Gerresheimer nach Umsatz- und Gewinn-Rückgang unter Druck

Gerresheimer hat heute seine Zahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2016/2017 (bis Ende November) vorgelegt.

Der im MDax notierte mittelständische Pharma-Verpackungsspezialist hat zudem einen verhaltenen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gegeben.

Die Folge: Die Gerresheimer-Aktie geriet deutlich unter Druck und war heute Schlusslicht im MDax.

Lesen Sie im Folgenden, wie der Konzern im 1. Quartal seines Geschäftsjahres 2016/2017 abgeschnitten hat und was er für den Rest des laufenden Jahres erwartet.

Unsicherheit am US-Markt belastet

Da aktuell noch keiner weiß, wie der Kurs der neuen US-Regierung in Sachen Gesundheits-Politik tatsächlich aussehen wird, haben sich einige wichtige Pharma-Großkunden aus den USA bei ihren Bestellungen zurückgehalten.

US-Präsident Trump wollte Obama-Care kippen, ist daran aber zunächst gescheitert.

Diese Unsicherheit am US-Markt wirkt sich negativ auf das aktuelle Zahlenwerk von Gerresheimer aus:

Der Umsatz aus fortgeführtem Geschäft verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,4% auf 302,8 Mio. €. Organisch rutschte der Umsatz sogar um 6,2% ab.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) sank von 63,5 Mio. € im Vorjahr auf 59,9 Mio. €.

Der bereinigte Nettogewinn aus fortgeführtem Geschäft sackte von 22,7 Mio. € im Vorjahr auf 18,7 Mio. € ab. Die bereinigte EBITDA-Marge lag dagegen wie im Vorjahres-Quartal bei 19,8%.

Das bedeutet, dass Gerresheimer im abgelaufenen Quartal zwar sowohl beim Umsatz als auch auf der Ergebnisseite Einbußen hinnehmen musste, damit aber dennoch die Erwartungen der Analysten erfüllt wurden.

Vorsichtige Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Gerresheimer nun einen währungsbereinigten Umsatz am unteren Ende der vorher kommunizierten Bandbreite von rund 1,405 bis 1,455 Mrd. € nach einem Vorjahreswert von 1,38 Mrd. €.

Beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) rechnet das Unternehmen mit einem Anstieg auf rund 320 Mio. € (+/- 10 Mio. €).

Darüber hinaus bekräftigte Gerresheimer die Mittelfrist-Ziele: Bis Ende 2018 strebt die Firma eine durchschnittliche organische Wachstumsrate des Umsatzes von 4 – 5% an.

Bei der bereinigten EBITDA-Marge gibt Gerresheimer einen Zielwert von rund 23% für das Geschäftsjahr 2017/2018 an.

„Um diese Ziele zu erreichen, wird höchstwahrscheinlich ein jährliches Investitions-Volumen in der Größenordnung von rund 8% des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen benötigt“, teilte man mit.

Im zurückliegenden Quartal steigerte Gerresheimer die Investitionen von zuvor 13,7 auf 15,1 Mio. €. Ob die Investitionen bereits im laufenden Jahr oder erst später Früchte tragen, bleibt abzuwarten.

Meine Einschätzung

Die Börse war von der heutigen Firmen-Meldung jedenfalls nicht positiv beeindruckt. Zur Erinnerung: Die Gerresheimer-Aktie war heute in Sachen Performance das Schlusslicht im MDax.

Nach meiner Einschätzung gibt es im MDax aussichtsreichere Kandidaten.

6. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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