% zugelegt – nachdem sich die Aktie vorher jahrelang seitwärts bewegt hatte.

Eine Verschnaufpause wäre nach dieser starken Entwicklung durchaus gerechtfertigt. Danach wird sich zeigen, ob die Aktie weiter den Vorwärtsgang einlegen kann.

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Gerresheimer: Starke Zahlen dank CoronaDas deutsche Unternehmen liefert Verpackungen für die Pharmaindustrie und dürfte von einem Corona-Impfstoff profitieren.  › mehr lesen


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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